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THE 69 EYES – MANDRAGORA SCREAM

Ort: Hannover - Musikzentrum

Datum: 08.02.2010

Trotz der Umstände, dass gerade am Veranstaltungstag zum einen die öffentlichen Verkehrsbetriebe arbeitskampfbedingt den Dienst niedergelegt hatten und zum anderen der Winter die Anreise nicht gerade erleichterte, fand sich gegen 19 Uhr eine Schar wartender Fans auf dem spiegelglatten Parkplatz des Musikzentrums ein, hoffend, dass sich bald die Tore öffnen würden.

Nachdem Schlagzeuger Jussi sich darüber beklagt hatte, dass offenbar keiner der nichtfinnischen Konzertveranstalter in der Lage sei, angesichts dieser Wetterlage für adäquat beheizte Backstageräume bzw. warme Duschen zu sorgen, war das Klima in der Dreiviertel gefüllten Halle zumindest angenehm und die Besucher warteten auf den Support MANDRAGORA SCREAM, nachdem einige Zeit zuvor CHRISTIAN DEATH ihre Teilnahme absagen mussten und nun auch LACRIMAS PROFUNDERE krankheitsbedingt nicht auftreten konnten.

Obwohl mich persönlich die Italiener mit ihrer Musik überhaupt nicht fesseln konnten (siehe auch die Meinung unserer Rezensenten zur aktuellen VÖ) und darüber hinaus einen recht mäßigen Sound hatten, gab sich Sängerin Mogan mitsamt ihren Kollegen Mühe, das Publikum mit ihrem tanzbaren Gothic Rock in Stimmung zu versetzen, was zumindest teilweise auch gelang.

Nach einer recht lange dauernden Umbaupause enterten dann die Mannen um Sänger Jyrki und Drummer Jussi (im Verbrecherlook mit Bandana als Mundschutz) die Bühne und starteten mit dem Titeltrack des neuen Outputs in die mittlerweile proper gefüllte Location. Hier fiel schon auf, dass der Sound wesentlich besser als beim Support aus der PA donnerte. Die Lautstärke hingegen ließ nicht selten den Wunsch nach Ohrstöpseln aufkommen. Dennoch schien das Publikum aber noch nicht genug in Partylaune, denn Jyrki bemerkte, dass das erstmal der letzte Auftritt hier für eine ganze Weile sein würde und dass nicht sicher sei, ob die Band hier nochmals auftrete… So so! Spätestens bei „Gothic Girl“ ging das Auditorium dann ordentlich ab, die Mädels in den vorderen Reihen nutzten ihre Chance, am laufenden Meter Fotos zu schießen – allerdings nun vermehrt vom sehr agil spielenden Jussi, der in bester Partyrock-Manier hinter seinem Kit posierte und einen angenehmen Kontrast zum eher routiniert zockenden Rest der Band bot. Jyrki drehte sich öfter um die eigene Achse und ließ sich zu einigen Hopsern vom Drumpodest verleiten, aber insgesamt muss hier gesagt werden, dass seine gruftig anmutende Performance der Vergangenheit nun ja… etwas erhabener daherkam. Es wurden seit langer Zeit wieder einmal auch Alt-Fans bedient mit „Wasting the Dawn“, bevor Jyrki vor „Feel Berlin“ erklärte, dass das Stück nicht von Städten sondern von den Fans handeln würde und damit das Publikum zu etwas mehr Party aufforderte. Überhaupt: Wer denkt, dass sich das 69 EYES Publikum nur aus sabbernden Girlies zusammensetzt, dem sei hier gesagt, dass das Publikum an diesem Abend sowohl geschlechtlich als auch altersmäßig durchaus sehr gemischt war und damit gut den Stil der Band widerspiegelte, der zwischen Goth-Rock und Partyrock hin- und herpendelt. „Dead Girls Are Easy“ leitete dann den Zugabeteil ein und gegen 23 Uhr war der letzte Gig der Tour vor der Verlängerung in Madrid beendet und die Besucher schlidderten mit amtlich pfeifenden Ohren heimwärts.

Setlist THE 69 EYES
Back in Blood
Never Say Die
The Good, The Bad & The Undead
Dance d`Amour
Lips of Blood
Gothic Girl
Suspiria Snow White
The Chair
Kiss Me Undead
Wasting The Dawn
Feel Berlin
Hunger
Perfect Skin

Dead Girls Are Easy
Devils
Brandon Lee
Lost Boys

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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