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THE BASEBALLS

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 01.06.2010

Als ich die BASEBALLS das allererste Mal bei der ECHO-Verleihung gesehen hatte, war klar – sie haben alles, was es braucht, um eine Lieblingsband zu werden. Zumindest meine! Sie schauen unheimlich attraktiv aus (ein wichtiges Kriterium für eine [weibliche] Lieblingsband… die Red.) und machen außerordentlich gute Musik. Grund genug, den drei Jungs einen Besuch abzustatten. Sam, Digger und Basti verschlug es während ihrer Tour ins FZW nach Dortmund. Liegt um die Ecke, also nichts wie hin.

Mit ihrem aktuellen Album „Strike“ im Ohr und weniger auf das Navi achtend, tingelten wir durch den Dortmunder Hafen. Die Anfahrt und auch die Parkplatzsuche verliefen reibungslos. Ich war vorher noch nie Im Freizeitzentrum West und war gespannt, was uns erwarten würde. Vor dem Eingang wartete schon eine lange Schlange Fans. Ein buntgemischtes Publikum. Eigentlich auch nicht verwunderlich, denn die BASEBALLS machen generationsübergreifende Musik. Schön anzusehen waren die Damen im Fifties-Look und die zugehörigen Herren, die den BASEBALLS zum verwechseln ähnlich sahen. Der Einlass hatte bereits begonnen und bei sommerlichen Temperaturen lud der Hof des FZW zu einem Bier ein. So lässt sich das Warten doch aushalten. Allerdings wollte ich doch erst einmal einen Blick auf Bühne und Belichtung werfen. Etwas überrascht, allerdings positiv, war ich schon, denn das FZW war um einiges kleiner, als ich erwartet hatte. Der Atmosphäre konnte es nur gut tun, denn ich bin sowie so kein Fan von übergroßen Konzerthallen. Da geht der persönliche Bezug zwischen Fans und Band zu schnell verloren. Die Bühne war dekoriert mit zwei großen BASEBALLS-Logos. Weiße Plektren mit blinkenden, kleinen Lämpchen. Beautiful! Die Mädels in der ersten Reihe tauschten schon eifrig ihre Erlebnisse der vergangenen BASEBALLS-Konzerte aus und schauten ständig ungeduldig auf die Uhr. Aus den Boxen wummerte, wie sollte es auch anders sein, 50er-Jahre–Musik und das Publikum machte einen unglaublich sympathischen Eindruck. Also von mir aus konnte es jetzt los gehen.

Mit etwas Verspätung nahm die Truppe dann ihre Plätze ein. Sekunden darauf und unter lautem Applaus hatte das Warten ein Ende. Sam, Digger und Basti, in schwarzen Lederjacken (das könnte gleich sehr, sehr heiß werden) und hübsch anzusehen, begrüßten euphorisch ihr Auditorium. Basti winkte den Fans in der ersten Reihe, scheinbar kannte man sich schon. Los ging es mit „When love takes over“, im Original von DAVID GUETTA und KELLY ROWLAND. Ungewohnt, aber eine sehr gelungene Umsetzung. Unverzüglich ging es weiter mit „Angels“, dem ROBBIE WILLIAMS-Hit, der einer meiner Lieblingssongs der BASEBALLS ist. Der sonst eher ruhige Titel ist wie gemacht für Sam. Schließt man die Augen, könnte man denken, man wäre bei ELVIS PRESLEY gelandet, unterstützt von BUDDY HOLLY und Band. Einfach nur wunderbar. Die Drei hatten ihr Publikum mit dem ersten Ton fest im Griff und keiner stand mehr still. Ist auch kaum möglich, bei dem Beat. Man muss einfach tanzen. THE BASEBALLS waren das ganze Konzert über ganz nah an ihren Fans. Immer wieder sangen sie die Mädels in der ersten Reihe direkt an, was für den typischen Jubel sorgte (oder habe ich doch ein Kreischen vernommen?). Stimmlich überzeugen sie live übrigens genau so wie auf Platte. Trotz wilder Tanzeinlagen saß jeder Ton perfekt. Man kann schon sagen, sie haben jede Auszeichnung verdient. Neben „Bad Romance“ von LADY GAGA und anderen Coverversionen im gewohnten Stil, ließen es sich die BASEBALLS nicht nehmen, einen eigenen Titel zu präsentieren. „Fucking Lovesong“ heißt das gute Stück und ich muss sagen, gefällt! Überhaupt hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, eine Zeitreise unternommen zu haben und das fühlt sich einfach nur gut an. An dieser Stelle wird es vielleicht Zeit eine Empfehlung auszusprechen. Leute, geht dahin! Ihr werdet begeistert sein!

Der Höhepunkt des Abends und das nicht nur für die Fans, war sicher Folgendes: Die drei Sympathieträger wählten zwei hübsche, junge Mädchen aus, die mit ihren Rockabilly Klamotten das Bühnenbild vorzüglich ergänzten, und luden sie zu einem Tanzkurs mit Gitarrist Lars Vegas ein. In diesem Moment war ich ziemlich froh nicht dort oben stehen zu müssen. Lars ist wirklich ein Bewegungskünstler und ich behaupte, niemand kann das nachmachen, ohne sich irgendwie doof vorzukommen. Er legte eine schwungvolle Mischung aus Twist und Rock’n’Roll aufs Parkett. Es war nicht zu übersehen, dass die Mädels zunächst nicht wussten, wie ihnen geschah. Aber was will man machen? Also, los geht’s! Und sie schlugen sich tapfer, ernteten Applaus von den Jungs und Fans und verließen nach beneidenswerten Umarmungen die Bühne. Es folgte eine Instrumentaleinlage der BASEBALLS-Band. Natürlich, um den Dreien mal eine Verschnaufpause zu gönnen. Die Musiker stehen ihren Frontmännern aber in nichts nach und sorgten auch ohne Vocals für Wirbel. Etwas ruhiger wurde es dann mit dem akustischen Teil. „Hard not to cry“, der zweite eigene BASEBALLS-Song, machte den Anfang. Ich weiß nicht genau, wie ich euch diesen Moment nahe bringen soll, aber ich versuche es mal. Die komplette BASEBALLS-Gang vor zwei Retro-Mikrofonen und ohne instrumentale Unterstützung. Nein, das klingt nicht wie WISE GUYS, das klingt wie GREASE! Ja, der Moment, wo JOHN TRAVOLTA, alias Danny, einsam und verlassen auf seiner Schaukel sitzt und seiner Sandy hinterher trauert. In diesem Moment will man vieles, aber auf keinen Fall nach Hause. „Human“ von THE KILLERS und „Bleeding Love“ von LEONA LEWIS, fügten anschließend wunderbar in das akustische Klangbild ein.

Aber wie das immer so ist. Wenn etwas am schönsten ist, geht es zu Ende. Und auch ein BASEBALLS-Konzert muss, wenn auch leider, mal vorbei sein. Insgesamt spielten die Jungs 20 Songs, ohne Vorband. Machten viel Spaß, flirteten mit ihren Fans und lieferten eine absolut professionelle Show ab. Ihren Hit „Umbrella“, mit dem sie den großen Durchbruch schafften, hoben sie sich natürlich für die Zugabe auf. Alles in allem, ein unbeschreiblicher Abend… und ich komme mit Sicherheit wieder!

Setlist
When Love Takes Over
Angels
Hey there Delilah
Love in this Club
Sex on Fire
Don’t Cha
Monday Morning
Bad Romance
This Love
I don’t feel like Dancing
Fucking Lovesong
BAND INSTRUMENTAL
Hard not to Cry (Akustik)
Human / Bleeding Love (Akustik)
Crazy in Love
Let me love you
Chasing Cars
Umbrella
I’m Yours
Outro

Copyright Fotos: Ramona Schwarz

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