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THE BIRTHDAY MASSACRE – PSYCHO LUNA

Ort: Bremen - Tower

Datum: 04.11.2007

Jeder hat sie wahrscheinlich schon mal gesehen: Die kleinen Gruftimädchen, die mit ihren Taschen und Accessoires der Comicfigur „Emily the Strange“ durch die Straßen ziehen. Nur den passenden Soundtrack zu diesem „Stil“ schien es eine ganze Weile nicht zu geben. Doch dann kam wohl endlich jemand auf die Idee, auch diesen Bereich abzudecken. Eben diesen Eindruck hat man, wenn man sich eines der Alben von THE BIRTHDAY MASSACRE zur Hand nimmt. Und so ganz unpassend ist dieser Vergleich nicht.

Wenn ich es nicht besser wissen würde, hätte ich gesagt, dass dies wohl die erste gecastete Wave Band sein müsste. Stimmt natürlich nicht. Auch wenn man wohl so ziemlich jedes Klischee in der dunklen Szene bedient. Aber vielleicht ist dies ja auch einer der Gründe für den Erfolg. In den letzten Jahren kam es ja schon zu einem richtigen Hype um die Band von Sängerin Chibi, was nicht zuletzt auch an der sehr starken Unterstützung des Zillo Magazins lag, das die Band schon als DEN aufgehenden Stern am Dark Wave Himmel zu sehen schien. Und natürlich auch an einigen Samplerbeiträgen in Musikmagazinen. Die Auftritte in den letzten Jahren in Deutschland, auf Festivals und bei einer kurzen Tour taten dem Bekanntheitsgrad der Formation ebenso keinen Abbruch. Zugegeben, die „Violet“ EP war schon sehr eingängig und somit lief sie auch bei mir des Öfteren im Player. Ich wunderte mich dann aber doch etwas, dass TBM „nur“ im kleinen Tower in Bremen spielen sollten. Ich hatte schon eher mit einem Auftritt in einer größeren Halle gerechnet. Gerade auch weil sie auf den Festivals schon zu fortgeschrittener Stunde agierten und nicht im Vorprogramm. Dennoch war der Tower mit seiner Enge doch ausreichend.

Der Abend begann mit der Kölner Formation PSYCHO LUNA aus dem Gothic Punk Bereich. Viele Ansätze der Lieder gefielen mir schon, wenngleich sich die Band vielleicht nach einem neuen Sänger umsehen sollte. Denn die Gesangskünste des Frontmans Mr. Luna an den Stimmbändern waren doch eher ausbaufähig, um es mal vorsichtig zu formulieren. Eine halbe Stunde Zeit hatten sie, um ihre 10 Stücke zu präsentieren. Gefallen hat mir, dass man sich bemüht, die Texte in Deutsch zu halten, auch wenn es bekanntermaßen das Komponieren nicht vereinfacht. Kurze Zeit später kam es dann zum Auftritt der Hauptband.

THE BIRTHDAY MASSACRE versteht sich nach eigener Aussage als „musikalisch/ visuelles Projekt“ mit dem Ziel, ihre Musik „in einem Gesamtkonzept aus Mode, Bildern und Performance zu integrieren“. Wobei sich mir nicht so ganz erschließt, wo hier der Unterschied zwischen dieser Band und anderen des Genres liegt. Vor allem im Hinblick auf das modische Auftreten. Dann ist es schon eher der Rest, von mir oben schon angesprochen, des Auftretens und der Albumcovergestaltung. Wenn man sich im Publikum umsah, konnte man gleich erkennen, dass die Zielgruppe der Musik gut getroffen wurde: Kleine headbangende Gruftimädchen standen dann auch in den ersten Reihen, die sich an der Synthie geprägten Musik erfreuten. Ich denke, dieselben Mädchen würden auch bei LAFEE ganz vorn stehen. Aber drauf hat die Band ja tragischerweise keinen Einfluss. Mit knapp einer Stunde war das Konzert nicht sehr lang. Dennoch nicht verwunderlich, da man ja erst 2 Alben und eine EP herausgebracht hat.

Um es kurz zu machen: Ich war doch etwas enttäuscht vom Auftritt der Nordamerikaner. Hatte ich mir doch einen ganz anderen Abend erhofft. Der Klang im Tower hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Wenn ich die Stücke nicht schon einmal gehört hätte, dann wäre mir wohl keins bekannt vorgekommen.

Copyright Fotos: Guido Rangnitt

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