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THE BIRTHDAY MASSACRE – PSYCHO LUNA

Ort: Herford - X

Datum: 14.11.2007

Der erste wirklich frostige Tag des Novembers und wir fanden zum Glück rechtzeitig ein lauschiges Plätzchen: Im Club X in Herford, wo an diesem Abend die Band rund um Sängerin Chibi auftreten sollte: THE BIRTHDAY MASSACRE. Auf einer langen Tour durch Europa am vorletzten Abend – da fragt man sich, ob das noch Spaß macht. Die Antwort darauf sollten wir erst etwas später bekommen, denn auf der Bühne hing schon passend das Banner zum Support Act: PSYCHO LUNA.

Die fünfköpfige Truppe aus Köln betrat dann auch pünktlich wie angekündigt um 20.30 Uhr die Bühne. Sänger Mr. Luna legte gleich zu Beginn ziemlich viel Action aufs Parket, die er über die gesamte Spielzeit von 45 Minuten beibehielt, und zeigte, dass er diverse Instrumente – neben seiner Stimme – beherrscht, wie zum Beispiel das Tamburin oder die Gitarre. Das war aber nicht die einzige Parallele zum Headliner, der ja auch eine sehr bewegliche, turbulente Frontfrau zu bieten hat: Auch PSYCHO LUNA „besitzen“ lediglich ein weibliches Bandmitglied, das allerdings am Bass und nur selten am Mikro steht. Die rothaarige Lady war allerdings showmässig eher zurückhaltend und ließ die Anwesenden lediglich bei einem Song ihrer Sangeskunst lauschen. Insgesamt boten PSYCHO LUNA eine durchaus anregende Darbietung, die musikalisch sehr überzeugend war, allerdings sind die Texte manchmal einfach zu sehr „Wir sind Helden“-like, wie ich wiederholt bei „Kleines Flugzeug“ denken musste. Die rockigeren Stücke wie „Nur getan“ schafften es aber trotzdem, die Leute zum Tanzen zu bringen. Und: An den Ansagen müsst ihr arbeiten, Jungs und Mädels. Einen etwas langsameren Titel den Frauen zu widmen oder dem Busfahrer einen Song, den man irgendwie nicht mit ihm in Zusammenhang bringen kann (oder hab ich den Witz nicht verstanden?) ist einfach nicht ansprechend.

Nach einem sehr fixen Umbau, der nach ca. 10 oder 15 Minuten erledigt war, hieß es erst einmal warten. Die Freude über die schnelle Bühnenarbeit verfolg schnell, denn geschlagene weitere 20 Minuten verstrichen, bis noch mal ein letzter Soundcheck am Bass gemacht wurde und dann THE BIRTHDAY MASSACRE endlich loslegen konnten. Rhim begab sich während des Intros hinter sein Schlagzeug, auch die anderen griffen zu den Instrumenten, Chibi stürmte bei den ersten Klängen von „Video Kid“ auf ihre wilde Art die Bühne und… suchte ihr Mikro, das nicht da war, wo sie es vermutet hatte. Sie rannte zurück, schnappte sich das für sie Vorgesehene und kehrte zurück auf die Bühne. Es war auch höchste Zeit, denn „Video Kid“ war so weit, dass sie anfangen musste, zu singen – und das tat sie. Gleich zu Beginn gab es zwei ältere Stücke, nach „Video Kid“ folgte „Lovers End“, was aber für die anwesenden 150 Personen als Einstimmung wohl gerade recht kam – es wurde getanzt und mitgewippt. Chibi war wie immer aufgedreht und hatte sichtbar Spaß daran, dem Publikum die Zunge rauszustrecken, egal ob einzelnen Personen in der ersten Reihe oder allen am Ende eines Titels. Abgesehen davon, dass THE BIRTHDAY MASSACRE musikalisch einfach einiges zu bieten haben, ist die Truppe ja auch – man kann es nicht anders sagen – eine reine Freude für die Augen, und mit ihrem „Guilty Pleasures“-Spiel konnte Chibi sicherlich dem ein oder anderen männlichen Besucher den Kopf verdrehen. An den Zöpfen spielen, einen Schmollmund machen, dann wieder Grimassen schneiden, der Wechsel zwischen süß und frech geht so reibungslos und schnell, dass man nie weiß, was man nun denken soll.
Währenddessen drehte Rainbow einige Runden mit seiner Gitarre über die Bühne, konnte aber der Frontfrau ganz sicher nicht die Show stehlen: Explosiv und ausdauernd tanzte und sprang Chibi über die Bretter und spielte mit dem Publikum.

THE BIRTHDAY MASSACRE präsentierten insgesamt eine ausgewogene Mischung aus Songs vom neuen Album und älteren Stücken. Mitten im Konzert gab es dann einen kleinen Bass-Ausfall, der sich hinzog. Chibi improvisierte erfolgreich, indem sie das Auditorium aufforderte, mit ihr etwas zu singen, was sie auf der Tour gelernt habe. Gespannt warteten alle, und dann trug sie mit sehr niedlichem Akzent „Alle meine Entchen“ vor, bevor sie es zusammen mit allen noch einmal sang und uns dann mitteilte, dass dies „All the German I learnt“ ist. Leider gingen die 70 Minuten Show viel zu schnell rum, und so kam man nach zwei Zugaben noch zeitig nach Hause. Zeitig, aber aufgewühlt.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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