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THE BOSSHOSS – BENEDICTE BRAENDEN

Ort: Osnabrück - Halle Gartlage

Datum: 01.03.2008

„Ausverkauft“ konnte der Veranstalter des BOSSHOSS-Konzertes am letzten Samstag in der Halle Gartlage schon vor Wochen melden und nun für alle, die diese Konzert verpasst haben schon den Zusatztermin am 14. November 2008 verkünden. So war es nicht weiter erstaunlich, dass sich vor den Toren der Halle Gartlage eine lange Schlange wartender Cowgirls und –boys gebildet hatte und die Halle proppenvoll war. Standesgemäss für ein BOSSHOSS-Konzert waren viele Besucher mit Cowboyhüten und Westernhemden bekleidet und hier und da waren bereits vereinzelte YEEHAW-Rufe zu hören. Die Stimmung war schon vor Konzertbeginn bestens und steigerte sich von Bier zu Bier.

Doch bevor die Spree-Cowboys auf die Bühne reiten konnten, startete zunächst die Vorband namens BENEDICTE BRAENDEN durch. Der Vierer aus Oslo begann dann auch standesgemäß mit vorzüglichen Country-Songs und konnte damit das Publikum von Beginn an überzeugen. Großen Anteil an dieser Überzeugungskraft hatte dabei die Sängerin, die optisch wie eine Mischung aus Marilyn Monroe und Gwen Stefani daher kam, eine Blume im Haar und ein rotes Kleid und auch gesanglich durchaus überzeugen konnte. Die Country-Songs wurden dann auch des öfteren mit kleinen Rock ´n´ Roll Einlagen etwas aufgepeppt. Der 30 minütige Auftritt war leider viel zu schnell zuende, aber wer Spaß an der Band hatte, bekommt demnächst die Möglichkeit einen kompletten Gig im Osnabrücker Bastard Club zu besuchen.

Dafür dauerte die Umbaupause, zumindest gefühlt, viel zu lange und das Publikum stand ungeduldig vor der bereits im besten Western-Stil geschmückten Bühne. Rechts und links hingen 2 große Banner mit weißen Blitzen und das Background zeigte das Logo der aktuellen „Stallion Batallion“ CD, mit der man schon seit Monaten erfolgreich durch die Republik tourt. Dazu kamen natürlich noch die obligatorischen Stierschädel, deren Augen im Verlaufe des Konzertes das ein oder andere Mal grell strahlen sollten. Und dann kamen auch nach einem langen S-B-Intro die Herren „Boss Burns“, „Hoss Power“, „Frank Doe“, „Hank Williamson“, „Guss Brooks“, „Ernesto Escobar de Tijuana“ und für den verletzten „Russ T. Rocket“ an der Gitarre Sascha von der Band THE SHELL unter tosendem Applaus auf die Bühne. Gitarrist Russ hatte sich bei einem Sprung von einer 1,60m hohen Box bei einer Show in Bayern die Kniescheibe gebrochen und konnte somit die Tour erst mal nicht mehr fortsetzen. Gleich bei „Omniscient lover“ feierte das Publikum ab der ersten Minuten so richtig ab. Dann wurden Hoss und Boss die Barhocker gereicht und während Hoss eher gemütlich Platz nahm und beim Gitarre spielen lustig kettenrauchend das niedersächsische Rauchverbot ignorierte und seine speckige Jeansweste voll schwitzte (großartig der am Mikroständer angebrachte Bierflaschenhalter und Aschenbecher), zeigte Boss, was man auf einem Barhocker alles für mögliche und eigentlich durch die Schwerkraft unmögliche Verrenkungen vollziehen kann und faszinierte den weiblichen Teil des Publikums zudem mit allen möglichen lasziven Bewegungen und geübten Hüftschwüngen, die mit lautstarkem Gekreische honoriert wurden.

Man tanzte sich von einem Hit zum anderen und das Publikum feierte jeden einzelnen ab, egal ob Coverversion oder Eigenkomposition; es kam einfach alles gut an. Spätestens bei „Hey Joe“ (einem großartigen JIMI HENDRIX Cover), konnte Aushilfsgitarrist Sascha beweisen, dass er ein adäquater Ersatz für Russ war und auch der Rest der Band konnte mit etlichen Soli bei allen Stücken durchweg begeistern. Auch die Interaktion mit dem Publikum lief völlig problemlos, forderte man z.B. bei „I say a little prayer“ (was den Anfang einer längeren Unplugged-Session bildete) die Hände in die Luft zu nehmen, schnellten sofort alle Arme hoch und schwangen im Takt. Doch auch, wenn viele Posen natürlich einstudiert waren, konnte man BOSSHOSS dennoch die Spielfreude und auch nicht selten Spontanität und Improvisationsvermögen anmerken. Das nun folgende „High“, in dem es natürlich definitiv nicht um Drogen ging, wurde dennoch Amy Winehouse gewidmet. Bei dem in Überlänge gespielten „Hey Ya“ knieten und posten alle um Hank, der gleich mehrere Mundharmika Soli spielte. Schlagzeuger Frank bespielte bei seinem Solo dann gleich noch die hingehaltenen Beatbox und Barhocker mit und bekam dafür einen Riesenapplaus des Publikums. Den alten Hit „Hot in herre“ ließ man dann das Publikum gleich mitsingen und peppte ihn am Ende mit einem Schuss RAMONES („Hey ho, let’s go“) und DEAD KENNEDYS („California über alles“) etwas auf. Dann holte man zu „Yee Haw“ die Conny aus dem Publikum auf die Bühne, die sich ihren männlichen Mitstreiter aussuchen durfte und kurzerhand den Lars wählte. Lars bekam ein Schild mit der Aufschrift „Yee“, Conny eines mit „Haw“, beide einen großen Schluck Wodka und schon konnte ca. 10 Minuten lang gesungen werden, natürlich vom Publikum, wann immer Yee oder Haw in die Luft gehalten wurden. Kaum waren die beiden dann von der Bühne geworfen, konnte sich keiner mehr an den Namen von Lars erinnern, aber, da waren sich Boss und Hoss (die beiden „Brother from another mother) einig, das sei auch scheißegal. Um zu beweisen, dass man die Stimmung noch ein bisschen weiter anheizen konnte, spielten BOSSHOSS dann ihre aktuelle Singe „Ca plane pour moi“ und endeten darauf nach kurzweiligen 2 Std. ihr Set mit „Shake and shout“ bei dem das komplette Publikum in die Hocke gehen und wieder aufspringen musste.

Doch so leicht wollte man die Cowboys noch nicht gehen lassen und nach minutenlangem Applaus und lauten Zugaberufen kam zunächst Hoss wieder auf die Bühne, begann allein „Mary/ Goodbye Mary“, bevor dann der Rest der Band hinzukam und einstimmte. Beim folgenden BEASTIE BOYS Überhit „Sabotage“ durfte dann noch einmal ausgiebig gesprungen und getanzt werden, bevor die Band erneut die Bühne verließ.

Einmal ließen sie sich noch zurückbitten um dann nach guten 2.5 Stunden mit dem ruhigen „Early morning rain“ ein grandioses Konzert zu beenden.

Setlist THE BOSSHOSS
Stallion Battalion
Omniscient lover
I’m on a high
Monkey Business
Hey Joe
Rodeo Queen
Polk salad Annie
I say a little prayer
High
Rodeo radio
Jumping around
Hey Ya
Hot in herre
Yee Haw
Ca plane pour moi? (Sams plams)
Shake and shout

Mary/ Goodbye Mary
Sabotage

Early Morning Rain

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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