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THE COMPUTERS – SIXXXTEN

Ort: Hamburg – Molotow

Datum: 18.01.2012

THE COMPUTERS machen anders, als ihr Bandname es vermuten lassen könnte, keineswegs elektronische Musik. Vielmehr sind die Jungs aus Exeter/ Great Britain irgendwo zwischen Rock’N’Roll,, Blues, Hardcore und Punk zuhause. Hierzulande konnten sie ihre Fanbase im letzten Jahr als Support der SUBWAYS vergrößern und auch beim AREA4 wusste die Truppe bereits zur sonntäglichen Mittagsstunde die Leute zu begeistern. Kein Wunder also, dass die Molotow Bar an diesem nasskalten Mittwochabend aus allen Nähten platzte. Zweifelsohne hätten THE COMPUTERS auch den unteren Bereich der traditionsreichen Kiez-Location gefüllt, aber da standen THE BLACK ATLANTIC bereits auf der Bühne, so dass sich der englische Fünfer im Parterre austobte.

Zunächst einmal war jedoch Lokalkolorit angesagt, denn als Anheizer waren SIXXXTEN verpflichtet worden, die Ende letzten Jahres ihre zweite Platte „Automat Supérieur“ in die Läden gebracht haben. Da die Miniatur-Bühne bereits mit den Instrumenten übervoll war, nahm Sänger Hanno um 21.00 Uhr gleich einmal im Publikum Aufstellung, während ein Intro die Anwesenden davon in Kenntnis setzte, dass der Gig beginnen sollte. Mit dem Song „Wodka Hynotika“ legte das Quartett sogleich einen knackigen Start hin und auch das folgende „Bilder von Bergen“ tackerte sich mit seinen Stakkatosounds ratzfatz ins Hirn. Rhythmusbetont und mit ein wenig Elektronik konnte „Commodore Jihad“ uneingeschränkt gefallen, bevor es mit „Der goldene Reiter“ druckvoll weiterging. Der Oldie „Come On (Let The Good Times Roll)“ bildete die Grundlage für die SIXXXTEN-Nummer „Good Times“ die erneut amtlich rockte und in einem Highspeed-Finale mündete. Vielleicht hätte Hanno im Anschluss nicht sagen sollen, dass er sonst an dieser Stelle die anwesenden zwölf Besucher immer bittet, näher nach vorn zu kommen. Erstens war es halt einfach zu voll und zweitens gab er damit einem betrunkenen Zuschauer die Gelegenheit, sich in den Mittelpunkt zu rücken. Anfangs fand die Band (die sich übrigens nach einem schwedischen Jungennamen und nicht nach der englischen Zahl benannt hat) das auch noch ganz unterhaltsam, im Laufe des Konzertes nervte der Typ allerdings immer mehr und wurde zum Schluss auch zurecht vor die Tür gesetzt. Zuvor wurde jedoch zu „Speed Freak“ ordentlich gegniedelt und mit „Für immer King“ (Arbeitstitel) Gas gegeben. Auch ein Hinweis auf das Merch-Angebot, das der halb hinterm DJ-Pult beengt stehende Basser Stefan verwaltete, durfte nicht fehlen. Gleiches galt für die Erklärung zum Track „In Love With A Kop“, der zum Thema hatte, wie Gitarrist Nils einst von seinen Eltern beim Kiffen erwischt wurde. Das beschwingte „Blut rein/ Blut raus“ wurde mit viel Applaus bedacht, ehe das ROCK-STEADY-CREW-Cover nach 45 Minuten als grundsolider Punk-Abschluss fungierte.

Setlist SIXXXTEN
Wodka Hypnotika
Bilder von Bergen
Commodore Jihad
Der goldene Roboter
Good Times
Speed Freak
Für immer King
In Love With A Kop
Blut rein/ Blut raus
Infoskit (ROCK-STEADY-CREW-Cover)

Nun hieß es zunächst, irgendwie den Change-Over hinzubekommen und insbesondere Drummer Aiden schien es kaum noch abwarten zu können, endlich hinter seiner Schießbude in Aktion zu treten. Mit blitzenden Augen trommelte er versuchsweise schon einmal auf die Instrumentenkoffer ein, um dann endlich seinen Arbeitsplatz bestücken zu können. Fehlten nur noch die obligatorischen weißen Klamotten und der Spaß konnte um 22.15 Uhr beginnen. Hierzu musste sich die vierköpfige Kapelle, die live durch einen Mann an den Tasten verstärkt wurde, zunächst einen Weg durch das Auditorium bahnen; jedoch sollte es gar nicht lange dauern, bis Sänger und Gitarrist Alex genau hier wieder verschwand. Die Mikroständer der Langaxt-Fraktion Alex/ Sunny/ Nic waren eh schon vor der eigentlichen Stage aufgebaut und wer THE COMPUTERS kennt, weiß, dass es insbesondere den Fronter nicht lange an seinem Platz hält. Schon beim Opener „Where do I Fit In?“ vom letztjährigen Debüt „This Is The Computers“ nahm der kleine Schreihals ein Bad in der Menge, um wenig später bei „Lovers Lovers Lovers“ auf der Bassdrum rumzuturnen. Im Anschlag immer den Mikroständer und seine Gitarre, sodass sich die Frage einfach aufdrängt, wie oft er wohl schon irgendwo runtergefallen ist. Gesanglich stand allgemeines Gebrüll und Gekreische auf dem Programm, instrumental untermauert von ungemein treibenden Sounds, die direkt ins Blut und in die Beine gingen. „Group Identity“ ließ sich dann auch bereits bestens mitgrölen und mit „Teenage Tourette’s Camp“ gab’s dann eh kein Halten mehr. Alex war inzwischen schon aufs DJ-Pult geklettert – mangelnde Kopffreiheit störte den Briten offensichtlich überhaupt nicht, ebenso wenig, dass THE COMPUTERS nur die kleine Bar und keinen Backstage-Raum zur Verfügung hatten. Vermutlich lag er sogar mit seiner Vermutung richtig, dass in der Bar und nicht unten im Keller bei THE BLACK ATLANTIC so richtig die Post abging. „Blood Is Thicker“ rockte auf jeden Fall wie nichts Gutes und mein persönlicher Favorit „Rhythm Revue“ ließ sowieso keine Wünschen offen und wurde entsprechend mit jeder Menge Beifall bedacht. Beim THE-TRASHMEN-Cover „Surfin’ Bird“ brodelte es entsprechend auch in der Hütte und langsam fanden die Leute irgendwie auch noch Platz zum Tanzen, während Alex zu „I’ve Got What It Takes“ sich noch mal quer durch das Publikum pflügte und auf einen Tisch sprang, um selbst für die Zugaberufe zu sorgen. Sinnvollerweise waren die Herrschaften gar nicht erst auf die Idee gekommen, ihre Arbeitsplätze zu verlassen, die „We want more“-Rufe kamen auch so (wenngleich vielleicht der eine oder andere erstaunt war, dass nach einer guten halben Stunde schon Schluss sein sollte, aber bei den COMPUTERS ist halt kein Song viel länger als drei Minuten und auch der Erstling gerade mal 25 Minuten lang). Als Dank gab’s neben „Music Is Dead“ insbesondere für die Damen den neuen Song „Disco Sucks“ auf die Mütze, bei dem Bassist Nic auch noch zu kraxeln begann. Zunächst stand er doch sehr wackelig auf einem Verstärker und veränderte seine Position dann doch sicherheitshalber mehr Richtung DJ-Pult, während Kollege Alex sich beim abschließenden „Please Drink Resonsibly“ nach draußen verabschiedete und mit seinem Instrument und dem unvermeidlichen Mikroständer vorm Fenster der Bar stand und den letzten Song performte.

Nach nicht ganz 45 Minuten zogen THE COMPUTERS dann auch schon den Stecker und hinterließen eine begeisterte Meute, die zweifelsohne gern noch mehr gehört hätte – und wenn’s einfach noch mal die komplette Setlist gewesen wäre. Eine ganz große Show, von der ich leider keine Fotos liefern kann, weil erstens permanent das Objektiv beschlug und zweitens einfach kein Platz war.

Setlist THE COMPUTERS
Where Do I Fit In?
Lovers Lovers Lovers
Track 4
Group Identity
Teenage Tourette’s Camp
Blood Is Thicker
Rhythm Revue
Surfin’ Bird (THE-TRASHMEN-Cover)
I’ve Got What It Takes
Disco Sucks
Music Is Dead
Please Drink Responsibly

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