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THE CRÜXSHADOWS – AKANOID

Ort: Rietberg - Landesgartenschau

Datum: 11.07.2008

Ein Freitag in Ostwestfalen: Den Tag über machte das Wetter keinen besonders guten Eindruck und es fanden immer wieder unwetterartige Schauer den Weg Richtung Erde. Das ließ natürlich in mir die Sorge aufkommen, dass der am Abend anstehende Auftritt der CRÜXSHADOWS ins Wasser fallen könnte. Tat er dann aber nicht, da es gegen Abend noch richtig schön wurde und sich sogar die Sonne blicken ließ. Also machten wir uns ein weiteres Mal auf den Weg zur Landesgartenschau im beschaulichen Rietberg, ein vielleicht etwas ungewöhnlicher Auftrittsort für eine Gothic Band aus Amerika. Aber mir kam zu Ohren, dass es ein persönlicher Herzenswunsch des Direktors der Volksbank gewesen sei, THE CRÜXSHADOWS dort mit dabei zu haben.

Um kurz vor acht hatten wir uns dann vor der Bühne eingefunden in der festen Überzeugung, dass es dann jetzt auch bald losgehen würde. War doch nirgendwo etwas von einer Vorband zu lesen gewesen. Doch die drei Herren plus Dame, die nun die Bühne enterten, sahen irgendwie nicht nach Rogue und Co. aus. Die verdutzten Gesichter des restlichen Publikums verrieten uns immerhin, dass wir nicht die einzigen Unwissenden waren und alsbald klärte uns Sänger Hilton Theissen dann darüber auf, dass man AKANOID und zur Zeit mit den CRÜXSHADOWS auf Tour sei. Gut, damit ließ sich was anfangen und das Zuschauen machte wesentlich mehr Spaß nachdem man wusste, mit wem man es zu tun hatte. Soundtechnisch bewegt man sich in den Bereichen des Gitarrenverstärkten Elektropops mit einer guten Portion 80er Feeling und dazu die emotionale Stimme von Hilton (als Support von DE/VISION war man vor nicht allzu langer Zeit mal im Stereo unterwegs). Im Gepäck hatte man Songs wie „No Matter“ vom 2007 erschienen Longplayer „Cocktail Pop“ und ein NINE INCH NAIL Cover des bekannten „Sin“. Insgesamt auf jeden Fall ein gelungener Auftritt einer sympathischen Band, die man sich sicher noch das ein oder andere Mal zu Gemüte führen kann.

Nun sollte es dann aber mit dem Hauptact des Abends weitergehen. Mein mitgereister Fotograph hatte sich schon in Position gebracht, war doch zu erwarten, dass Rogue nicht wie jeder andere die Bühne betreten würde, sondern sich, wie schon auf dem BLACKFIELD, seinen Weg von hinten durch die Zuschauerreihen bahnen würde. Vorhersehbarkeit ist da alles und wir wurden auch nicht enttäuscht. Und auch der Rest der Band, inzwischen in fast komplett neuer Besetzung, hatte sich on Stage in Position gebracht. Pyromantic (aka Jen Jawidzik) an Keyboard und Synths, die überaus agile Valerie Gentile an der Gitarre sowie David Wood und JoHanna Moresco an der Violine (welche zu zweit die ausgestiegene Rachel McDonnell ersetzen). Des Weiteren die beiden Tänzerinnen Jessica Lackey und Sarah Kilgore, die mit ihren platinblonden Dreads und in ziemlich knappen Outfits für die Show zuständig waren. Rogue gab sich wie gewohnt publikumsnah und kletterte bei „Sophia“ mal eben von der Bühne, um sich unter die Zuschauer zu mischen und die eine oder andere Hand zu schütteln. Und auch ansonsten scheint der Herr recht hyperaktiv zu sein, tigerte er doch die ganze Zeit über von einer Seite der Bühne zur anderen und kletterte auf alles drauf, was sich auch nur irgendwie im entferntesten dazu eignete. Bei „Dragonfly“ konnte man im Hintergrund die beiden Tänzerinnen dabei beobachten, wie sie zuerst transparente Fahnen schwangen und dann bei „Solus“ zu schwarzen Gymnastikbändern übergingen. Vielleicht sollten sie mal ein Fitnessvideo für den körperbewussten Goten drehen. Mit „Deception“ spielte man dann auch das erste Lied, zu dem auch ich schon des Öfteren in diversen Dunkeldiskos der Umgebung getanzt hatte. Danach war es dann auch wieder Zeit für eine kleine Kletterpartie und so erstürmte Rogue mal eben die auf beiden Seiten der Bühne stehenden Boxentürme, um es sich dann dort gemütlich zu machen und in aller Ruhe „Eye of the storm“ zu intonieren. Während der einzelnen Lieder durften alle Mitglieder der Truppe mal aus dem Hintergrund treten, sich zu ihm vorne an den Bühnenrand gesellen und sich der ca. 500 Mann starken Zuhörerschaft präsentieren. Dann wurde offiziell die Band vorgestellt und Rogue plauderte ein wenig in erstaunlich gutem Deutsch mit den Fans, bevor es mit „Winterborn“ weiterging. Als Abschluss gab es dann noch „Birthday“, ein Lied, das mir gut gefiel, auf die Ohren, bevor man zunächst die Bühne verließ. Doch augenblicklich wurden Zugaberufe laut, denn der Überhit „Marilyn, my bitterness“ fehlte ja nun noch und dieser wurde auch prompt geliefert, nur um danach abermals die Bühne zu verlassen. Aber damit wollten sich die Fans natürlich nicht zufrieden geben und so erschien man erneut, um „Monsters“ zu performen. Bei der dritten Zugabe befanden wir uns dann aber schon auf dem Rückweg über das Gelände der Landesgartenschau, denn inzwischen war es schon reichlich spät geworden und das warme Bett rief nach uns.

Auch wenn die Show nicht wirklich neu war, hat der Auftritt der Amerikaner viel Spaß gemacht und auch das Publikum hielt sich beim Applaus und beim Tanzen nicht zurück. Von daher kann man den Abend wohl als gelungen bezeichnen und alle konnten sich zufrieden auf den Heimweg machen.

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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