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THE CRÜXSHADOWS – EGO LIKENESS

Ort: Berlin - K17

Datum: 17.11.2006

THE CRÜXSHADOWS im K17. Keine Frage: Das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mit im Gepäck hatten die Amerikaner EGO LIKENESS (ebenfalls aus den USA), welche den gleichen Musikstil wie der Hauptact pflegen und, meiner Meinung nach, sehr ähnlich klingen. Unter den 300 – 400 Fans waren auch einige Amerikaner anwesend, die sich im Frontbereich aufgebaut hatten und ihre Idole auf keinen Fall verpassen wollten. Der Support startete Punkt 21 Uhr und mit der Sängerin und dem Gitarristen waren 2 Augenweiden auf der Bühne. Nicht nur, dass Steve mit seinen langen Dreadlocks beeindruckte, er hatte sich zusätzlich auch noch bunte Knicklichter in die Frisur gestopft – sehr witzig. Donna beeindruckte mit einer hautengen schwarzen Corsage und einem schönen dunkelroten Rock. Keyboarder Justin blickte teilweise sehr arrogant in die Menge, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Der Sound der Band war sehr klar und kraftvoll und die Lichtshow ebenfalls beeindruckend. Die Band hatte das Publikum sehr gut im Griff und Steve bewies immer mal wieder, dass er einhändig Gitarre spielen konnte. Donna bezauberte mit ihrer powervollen Stimme und sehr vielen Tattoos. Während der Gitarrist über die Bühne stampfte und tanzte und sprang, konnten natürlich auch die Zuschauer nicht stillstehen und man bewegte sich dementsprechend zu den Klängen der Musik. Bei „About the soil“ sollte eigentlich Steve singen, allerdings funktionierte sein Mikro nicht. Nach einigen Sekunden und Schulterzucken seitens der Band ging es dann aber doch voran und der Rastaman sang mit warmer Stimme den sehr langsamen und tiefgehenden Song. Donna unterstützte ihn dann beim Chorus und zusammen ergab das eine wirklich gute Mischung. Während „You better leave the Stars alone“ warf Steve seine Knicklichter in die Menge, allerdings wusste die wohl nicht, was sie machen sollte und niemand wollte sie auffangen. Nach dem Konzert sah man dann trotzdem ein paar Leutchen mit den Stäben im Haar. Allerdings stand es ihnen natürlich nicht halb so gut wie dem „Erfinder“. Neben den beiden schon genannten Titel präsentierte die Formation auch noch „16 Miles“, „Burn Witch Burn“, „Second skin“ und „Aviary“. Mit letzterem beendeten sie ihre 45minütige Show und ernteten dafür auch viel Applaus.

Nach einer halbstündigen Umbaupause war es dann endlich soweit für den Headliner: THE CRÜXSHADOWS. Sie wurden von ihren Fans schon sehnsüchtig erwartet und als die Band (noch ohne Fronter Rogue) die Stage enterte, wurde sie mit viel Beifall und Gejubel begrüßt. Der Sänger bahnte sich, wie schon so oft, den Weg durch das Publikum auf die Bühne und beeindruckte schon auf seinem Weg zu selbiger die Zuschauer mit seiner warmen und kraftvollen Stimme. Die beiden Tänzerinnen Sarah Poulos und Jessica Lackey waren beide in schwarz gekleidet und lieferten eine heiße Show ab, wenn sie auch größtenteils nicht synchron war. Das war ein kleiner Minuspunkt, aber dennoch sehr sehenswert. Violinistin Rachel McDonell trug einen Minirock, der eher einem Gürtel glich, aber natürlich störte das auch niemanden, sondern es war nur ein weiterer Blickfang, und dass sie ihr Handwerk beherrscht, stellte sie sehr erfolgreich unter Beweis. Der Fronter war komplett in schwarz gekleidet und an seiner Jacke waren Lämpchen befestigt. Das erwies sich später als sehr praktisch, denn so konnte man sehr gut feststellen, wo er sich gerade befand. Während die Band AUF der Bühne ihr Bestes gab und überzeugte, bestieg Rogue alles, was stabil zu sein schien (unter anderem einen der Pfeiler, der direkt neben mir war. Der Anblick ließ mich dann vorsichtshalber eine Stufe hoch rutschen, da es bei einem Unfall heute wahrscheinlich keinen Bericht gegeben hätte…). Außerdem wagte er sich immer wieder in die Zuschauermenge, tanzte mit den Gästen und ließ sich da von einem Besucher auf die Schultern nehmen, um von da aus zu agieren. Wenn er doch einmal auf der Bühne war, stampfte und tanzte er über selbige und flirtete immer wieder mit dem weiblichen Publikum und schüttelte Hände. „Sophia“ sagte er mit den deutschen Worten an, dass der Song in den USA sehr erfolgreich sei und sogar BEYONCE auf Platz 2 der Billboard Dance Single Charts verdrängt habe. Man merkte, dass er sehr stolz darauf ist. Während eines Stücks, bei dem sich Rogue natürlich wieder inmitten der Gäste befand, stieg ein Tänzer (ich gehe davon aus, dass dieser NICHT zur Band gehörte) auf die Bühne und tanzte eben dort. Die Band schien das allerdings mehr zu genießen als zu verwundern. Bei „Wake the white Queen“ hielten sich Rogue und die beiden Tänzerinnen Masken vors Gesicht, was der Stimmung etwas Geheimnisvolles gab. Die Show enthielt auch einige alte Songs und der Sänger gab diesen mit seinen Gesten noch mehr tiefe und Hingabe. Natürlich durfte auch eine Lesbenshow nicht fehlen, jene war sogar synchron und sehr perfekt inszeniert. Neben schon genannten Liedern wurden auch noch „Pygmalian’s Dream“ (als Intro), „Forever Last“, „Solus“, „Windbringer“ und „Birthday“ präsentiert. Mit letzterem endete vorerst die grandiose Show und die Band verließ die Bühne.

Ich muss wahrscheinlich nicht betonen, dass sie sofort wieder zurückgefordert wurden und dieses natürlich auch taten. Mit ihnen waren nun auch wieder EGO LIKENESS on Stage und sie performten zusammen „Cassandra“, das hatte natürlich auch einen guten Grund: EL hatten für diesen Song den Remix gemacht. Rogue befand sich wieder im Publikum, was man verstehen konnte, denn auf der Bühne war es mittlerweile sehr eng. Als zweite Zugabe war dann „Marilyn, my bitterness“ an der Reihe und jener wurde vom Auditorium begeistert aufgenommen. Man merkte, dass der Song sehr sehr gut ankommt. Rogue bedankte sich auf seine Art und Weise dafür und forderte einige Zuschauer auf, mit auf die Bühne zu kommen. Wer nicht wollte, wurde hochgezogen, aber der größte Teil tat es freiwillig. Und so waren schließlich ungefähr 20 Fans auf statt vor der Bühne versammelt und tanzten ausgelassen. Am Ende umarmte der Fronter dann noch jeden einzelnen und das beeindruckte schon. Es ist sehr faszinierend zu sehen, dass die Band so eine Fannähe sucht. Was folgte, war wieder eine kurze Pause, nach jener kehrten TC mit „Return“ ohne Tänzerinnen zurück (nun hatte auch endlich George Bikos mehr Platz, um sich auszutoben). Schließlich erklomm Rogue dann das Podest, worauf sich Pyromantic samt ihrem Keyboard befand und forderte die Menge auf zu klatschen. Natürlich wurde sein Wunsch sofort erfüllt und die Stimmung war einfach grandios. Als letzter Track an diesem Abend war nun „Go away“ an der Reihe und der Frontmann setzte sich dafür an den Bühnenrand und sang die sehr melodische Ballade. Allerdings zog es ihn nach kurzer Zeit wieder mitten in die Fanmenge und er performte von da aus den Rest. Kurz nach 24 Uhr war dann die Zeit des endgültigen Abschieds gekommen und die Band hinterließ ein sehr glückliches und ausgelassenes Publikum.

Setlist EGO LIKENESS
Severine
16 Miles
Burn Witch Burn
Above the soil
You better leave the Stars alone
Second skin
Weave
Save your serpent
Water to the dead
Aviary

Setlist THE CRÜXSHADOWS (ohne Gewähr)
Pygmalian’s Dream (Intro)
Sophia
Foreverlast
Wake The White Queen
Deception
Solus
Ariadne
Memorare
Tears
Windbringer
Elissa
Winterborn
Birthday

Cassandra
Marilyn, My Bitterness

Return
Go Away

Copyright Fotos: Grit Rümmler

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