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THE CRÜXSHADOWS – LOST AREA

Ort: Halle - Rockstation

Datum: 16.07.2005

Als wir gegen 17 Uhr in der ROCKSTATION ankamen, konnten wir uns endlich vorstellen, was wir über diese Location in irgendeinem Forum gelesen hatten, nämlich, dass die Veranstaltung open air sei, man sich aber keine Gedanken wegen Regen machen müsste, da es teilweise eine Überdachung gäbe. Das Ganze sah dann so aus, dass sich über mehrere Holzbalken eine Art altes Scheunendach erstreckte. Das gab der Location einen durchaus coolen Charakter, wobei der etwas marode Eindruck sein Übriges tat. Aber abgesehen von der genialen Optik hatte es bei diesen sommerlichen Temperaturen auch einen wirklich praktischen Aspekt, denn der Abend verlief dadurch sehr erfrischend.

Wir zogen uns dann zunächst einmal mit LOST AREA zurück, um ein wirklich gemütliches und entspanntes Interview mit der vielversprechenden jungen Band zu führen. Das Ergebnis ist natürlich hier bei uns zu finden. In der Zwischenzeit hatten sich die CRÜXSHADOWS schon zum Soundcheck eingefunden und testeten die ROCKSTATION auf Herz und Nieren. LOST AREA warteten währenddessen ungeduldig, um schließlich auch noch zum Zuge zu kommen. Offizieller Einlass sollte gegen 20:00 Uhr sein, da aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht so viele Leute vor den Toren warteten, verzögerte sich das Öffnen der Pforten um ca. eine halbe Stunde. Dann strömten aber nach und nach immer mehr ein, so dass sich die doch recht weitläufige ROCKSTATION gut füllte.

Um 21:00 Uhr betrat schließlich LOST AREA die Bühne und stellte sich dem kritischen Publikum, welches sich lieber noch in sicherer Entfernung positionierte. Die vierköpfige schweiz-deutsche Formation überzeugte die Meisten jedoch schon mit dem ersten Song „Lost Area“, sich dem Geschehen zu nähern und entlockte ihnen auch recht schnell akzeptable Beifallsbekundungen. Musikalisch bietet LOST AREA die volle Bandbreite elektronischer Klänge. Dabei kann es durchaus treibend und energiegeladen zugehen wie bei „Painbringer“, während andere Stücke wie „Deconstruction“ eher harmonisch und ruhig daherkommen. Durch die herausragenden Stimmen von Jan Moser und Daniela Dietz kann sich LOST AREA jedoch klar von anderen Elektroprojekten abgrenzen. Während es Daniela mit ihrem ausdruckstarken gefühlvollem Gesang schafft, Gänsehautstimmung zu verursachen, beschwört Jan mit seiner dunklen starken Stimme eine angemessen düstere Atmosphäre herauf. Auch die Texte sollte man nicht außer acht lassen, so gab es bei „Life and Order“ extra eine Ansage von Jan M., die darauf aufmerksam machte, dass Dinge, die während des 2. Weltkriegs geschehen sind, sich heute teilweise unter Bush und Blair wiederholen und man dem Ganzen doch kritisch gegenüber bleiben sollte. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie sich LOST AREA weiterentwickeln wird. Die Menge lockerte im Laufe des etwa 45 minütigen Sets merklich auf und bedachte die Band abschließend mit einem ordentlichem Applaus.

Gegen 22:15 Uhr begann dann der Gig der CRÜXSHADOWS in bereits gewohnter Manier. Während sich auf der Bühne schon die komplette Crew tummelte, bewegte sich Rogue von hinten durch die Massen auf die Bühne zu. Ausdruckstark gab er währenddessen Edgar A. Poe´s „Annabell Lee“ zum Besten. Dass er auch Singen kann stellte er dann sofort mit „Forever“ unter Beweis. Seine starke klare Stimme versagte ihm den Dienst auch nicht, während er auf der Bühne hin- und hersprang und wie ein Derwisch von einem Ende zum anderem fegte. Natürlich durfte auch ein waghalsiger Ausflug in die Höhe nicht fehlen und so kletterte er flink einen der Stützbalken hinauf und verfehlte auch dabei keinen Ton. Songs wie „Deception“, „Tears“ und „Winterborn“ wurden von der Menge ausnahmslos gefeiert und Rogue fand sich immer wieder in der begeisterten Menge wieder. Bei „Eurydice“ mobilisierte er dann alle und so war im Chor entsprechend dem Refrain „Don´t follow me“ zu hören. Obwohl Rogue bei Liveauftritten deutlich im Vordergrund steht, darf man auch den Rest der CRÜXSHADOWS nicht vergessen, diesen stellte er dem Publikum dann auch in erstaunlich guten Deutsch vor. Zum einem wäre da natürlich Rachel, die ihrer Violine die harmonischen und gefühlvollen Töne entlockt, die der Musik den unverwechselbaren Klang geben. Dazu spielt George die rockige Gitarre und Trevor zaubert mit dem Keyboard die nötigen elektronischen Klänge. Optisch unterstützen Sarah und Jessica mit ihrer Performance die Show und runden das Ganze mit ihren Tanzeinlagen ab. Nach 1.5 Stunden beendeten die CRÜXSHADOWS schließlich ihr Set mit „Marilyn“, und Rogue ließ es sich nicht nehmen, noch den ein oder anderen auf die Bühne zu holen, um so gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen.

Copyright Fotos: tiri

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