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THE GASLIGHT ANTHEM – CHUCK RAGAN – SHARKS

Ort: Hamburg - Große Freiheit 36

Datum: 27.10.2010

Ende Oktober gaben sich THE GASLIGHT ANTHEM in Hamburg in der schon lange ausverkauften Großen Freiheit 36 die Ehre. Begleitet wurden sie auf ihrer „American Slang European Tour 2010“ von den SHARKS sowie von CHUCK RAGAN, früher Frontmann von „Hot Water Music“. Grund genug für uns, die lange Reise in die Hansestadt unter der Woche auf uns zu nehmen! Nach dem Baustellen-Marathon auf der A1 waren wir noch zeitig genug vor Ort, um uns vorab noch eine kleine Stärkung einzuverleiben. Der Ordner wusste dann zwar weder, was ein Fotopass ist, noch wo man einen bekommen könnte, aber auch das Problem ward schnell gelöst und so standen wir gegen 20.30 Uhr vor der Bühne. Und dort scheint es ansonsten recht heftig zur Sache zu gehen – jedenfalls ließen die Gitter, die man über den Theken zum Schutz des Personals herunterlassen konnte, dies erahnen. Heute wurde diese jedoch nicht gebraucht, als um kurz nach 21 Uhr vier junge, dürre Kerle von der Insel die Bühne betraten.

Dabei handelte es sich um die SHARKS. Die Briten rockten auch gleich ohne langatmige Ansagen drauf los! Und ihr Punkrock konnte durchaus begeistern – für den ganz großen Wurf fehlte jedoch noch etwas Eigenständigkeit und vielleicht noch ein wenig Feintuning bei der Stimme. Für eine halbe Stunde als Vorband war’s aber okay. Während der Pause zwischen den zwei Vorbands wurde der Laden dann auch merklich voller! CHUCK RAGAN wurde von einem nicht geringen Anteil des Publikums anscheinend schon sehnlichst erwartet. Nach dem Split von HOT WATER MUSIC im Jahre 2006 entschloss sich der Mann aus Gainesville, Florida, zu einer Solo-Karriere. Und auch nach der Wiedervereinigung 2008 ist er noch immer mit einer Akustik-Gitarre, einer Mundharmonika und seiner folkloristisch angehauchten Musik unterwegs. Aber auch ohne Stromgitarre konnte er das Publikum vollkommen begeistern, wozu seine Wahnsinns-Stimme enorm beitrug. Begleitet wurde er diesmal von seinem „Girlfriend“ Jon Gaunt, wie er den Mann an der Geige vorstellte, nachdem er auch schon mit Brian Fallon von „THE GASLIGHT ANTHEM“ getourt ist. Und da schließt sich dann auch schön der Kreis zum Haupt-Act.

Die Indie-Rocker aus den Staaten, die sich erst vor fünf Jahren formiert hatten, legten dann eine Energieleistung an den Tag, dass einem die Ohren klingelten! Da ging’s richtig zur Sache und dem Publikum wurden kaum Verschnaufpausen gegönnt. Das Quartett aus New Brunswick, New Jersey, brachte den Saal zum Kochen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Luft war zum Schneiden dick… Als Intro bediente man sich beim benachbarten FC St. Pauli: AC/DCs „Hells Bells“. Klar, dass das in Hamburg einerseits für Begeisterung sorgt, bei den Rothosen aber nicht so gut ankommt! Das Hauptaugenmerk des Abends lag zwar deutlich auf der neuen Scheibe, aber auch die alten Alben kamen nicht zu kurz (u.a. gab es „1930“, „We Came To Dance“, „Great Expectations“ und „Film Noir“). Meiner Meinung nach ging live allerdings ein wenig von der Musik flöten. So kamen die tollen Melodien und die Stimme Fallons in Hamburg nicht ganz so gut zur Geltung wie auf CD. Man merkte den Jungs aber den Spaß an, den sie auf der Bühne hatten. Und auch hinter der Bühne schien es während der Tour nicht minder gut gelaunt zu zugehen. So trieb man mit Chuck seine Scherze (er wäre der einzig wahre Alligator-Ringer – nicht dieser australische Typ…), konnte ihn aber nicht dazu bewegen, noch mal auf die Bühne zu kommen. Nichtsdestotrotz hatte sich die Reise in den Norden aber gelohnt und auch das restliche Publikum zeigte deutlich, dass es mit dem Gesehenen und Gehörten äußerst zufrieden war. Und so verließ man nach fast 2 Stunden gepflegtem Rock verschwitzt, aber zufrieden die Lokalität und begab sich Baustellen zählend auf die Heimreise.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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