Konzert Filter

THE GATHERING – TOMTE – SASHA – IAIN MATTHEWS (REEPERBAHNFESTIVAL 2006)

Ort: Rund um die Reeperbahn

Datum: 21.09.2006

Nachdem ich den Tag im Sonnenschein an den Landungsbrücken verbracht hatte, machte ich mich um 18 Uhr auf den Weg zur Reeperbahn. Schon auf dem Weg in der U-Bahn sah man vermehrt Buttons auf Taschen und T-Shirts mit den Namen Hamburger Bands darauf. Die Abholung des Pressetickets für mich und meine Begleitperson war völlig unproblematisch. So wünscht man sich das immer. Ausgestattet mit einem blauen Festivalbändchen machten wir uns auf den Weg zur Open-Air Bühne auf dem Spielbudenplatz, wo TOMTE für lau den Kiez rocken sollten. Mit 20 Minuten Verspätung eröffnete Peter Urban zusammen mit Karsten Jahnke und Christian Gerlach. „Wir wollen ein Festival ohne Schubladen machen, mit allen Musikrichtungen“, so Christian Gerlach. Auf die Frage, was sich Karsten Jahnke denn am ersten Abend ansehen würde, zählte er allerhand auf, wonach er bei all den aufgezählten Gigs jeweils höchstens drei Lieder anhören kann. Ein straffes Programm.

Gegen halb acht kamen TOMTE auf die Bühne. Die „Hamburger Lieblinge“ legten ohne viele Worte gleich los. Mit Hits wie „Was den Himmel erhellt“ oder „Hinter all diesen Fenstern“ begeisterten sie die knapp 10.000 Menschen auf dem Platz mitten auf der Reeperbahn. Leider war das Ganze ziemlich leise, was wohl daran lag, dass die Veranstalter für das Open Air Konzert drastische Lautstärkeauflagen bekommen hatten.

Um 20Uhr sollte dann das Programm in den Clubs losgehen. Vor dem D-Club (ehemals Docks) stand schon die Hip-Hop-Jugend Schlange, um CLUESO zuzusehen. Ich dagegen betrat die Prinzenbar, die direkt an den D-Club angrenzt, um mir IAIN MATTHEWS anzusehen. Der britische Songwriter, der 1970 als Leadsänger der Band MATTHEWS SOUTHERN COMFORT mit „Woodstock“ einen Nummer-Eins-Hit in Großbritannien hatte, betrat ganz alleine mit seiner Gitarre die kleine Bühne in der Prinzenbar. Ein wenig erinnerte er an Paul Simon. Leider hatte er es nicht leicht mit seinem Akustik Programm gegen das Dröhnen der Beats aus dem D-Club. Dennoch fand ich den Auftritt wunderschön.

Gleich danach machten wir uns auf den Weg zum Übel&Gefährlich. Der Club, der in dem Bunker am Millertorstadion liegt etwas abseits der Reeperbahn. Als wir gegen 21 Uhr dort ankamen, hatte gerade erst die erste Band angefangen zu spielen und nicht wie geplant THE GATHERING. Da zeigten sich die ersten Schwächen eines solchen Festivals. Knapp 45 Minuten wurde unsere Geduld strapaziert, bis die Niederländer endlich die Bühne betraten. Dafür legten sie gleich los und präsentierten ihr neues Album „Home“. Sängerin Anneke wirbelte dabei über die Bühne und man merkte ihr den Spaß an dem Auftritt an. Die Gruppe, die schon am Anfang des Jahres in der Markthalle auftreten sollte, was leider aus Krankheitsgründen abgesagt wurde, schaffte es zwar nicht besonders viele Fans anzuziehen, aber dafür hatten die, die da waren, sehr viel Spaß.

Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit machte ich mich nach der Hälfte des Konzerts wieder auf in Richtung Kiez, um mir SASHA anzusehen. SASHA? Ist das nicht der, der irgendwann mal Dick Brave hieß? Ja genau, das ist er. Der Presse wurde vorher nicht verraten, in welchem Gewand er diesmal auftreten wollte und so stapelten sich die Presseleute und Fotografen vor der Bühne. Sasha betrat ebenfalls mit 45 Minuten Verspätung mit seiner Band die Bühne und kündigte ein Akustikprogramm mit Unterstützung durch ein paar seiner Freunde an. Schade, dass es nur erlaubt war, die ersten drei Songs zu fotografieren, so dass ich leider nicht mehr Martha von DIE HAPPY, COSMO KLEIN und Tom (ehemaliger VIVID Sänger) aufs Bild bannen konnte, da Sasha die ersten drei Songs allein präsentierte. Das Programm gestaltete sich dann so, dass jeder seiner Freunde ein bis zwei Songs zum Besten gab und eins zusammen mit Sasha sang. Auch wenn Sasha generell nicht so ganz meinen Musiknerv trifft, so fand ich doch das Konzert in der Konstellation sehr interessant und Entertainerqualitäten hat er ja…

Als vorletztes standen SUGARPLUM FAIRY auf meiner Liste. Die Schweden sollten im Molotow spielen. Einer der kleinsten Clubs auf der Reeperbahn. Schon als ich dort ankam, standen die Leute auf der Treppe, die hinunter in den Keller zur Bühne führte. Keine Chance dort noch hereinzukommen. Schade. Da es mittlerweile kurz vor eins war und KARL BARTOS erst auf 2:00Uhr angesetzt war, entschloss ich mich dazu nach Hause zu fahren. Irgendwann muss schließlich auch die Ambitionierteste Fotografin ins Bett.

Alle mit Drei-Tages-Tickets durften sich allerdings noch auf zwei Tage mit weiteren 180 Bands freuen. Das Reeperbahnfestival hat einen gelungenen Einstand hingelegt und ich bin gespannt, wie es sich in den kommenden Jahren entwickeln und etablieren wird.

Copyright Fotos: Juliane Duda

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu IAIN MATTHEWS auf terrorverlag.com

Mehr zu SASHA auf terrorverlag.com

Mehr zu THE GATHERING auf terrorverlag.com

Mehr zu TOMTE auf terrorverlag.com