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THE HIVES – THE BRONX

Ort: Hamburg - Docks

Datum: 22.11.2012

Traum oder Wirklichkeit in den Docks?

Die Bronx ist dreckig, laut, roh, sperrig und real. Gemeint ist die kalifornische Band THE BRONX, die den Abend von(r) THE HIVES eröffneten. Das Hamburger Publikum fand nur schwer einen Zugang zu dem straighten Punkcore der Band und erst zu dem Song „Too many devils“ pogten eine handvoll Pubertierende. Beim auch musikalisch überzeugenden „Heart Attack“ wurde das Publikum endgültig wach, wie auch der Sänger Matt Caughtran feststellte. Hier befand sich wohl der Casus Knaxus, denn die Zuschauer wollten abtauchen in die „helle“ Entertainmentwelt der HIVES und sich nicht in den dunklen Distrikt begeben. Neben „Heart Attack“ und „Historys“ hinterließ auch „Torches“ vom noch unveröffentlichten Album einen bleibenden Eindruck.

Dank des Einsatzes von Ninja Stagehands ging der Bühnenumbau schnell vonstatten und mit „Come On“ begann dann endlich der Auftritt der Schweden. Nach diesem Opener erfolgte die erste von unzähligen Ansagen von Howlin Pelle Almqvist , dem Sänger der HIVES: „It is not a dream, where you wake up in 5 seconds…it is real…..The Hives are back in hamburg…!!!“

Dear Pelle: YOU ARE WRONG!!! Eure Show ist ein Traum. Die Bühne erinnert an alte Hollywoodproduktionen abgerundet durch fünf schwedische Männer in Frack, Zylinder und Lackschuhen. Man könnte denken, gleich würde Fred Astaire zu dem rotzigen Garagenrock der Nordländer steppen. Spätestens nach dem dritten Song passten die Anzüge perfekt zur Rock`n Roll Attitude. Pelle sprang, jonglierte und warf sein Mirko und bot dem Publikum an diesem Abend Entertainment in Reinkultur. Zu den Songs „Walk Idiot Walk“ und „Wait A Minute“ begab er sich in der Securitygraben und suchte die Nähe zum Publikum. Währenddessen begeisterte oder verwirrte Gitarist Nicholaus Arson mit seiner Zungentechnik das weibliche Publikum. Der Mann ist in der Lage, wirklich in jeder Position sein Instrument zu spielen: kopfüber, kniend oder gar auf dem Boden liegend. Kein Wunder, dass bei soviel Energie der Sound der Gitarre auf einmal wegblieb. Schnell war eine Ninja- Stagehand zur Stelle und weiter ging der rasende Traum u.a. mit dem Glam Punk Titel „Go Right Ahead“.
Die Show: Schnell, rasant und mit Hamburgern, nicht zum Essen, dafür aber von Schweiß durchtränkt und mit freien Oberkörpern. Auch dem Sänger rann der Schweiß in die Augen und die Hemden der Band waren transparent geschwitzt. Mr. Almqvist ließ keine Gelegenheit aus, forderte Applaus ein und zeigte dem Publikum, wer hier das Sagen hatte. So ließ er „Crowd Yeah- Chöre intonieren, und animierte zum Hände winken und Klatschen bis in die letzten Reihen in der ausverkauften Halle.

Devotionalien wurden ins Publikum geworfen: von den Drumsticks des Schlagzeugers Chris Dangerous. über die unzähligen Plektren von Nicholaus bis hin zu den schweißgetränkten Handtüchern der Band. Vereinzelte Crowsurfer tauchten aus den Menschenwellen zu den Punk rockigeren Sachen wie „Die, All Right!“ und „Patrolling Days“ auf. Natürlich durfte auch „Hate To Say I Told You So“ an diesem Abend nicht fehlen. Bei „Tick Tick Boom“, zeigte Pelle erneut, wie gut er das Publikum in der Hand hatte und ließ es auf den Hallenboden vor der Band knien. Kaum einer wagte sich dem Befehl zu widersetzen. Während des Tracks erstarrte die Band und mit diesem Erstarren war nach ca. 90 Minuten der Traum nun doch vorbei. Die Band entließ ihr Publikum in die Realität der Reeperbahn nachts um Halbelf.

Einen Konzertbericht über THE HIVES schreiben zu wollen, ist wie der Versuch einen wilden abgefuckten Traum nachzuerzählen. Es kann nur eine laue Version werden. Man muss die HIVES – Show selbst erleben.

Setlist THE HIVES (ohne Gewähr)
Come On!
Try It Again
Take Back the Toys
1000 Answers
Walk Idiot Walk
Main Offender
My Time is Coming
Won’t Be Long
I Want More
No Pun Intended
Wait a Minute
Hate to Say I Told You So
The Hives – Declare Guerre Nucleaire
Die, All Right!
Patrolling Days

Go Right Ahead
Insane
Tick Tick Boom

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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