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THE SUBWAYS – ONE FINE DAY

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 30.01.2009

Nachdem wir letzte Woche den großartigen Oliver Kalkofe bejubeln durften, sollte es an diesem eisigen Januarabend im Bielefelder Ringlokschuppen etwas lauter und rockiger zugehen. Die durch Hugo Boss-Werbung etwas gehypten Briten THE SUBWAYS hatte es in die ostwestfälische Provinz verschlagen.

Im Gepäck hatten sie die Hamburger ONE FINE DAY, die ihre Tour supporten und pünktlich um 20 Uhr zu viert auf die Bühne stürmten. Zu viert? Hatte ich sie nicht auf dem Serengeti Festival 2007 noch als Quintett erlebt? Jedenfalls starteten Sie gleich Knall auf Fall mit „Eat Your Lies“ und kurz darauf klärte sich auch, wo der fünfte Mann abgeblieben war: der Deutschen Bahn hatten wir es zu verdanken, dass Gitarrist Roman Rossbach seine Bandkollegen Marten Pulmer (Gesang), Hendrik Burkhard (Gitarre), Marco Köhrsen (Bass) und Erik-Marc Essig (Drums) an diesem Abend nicht kräftig unterstützen konnte. Dieser Umstand bot noch einige Seitenhiebe auf die DB und Herrn Mehdorn, da man sich ohne Roman doch etwas „amputiert“ fühlte. Aber die norddeutschen Jungs machten ihre Sache gut, sehr gut sogar. Denn sie verstanden es, den kleineren, aber ausverkauften Saal des Ringlokschuppen zu rocken. Mit einem Mix aus Metal, Punkrock und Emo überzeugten sie die überwiegend sehr, sehr jungen Anwesenden. Meiner Begleitung und mir drängte sich die Frage auf, ob wir den Altersschnitt nur gefühlt oder tatsächlich erheblich hoben. Aber ein Blick in die Runde zeigte, dass die Musikliebhaber jenseits der 25 sich eher im hinteren Teil der Halle aufhielten. Doch auch bis hierhin sprang der Spaß, den man auf und direkt vor der Bühne hatte, über und mit jedem Song, den Marten und Co. spielten, von „Wake Up“ über „Goodby Reality“ bis zu der nur digital erhältlichen Single „Jimmy’s Day“, stieg die Temperatur. Guter Job, ONE FINE DAY!

Setlist ONE FINE DAY (ohne Gewähr)
Eat Your Lies
Wake Up
Goodby Reality
Jimmy’s Day
Miracle
Emily
Showdown
Damn Right

Nach einer doch recht langen Umbaupause von mehr als einer halben Stunde war es dann Zeit für den Hauptact des Abends und nun strömten auch diejenigen, die sich bisher noch draußen an der Bar erfrischt hatten, wieder in den Saal. Als erste kamen die beiden Brüder Billy (Gitarre und Gesang) und Josh (Schlagzeug) Lunn auf die Bühne, ein paar Augenblicke später folgte Bassistin Charlotte Cooper in einem recht knappen, kleinen Schwarzen und man startete – eigentlich recht ungewöhnlich – gleich mit einer der bekannten Singles „Rock ’n’ Roll Queen“. Frenetisch gefeiert von den ca. 700 Anwesenden. Eine Liedzeile wurde gleich als Anerkennung an den Spielort in deutsch gesungen: „Du bist die Sonne, du bist die einzige. Bielefeld du bist Rock and Roll“. Überhaupt brachten Charlotte und Billy ihre Deutschkenntnisse gern und oft an, was sie umso sympathischer machte. Billy war zu Beginn schon mit freiem Oberkörper auf der Bildfläche erschienen und im Verlaufe des Gigs sollte sich das auch als äußerst klug erweisen, denn was Billy dort abzog, war eine echt schweißtreibende Angelegenheit und die zog er tatsächlich das ganze Konzert durch. Aber Charlotte stand ihm in nichts nach: auch sie wirbelte über die Bretter wie ein kleiner Derwisch und ab und an bekam man Angst, sie könne sich den Nacken ausrenken. Das volle Rockstar-Programm! Inklusive rückwärts vom Drumkit springen und Pirouetten mit der Klampfe. Nur Josh bearbeitete die Felle die ganze Zeit über mit einer Sturmhaube, die er sich über den Kopf gezogen hatte. Die drei lebten ihre Musik, den von NIRVANA inspirierten Indie-Rock, der aber live noch einige Punk-Attitüden zu bieten hat und eine ganz Ecke druckvoller rüber kommt.

Gespielt wurde ein guter Querschnitt aus den beiden Alben „Young for eternity“ und „All or nothing“. Letzteres erst 2008 veröffentlicht nach einer Zwangspause wegen Billys Stimmbanderkrankung, von der man am heutigen Abend aber – zum Glück – nichts mehr bemerkte. Rotzfrech und gut gelaunt spielte man in Bielefeld auf, zum Schluss ließ Billy sich noch von der Menge auf Händen tragen. Crowdsurfen per exellence. Einziges Manko: mehr als 80 Minuten hatten die drei aus dem Vereinigten Königreich nicht zu bieten, bei zwei Alben mag das aber auch am mangelnden Songmaterial und nicht an der fehlenden Spiellaune gelegen haben, denn die war zweifelsohne vorhanden. Hiervon kann man sich im Verlaufe der weiteren Tour und auch auf einigen großen Festivals wie Rock am Ring/ Rock im Park überzeugen. Viel Vergnügen dabei!

Setlist THE SUBWAY (ohne Gewähr)
Rock ’n Roll Queen
Young For Eternity
Obsession
All Or Nothing
Kalifornia
Alright
Mary
Always Tomorrow
Shake Shake
I Won’t Let You Down
I Want To Hear What You Have Got to Say
With You
This Is The Club …
Tournabout
Strawberry Blonde
Girls & Boys
Oh Yes

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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