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THE SUBWAYS – TURBOWOLF – PICKERS

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 14.03.2012

Zehn Tage vor meinem Geburtstag bekam ich in diesem Jahr schon ein vorgezogenes Geschenk: THE SUBWAYS machten mal wieder Station im Bielefelder Ringlokschuppen und hatten dieses Mal sogar zwei Vorbands im Gepäck.

Die PICKERS aus Berlin sollten an diesem Abend den Anfang machen, wirkten aber doch etwas gehemmt vor dem großen Backdrop des Hauptacts. Lutz (Gesang, Gitarre), Alexander (Gitarre), Robert (Bass) und Joshua (Schlagzeug) stammen ursprünglich aus dem Saarland und gründeten die Band 2008. Inspiriert von den BEATLES und den ARCTIC MONKEYS ist der Sound zwar gitarrenlastig, aber passte nicht so recht ins Konzept, denn irgendwie wollte der Funke – bis auf die ersten zwei, drei Reihen – nicht so recht überspringen.

Danach war dann mit TURBOWOLF Zeit für etwas mehr Temperament in der kleinen Halle des Ringlokschuppens. TURBOWOLF besteht aus vier Landsmännern der SUBWAYS: Chris Georgiadis (Vocal / Synth), Andy Ghosh (Guitar), Joe Baker (Bass) und Blake Davies (Drums). Wie ein Derwisch tobte Sänger Chris über die Stage begleitet vom Gitarrengewitter seiner Kollegen. Fasziniert von seinen wilden Zuckungen und der wallenden schwarzen Mähne drängte sich mir der Gedanke auf, dass er einem gemeinsamen Genpool Catweazles und Frank Zappas entsprungen sein könnte. Der Stil der Kombo lässt sich schwer in Schubladen packen. Rock´n´Roll mit eine großen Prise Metal, aber auch psychedelischen Anleihen äußerst energetisch dargebracht. Im letzten Jahr erschien die erste Longplay-CD der Briten, die schlicht TURBOWOLF betitelt wurde und von der natürlich auch einige Lieder dargeboten wurden. Allerdings spalteten TURBOWOLF doch ein wenig die Anwesenden. Die einen nahmen noch einen Drink an der Bar oder standen weiter hinten im Raum und schüttelten ungläubig den Kopf. Die anderen – das war die weit größere Anzahl, mich eingeschlossen – wurden mitgerissen von der wilden Performance und der Musik. Für mich DIE Entdeckung des Abends und ich könnte mir vorstellen, dass TURBOWOLF bald vom Support zum Hauptact aufsteigen.

Dann war es endgültig Zeit, dass sich alle knapp 1000 Anwesenden in der Halle einfanden und fieberhaft auf das Erscheinen der drei Hauptakteure warteten. Die Band ist auf großer Deutschlandtour und hat ihr neues Album „Money and Celebrity“ mit dabei, mit dem sie sich fast drei Jahre Zeit ließen. Aber das Warten hat sich gelohnt, genau wie auf den ersten beiden Scheiben „Young For Eternity“ und „All Or Nothing“ lassen es THE SUBWAYS wieder ordentlich krachen. Und dass es live sogar noch mehr kracht als auf Konserve, hatten die Brüder Billy Lunn (Gitarre, Gesang) und Josh Morgan (Schlagzeug) und die dritte im Bunde, Charlotte Cooper (Bass), in den letzten Jahren schon oft unter Beweis gestellt. Mit den ersten Klängen von „Oh Yeah“ war allen klar, dass der Abend schweißtreibend werden würde. Vor der Bühne bildete sich sofort ein Circle-Pit, der sich dann während des Konzerts kaum auflöste und zu dem die Briten auch immer wieder animierten. Nur das von Billy an der Akustik-Gitarre vorgetragene „Lostboy“ bot eine Verschnaufpause. Aber davor war mit „Obsession“, „Alright“, „Mary“ oder „We Don’t Need Money To Have A Good Time“ Partystimmung angesagt und beim großen Hit „Rock´n´Roll Queen“ nahm das Publikum Billy und Charlotte den Gesang ab. Total sympathisch wurden wieder einige Textzeilen in Deutsch gesungen und auch immer wieder mit dem Publikum agiert oder geflirtet. So nahm Billy jemanden aus dem Publikum kurzerhand das Handy ab, schoss ein Foto von sich, Josh und Charlotte und machte damit den Handybesitzer sicher sehr glücklich. Billy und Charlotte fegten während des gesamten Auftrittes über die Bretter, als seien sie aufgezogen – Charlotte hüpfte wie ein Flummi von einer Seite zur anderen, oft sah man nur einen Blondschopf rotieren und Billy wirbelte sich und sein Saiteninstrument ständig um die eigene Achse. Dabei gerieten sie allerdings nie aus der Puste oder verpassten ihren Einsatz am Mikrofon. Auch die neue Single „Kiss Kiss Bang Bang“ wurde gespielt und fast schon zu früh war mit „Tournaround“ das reguläre Set beendet. Natürlich gab es noch die obligatorischen Zugaben, bevor die Bielefelder nach „It´s a party“ euphorisiert und nass geschwitzt wieder in die Nacht entlassen wurden. Hoffentlich müssen wir bis zum nächsten Besuch in OWL nicht wieder so lange warten!

Setlist THE SUBWAYS (ohne Gewähr)
Oh Yeah
Holiday
Obsession
Like I Love You
Alright
All Or Nothing
Mary
No Goodpies
Kalifornia
We Don`t Need Money To Have A Good Time
Rock & Roll Queen
Pop Death
Shake! Shake!
I Want To Hear What You Have Got To Say
Kiss Kiss Bang Bang
At I Am
With You
Tournaround

Lost Boy
Celebrity
It`s A Party

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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