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THE SWEET – GENDER TRAFFIC

Ort: Paderborn - Capitol

Datum: 15.04.2010

Natürlich kann man darüber streiten, ob eine Band mit nur einem verbliebenen Originalmitglied (Shouter Brian Connolly starb bereits 1997) unter ihrem ursprünglichen Namen touren sollte. Andererseits: Welche Rockgruppe schafft schon 40 Jahre in der gleichen Besetzung!? Bei der Glam-Rock-Legende THE SWEET hat Gitarrist Andy Scott neue Musiker um sich gescharrt, um die Hits aus den 70ern zu präsentieren. Und davon gibt es reichlich. In den Jahren von 1971 bis 1975 konnten die Briten sage und schreibe 8 mal die Top-Position der deutschen Single-Charts erreichen.

Eröffnen darf heute mit GENDER TRAFFIC eine junge Truppe aus der Region, die überraschend professionell zu Werke geht. Mehr als 60 absolvierte Gigs und 2 gewonnene Bandwettbewerbe haben offensichtlich ihre Spuren hinterlassen. Da wird nach bester Rockstar Manier geposed, der Platz auf der Bühne genutzt. Noch wichtiger, auch die Qualität des Songmaterials stimmt. Als Einflüsse werden z.B. 3 DOORS DOWN und die FOO FIGHTERS genannt. Dementsprechend gibt es gut abgehenden, kraftvollen Gitarrenrock, der vereinzelt durch melancholische Passagen ergänzt wird. Übrigens bastelt die Band gerade an ihrem Debütalbum.

THE SWEET starten mit „Hellraiser“ in ihr Set und sofort ist Partystimmung angesagt. Andy Scott beginnt seine erste Wortmeldung mit einem schmissigen „Fucking Iceland!“ und berichtet anschließend von den Anreiseschwierigkeiten (genau: Vulkanausbruch auf Island, Sperrung des Luftraums, Startverbote). Sänger Peter Lincoln hat es demzufolge nicht bis Paderborn geschafft. Aber eine Konzertabsage kommt nicht in Frage. Stattdessen übernimmt Keyboarder Steve Grant die Position am Mikro (warum macht der das eigentlich nicht immer?) und man verstärkt sich um einen Gastmusiker aus Hannover. So einfach kann ein Besetzungswechsel sein! Dass Andy Scott nach überstandener Krankheit eher verhalten agieren muss, kompensieren seine spielfreudigen Mitstreiter, denen diese Reise in die Vergangenheit, genau wie dem Publikum, sichtlich Spaß bereitet. Nach einer guten Stunde Spielzeit plus Zugabe ist Schluss, jedoch mit Krachern wie „Wig-Wam Bam“, „Block Buster“, „The Ballroom Blitz“, „Teenage Rampage“, „The Six Teens“, „Fox On The Run“, „Action“, „Love Is Like Oxygen“… gab es reichlich Gelegenheit zum Abfeiern.

Fazit: Rundum gelungener Abend im Paderborner Capitol.

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