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TITO & TARANTULA

Ort: Gütersloh - Weberei

Datum: 18.08.2004

An dem Abend, wo unser „Klinsi“ seine fußballerische Feuertaufe bestehen wollte (und erstaunlicherweise auch konnte, wie wir jetzt wissen) hatten TITO & TARANTULA ganz anderes im Sinn: Gütersloh sanft zu rocken! Selten sind die musikalischen Höhepunkte in meiner Heimatstadt, von daher war es klar, dass ich mir die mexikanische Truppe nicht entgehen lassen konnte. Vielen ist die Band um den charismatischen Tito Larriva seit ihrer Mitwirkung an dem Kultfilm „From Dusk toll Dawn“ bekannt, wo man den Soundtrack veredelte und der Sänger auch gleich einen Schauspielpart übernahm. Doch man musiziert bereits seit 1992 und kann auf eine solide Karriere mit bisher 4 Alben zurückblicken. Ca. 250 Menschen meist mittlerer Altersgruppe füllten die Weberei sehr ordentlich und mussten in diesem Fall auch keine Vorgruppe überstehen, es ging direkt um 21 30 Uhr mit dem Hauptact los.

Live agierte man als Quartett mit Tito (Gesang und Gitarre), Peter Atanasoff (ebenfalls Gitarre), der Bassistin Io Perry und einem Leihdrummer. Und dieser war niemand geringerer als Achim Färber, der diesen Job z.B. auch bei WOLFSHEIM und DE/VISION ausfüllt und damit eine interessante Brücke zum Synthie Pop schlägt. Achim war bereits bei etlichen Gigs mit den Mexikanern zusammen aufgetreten, so dass keine Abstimmungsprobleme zu erwarten waren. Jedoch macht ihm die schwülwarme Hitze augenscheinlich zu schaffen. Nachdem man noch etwas verhalten mit „Strange Face“ und „Torn to Pieces“ in den Set einstieg und die Zuschauer lediglich mit den Köpfen nickten, steigerte sich die Atmosphäre von Song zu Song. Mit „Forever Forgotten“ war ein Stück zu hören, welches ewig nicht live gespielt wurde und mit „Flor de mar“ ein Lied vom Desperados 2-Soundtrack, dort allerdings interpretiert von Enrique Iglesias. Eine wahre Augenweide war die rechts postierte Kanadierin Io, die aber unbestätigten Aussagen zu Folge privat sehr zickig sein soll. Sei’s drum, hier beteiligte sie sich ebenso wie ihr Saitenkollege links am Backgroundgesang. Beteiligt wurde nach geraumer Zeit auch ein glatzköpfiger „Superfan“, den Tito auf die Bühne holte und der ein wenig herumgrölte. Das restliche Auditorium war begeistert, umso mehr, als zum Ende die beiden Klassiker „After Dark“ (man denke an den Hayek-Schlangentanz!) und das treibende „Cockroaches“ gegeben wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits ein leicht süßlicher Geruch die Weberei erfüllt und zuckerkrank wurde davon niemand…

Als die Tarantulen danach das erste Mal die Bühne verließen, wurde natürlich vehement nach „mehr“ gerufen. Man tat uns den Gefallen und bot eine flotte Coverversion des THE CLASH Klassikers „Should I stay or should I go“ feil, zu der gut abgetanzt wurde. Vorher wurde noch kurz der Geburtstag eines Bühnentechnikers gefeiert und dann wieder der Glatzkopf auf die Bühnenbretter gezogen (Zitat Tito: „You are the real star of this evening“), der leider wenig textsicher wirkte. Der Bandleader verwirrte danach die Anwesenden mit der Bemerkung, dass Bielefeld (!) rockt, aber die Ostwestfalen nahmen es mit Humor. Weniger Humor zeigten sie, als die Mittelamerikaner kein zweites Mal auf die Bühne zurückkehren wollten, was schließlich doch geschah. Das SEX PISTOLS Cover „Anarchy“ (von Larriva für einen Soundtrack ins Spanische übersetzt) beendete nach über 90 Minuten einen lebendigen „Mex Rock Abend“, der allen Beteiligten positiv in Erinnerung geblieben sein dürfte. Danach startet draußen ein stilechtes Unwetter…

Setlist
Strange Face
Torn to Pieces
Pistolero
Clumsy
Smiling Karen
Flor de mal
Crack
California Girl
Forever Forgotten
Dead
Goodbye Sadie
Effortless
Hey Hey Hey
This House
After Dark
Angry Cockroaches

Should I stay or should I go
Anarchy

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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