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TODAY IS THE DAY – CHARGER – CLOSER THAN KIN – THE COMPANY

Ort: Bielefeld - Falkendom

Datum: 12.05.2003

Ein denkwürdiger Abend im kleinen Falkendom zu Bielefeld, drei Krachkapellen hatten sich angesagt, eine vierte kam unversehends dazu und kaum einer wollte es sehen. Insgesamt 28 Nasen (handgezählt) hielten sich in den heiligen Hallen auf, inklusive Bedienung und anwesenden Journalisten (me!).

Als erstes betraten um 21 Uhr völlig überraschend THE COMPANY aus Deutschland auf, deren letztes Album ganz ok war. Ihre recht prollige Mischung aus Hardcore und Metal kam sogar ganz gut an, da relativ eingängig. Musikalisch gesehen war dies aber mit Sicherheit die eindimensionalste Kapelle des Abends. Das kann man vom Sänger allerdings nicht behaupten, der sich trotz Schwangerschwaft im neunten Monat das T-Shirt vom Leib riss! Ein unglaublich unästhetischer Anblick und das nicht nur für die 3 Mädels im Publikum!

Dann kamen CLOSER THAN KIN aus USA, deren aktuelle CD („The Machineries of Breath“) wir gerade besprochen haben. Auch hier ein durchaus interessanter optischer Auftritt. Shouter Nicholas J. Principe ist ein wahrer Hüne und überragt alle anderen in der Band um 2 Köpfe! Natürlich dürfen auch die Tattoos nicht fehlen, von denen man aber den ganzen Abend über interessante Exponate zu sehen bekam. Neben dem Sänger sahen die restlichen Bandmitglieder wie kleine Jungs aus, mit zum Teil leichtem Brit-Pop-Einschlag. Anders als auf der CD gab es das volle Brett und nur selten melodischen Gesang. Dabei gab es einzigartiges Bühnenposing zu sehen, mit wildem Gesichtsausdrücken und Posing. Ordentlicher Aggro-Hardcore!

Next on Stage: CHARGER aus England, die gerade ihr Full Length Debüt auf Peaceville hatten (Besprechung ebenfalls unter „Rezensionen“). Infernalischer Gesang trifft auf apokalyptischen Doomcore, aber etwas eingängiger als die Amis vorher und mit zum Teil stonigen Gitarren. Bis auf ein Bandmitglied bekam man aber nix von CHARGER zu sehen bzw. nur deren Rücken! Sie zogen es nämlich vor, vom Publikum abgewandt zu spielen, wohl um das kleine Häufchen Elend nicht erblicken zu müssen. Dafür kam der Sänger (rückwärts!) bis nach hinten in die Zuhörerschaft und integrierte einen Glücklichen (?) mit in den Auftritt.

Und dann gegen 23 Uhr der Hauptact: Steve Austin und seine 2 Mitstreiter von TODAY IS THE DAY. Ich habe ehrlich gesagt vorher noch nie was von ihnen gehört, aber das wird sich ändern. Mit nur drei Mann entfachten die Amis einen infernalischen Höllensturm, denn die allerwenigsten Black Metal Kapellen so intensiv hinkriegen. Dazu schrie sich der nicht mehr ganz so junge Sänger die Seele aus dem Leib. Die Musik ist nicht gerade besonders eingängig, um es mal vorsichtig zu formulieren, aber man kann sich reinhören und vollkommen in diese fremde Welt eintauchen. Alle drei fielen auch mit fantastischen instrumentalen Leistungen auf, vor allem der Drummer!

Ein Abend voller Extreme, der sicher mehr Zuschauer verdient gehabt hat, aber die rennen wohl alle zu Grönemeyer…

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