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TOLLWOOD FESTIVAL (EDGUY – PRIMAL FEAR)

Ort: München - Musik Arena Olympiapark Süd

Datum: 28.06.2006

Manege frei und hereinspaziert, meine Damen und Herren! PRIMAL FEAR und EDGUY laden im Rahmen des Münchner Tollwood Festivals zum Konzert ins Zirkuszelt. Da die Hessen-Combo Bayerns Landeshauptstadt schon seit Jahren meidet wie der Teufel das Weihwasser, darf man auf Show und Atmosphäre mehr als gespannt sein.

Den Startschuss liefern PRIMAL FEAR, ein Opener, der den Geschmack der EDGUY-Anhänger mehr als treffen dürfte. Die deutsch-kanadische Band rund um Ex-GAMMA RAY-Sänger Ralf Scheepers bietet von Anfang an soliden, eingängigen Powermetal mit straighten Gitarren und den obligatorischen hochgepitschten Schreien des in Dickinson-Manier singenden, das Publikum immer wieder durch theatralische Gesten animierenden Frontmanns. Die sichtlich vorhandene Spielfreude wird vom mitgerissenen Auditorium in der sich langsam füllenden Saturn-Arena mit begeisterten Zugabe-Rufen belohnt, so dass die Band nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit mehr als zufrieden sein kann.

Nach der Umbaupause läuten schließlich EDGUY mit dem von der inzwischen gut gefüllten Arena sehnsüchtig erwarteten Intro „Ladies and Gentlemen, welcome to the freakshow!“ die zweite Halbzeit ein und die Hölle bricht los. Sänger Tobi fegt wie ein Killer-Tornado über die Bühne, vollführt die berühmt-berüchtigten akrobatischen Spagatsprünge, wächst gesanglich, insbesondere bei der Ballade „Save Me“ über sich hinaus und beglückt die Fans mit Singspielchen á la „Ohne Holland fahr’n wir zur WM!“, und auch der Rest der Band steht dem Stageacting in nichts nach. Spielfehler sucht man bei EDGUY meist vergeblich und so sieht sich die Metalkapelle, auch dank einer Hammer-Setlist, einer tosenden, hüpfenden, singenden, moshenden Menge gegenüber, so dass Band und Publikum sich gegenseitig aufstacheln und die Zirkusmanege in ein Tropenzelt verwandeln. Die humorigen Poser-Tanzeinlagen des Bass-/ Gitarrentrios und die Ansagen des kleinen Front-Derwisches („Der nächste Song handelt vom F***en. Wisst ihr, was das ist? Macht ihr das gerne? Filmt ihr euch auch dabei, wie der Jens, und verkauft das im Internet? Hier ist „Fucking With Fire!“) tragen noch zusätzlich zur durchweg positiven Stimmung bei, und auch Felix „Alien Drum Bunny“ Bohnkes Drumsolo zum „Star Wars Theme“ wird mit frenetischem Beifall belohnt. EDGUY schaffen es, die Saturn Arena von der ersten bis zur letzten Minute in ein riesiges, ausgelassenes Partyzelt zu verwandeln und so kann man nur hoffen, dass sich Tobias Sammets Versprechen „München, wir sehen uns wieder im Olympiastadion! Dann müsst ihr ein paar Freunde mitbringen und ihnen sagen, wir sind geiler als die ROLLING STONES! Und jünger, als die ROLLING STONES! Und Jens braucht viel weniger Heroin, als die ROLLING STONES!“ in nicht allzu ferner Zukunft auch erfüllt.

Setlist EDGUY
Catch Of The Century
Sacrifice
Babylon
Lavatory Love Machine
Trinidad
Tear Of A Mandrake
Fucking With Fire
Drumsolo
Superheroes
Sacrifice
Mysteria

Vain Glory Opera
Out Of Control
Avantasia

King Of Fools

Copyright Fotos: Alexandra Michels

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