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TOMAHAWK FESTIVAL 2008

Ort: Osnabrück - N8

Datum: 29.03.2008

Kaum zu glauben, dass das letzte Tomahawk mit dem ganzen Heckmeck um TAAKE und der kurzfristigen Absage von URGEHAL mit der darauf folgenden Spontanzusage von DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT schon wieder ein ganzes Jahr zurück liegt. Auch dieses Mal sollte es ein kleines Durcheinander hinsichtlich des erneut stilistisch breit gefächerten Billings geben. So gab es kurzfristige Absagen von ATARGATIS, VARG, SWORN und ALESTORM zu verzeichnen, die leider so schnell auch nicht durch andere Bands ersetzt werden konnten. Die Rede war von einem gebrochenen Finger bei einem der Drummer sowie von beim Flug fehlgeleiteten Instrumenten. Aber seien wir doch einmal ehrlich: Sechs Bands an einem Tag reichen doch eigentlich auch – wenngleich derartige Absagen natürlich ärgerlich sind, sowohl für den Veranstalter, als auch für das Publikum.
So öffneten die Pforten des N8 dann auch verspätet erst gegen 15h. Leider zeichnete sich bereits zu diesem Zeitpunkt ab, dass das Festival 2008 nicht so gut besucht sein würde wie noch ein Jahr zuvor. Wirklich schade, denn mit den verbleibenden Formationen SKYFORGER, LACRIMAS PROFUNDERE, NORTHER, TURISAS, CREMATORY und PRIMORDIAL bot das Team von Burning Stage eine nicht zu verachtende Mischung an interessanten Bands.

SKYFORGER
Los ging es gegen 16h mit SKYFORGER. Hatte mich vorher noch nie so wirklich mit den Letten beschäftigt, so dass ich nun umso positiver überrascht war. Insgesamt zeigte sich die Bagage überaus guter Dinge und sehr ambitioniert. Der Gig bereitete aber nicht nur der Band selbst, sondern auch dem – wenngleich nicht allzu zahlreichen – Publikum sichtlich Freude. SKYFORGER scheinen nahezu gerührt über die mitunter recht euphorischen Publikumsreaktionen und bedankten sich immer wieder artig. Präsentiert wurden während der 40-minütigen Spielzeit Songs wie etwa „Kauja Pie Saules“ („The battle of Saule“) und „In The Tîrelis Swamp“. Musiker Kaspars, so gesehen das Mädchen für alles, bediente während des Auftritts ein Sammelsurium an Flöten sowie eine Zither und den Dudelsack. Insgesamt eine wirklich sympathische Combo, die man gerne mal für einen netten Plausch bei Mutti am Kaffeetisch sitzen hätte.

LACRIMAS PROFUNDERE
Den schwarzen Peter des Tages zogen die Goth Rocker von LACRIMAS PROFUNDERE: Stilistisch klarer Außenseiter, konnte die Band leider nur eine Handvoll Zuhörer, vermehrt weiblichen Geschlechts, vor die Bühne locken. An sich wirklich schade. Man versuchte zwar, die ganze Sache mit Humor zu nehmen, aber LACRIMAS PROFUNDERE dürften es in der Regel doch mit größeren Publikumsmengen zu tun haben, und so litt der Gig dann doch unter dem mangelnden Zuspruch. Zwar bot man eine recht solide Show, aber mehr auch nicht. Besonders Gitarrist Tony schien vollkommen unmotiviert, und auch der trotz aller Wirrungen recht engagierte Bandinitiator Oliver Nikolas konnte dies nicht ausgleichen. So wunderte es nicht, dass man nach 40 Minuten Spielzeit die Bühne nahezu fluchtartig verließ. Vorgetragen wurden mitunter diverse aktuellere Songs, so etwa „Again It’s Over“, „To Love Her On Knees“ und „My Mescaline“.

NORTHER
Die inzwischen auch nicht mehr ganz so blutjungen Jungspunde von NORTHER scheinen sich ja seit Ende letzten Jahres auf Dauertour befunden zu haben. Der Gig auf dem Tomahawk stellte nun das vorerst letzte Gastspiel in deutschen Gefilden dar. Der Sound war leider so mies, dass die Qualität des Auftritts wirklich darunter litt. Ein extrem dominanter Gesang, während besonders die Gitarren in einem mysteriösen Soundkuddelmuddel versanken. Melodienbögen waren über weite Strecken nur zu erahnen, und auch die Keys wurden an die Peripherie gedrängt. NORTHER selbst boten einen wie gewohnt engagierten, wenngleich auch nicht überragenden Auftritt vor einem – an den Gesamtbesucherzahlen gemessen – gut gefüllten vorderen Publikumsraum. Präsentiert wurden einige Songs vom unlängs erschienenen Album „N“, darunter „Down“, „We Rock“ und „Frozen Angel“. Aber auch Klassiker wie „Blackhearted“ und „Unleash Hell“ durften natürlich nicht fehlen.

TURISAS
Die Finnen von TURISAS konnten an diesem Abend einmal mehr unter Beweis stellen, dass es sich bei ihnen um eine hervorragende Live-Band handelt. Fronter Warlord Nygård hatte das Publikum mal wieder gut im Griff, und so dauerte es nicht lange, bis es vor der Bühne heiß her ging. Die Anekdötchen zwischen den Songs könnten zwar kürzer sein, gestalten sich aber in der Regel doch recht unterhaltsam. Nachdem Lisko, der eigentliche Mann am Schifferklavier, immer noch in den Niederlanden oder wo auch immer untergetaucht zu sein scheint, hatten TURISAS einen charmanten weiblichen Ersatz im Gepäck: Netta Skog, die bereits Ende letzen Jahres mit den Herren unterwegs war. Gitarrist Jussi schien den Abend über ein wenig verschreckt und erinnerte mich im Gesamtpaket mit Montur immer wieder an einen schüchternen Waldschrat, der am Rande der Bühne hinten den Boxen verzweifelt Zuflucht suchte. Auf der Setlist befanden sich diverse neue Songs wie „To Holmgard And Beyond“, „A Portage To The Unknown“ und „In The Court Of Jarisleif”. “One More” durfte darüber hinaus genauso wenig fehlen wie “Rasputin” und „The Messenger“. Als kleines Bonbon am Ende gab es dann zusätzlich noch das altbewährte „Metal Battle“ vom gleichnamigen Album. Insgesamt eine Stunde Energie geladene Spielzeit.

CREMATORY
Nachdem die Schwangerschaft von Keyboarderin Katrin Grund für die Absage mehrerer Festivals im Sommer letzten Jahres war, scheint nun soweit wieder alles in Ordnung zu sein im Hause CREMATORY. So bestieg das zurückgekehrte deutsche Gothic Metal Urgestein nunmehr gegen 22h die Bühne des N8. Zu hören gab es neben Klassikern wie dem 1995er „Tears of time“ auch einige Songs vom kürzlich veröffentlichten Album „Pray“, darunter die gleichnamige Single, ebenso wie der Track „When Darkness Falls“. Neben „Höllenbrand“, „Kein Liebeslied“, „Greed“ und „Revolution“ standen des Weiteren „Tick Tack“ und „The Fallen“ auf der Setlist. Als unrühmlicher Rausschmeißer wurde dann nach etwa einer Stunde und zehn Minuten noch das SISTERS-Cover von „Temple of Love“ vorgetragen, was bei einer solchen Originalvorlage grundsätzlich nur schief gehen kann. Insgesamt hat mich der Auftritt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Plätscherte alles so einfach vor sich hin und schien irgendwie ein wenig steril. Gerade auch die oben bereits erwähnte Katrin an den Keys glänzte durch eine absolut unmotivierte und abwesende Art. Durch ihre ungünstige Platzierung ganz hinten am äußersten Rand der Bühne erschien sie noch zusätzlich als Fremdkörper innerhalb der Band.

PRIMORDIAL
Überraschendes hatten auch PRIMORDIAL nicht zu bieten, wenngleich sie ohnehin in einer ganz eigenen Liga spielen, so dass selbst eine wenig außergewöhnliche Show immer noch eindringlicher ist, als die Performances vieler anderer Kapellen. Fronter A. A. Nemtheanga begleitete mit seinem altbewährten Repertoire an Posen Songs wie den Dauerbrenner „The Coffin Ships“ oder das eindrucksvolle Neulingswerk „As Rome Burns” vom aktuellen Album „To The Nameless Dead“. Insgesamt standen die Iren rund eine Stunde und zehn Minuten auf der Bühne, so dass das Tomahawk 2008 gegen viertel vor eins ein erschöpftes Ende fand.

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