Konzert Filter

TRIGGERFINGER – RHONDA

Ort: Berlin – Postbahnhof/ Fritz Club

Datum: 10.11.2014

Die belgische Band TRIGGERFINGER ist auf Tournee und unweit des Berliner Ostbahnhofs machten sie mit ihrer „By Absence Of The Sun Tour“ im Fritz Club Halt. Auf unzählige Bühnenjahre und mittlerweile das vierte Studioalbum kann die Dreiercombo inzwischen zurückblicken. Mit dem Unplugged-Cover „ I Follow Rivers“ 2012 gelang der Band der endgültige Durchbruch und der „Katapult“ in die Charts. Am heutigen Abend katapultierten sie sich auf die Bühne des Fritz Clubs im Postbahnhof.

Der Abend begann mit einer kleinen Zeitreise in die 60er, die im Hier und Jetzt landete. Der Soul/ Punk der Band RHONDA stimmte auf den Headliner gut ein. Äußerst sympathisch und mit ausdrucksstarker Stimme überzeugte die hochschwangere Sängerin Milo das Publikum. Sie trotzte der Kurzatmigkeit mit kleinen Tanzeinlagen und spielte ihre Gitarre seitlich vorbei am Babybauch. Die Band, die sich auch aus einigen Mitgliedern der Bremer Formation TRASHMONKEYS zusammensetzt, überzeugte mit ihrem Retrosound. In den ersten Reihen sah man Auf-der-Stelle-Tänzer und überall im Saal gab es Kopfwippen und man vernahm vereinzelte Yeahrufe.
Man kann die Band nach diesem Auftritt nur ins Herz schließen und ihnen und dem ungeborenem Sohn noch viele Touren von Herzen wünschen.

Setlist RHONDA
Terrible Lie
Take It Back
I Need No Help
Come With Me
Sound Of Soda
Camera
That’s How It Roll
Here We Go Again
I Do

Ein goldfarbener Hintergrund wurde gehisst und alle verfügbaren Stagehands zusammengetrommelt, um die Drums von Mario Goossens, inklusive dem Podest, nach vorne zu stemmen. Licht aus, Spot an und die Anzugträger von TRIGGERFINGER legten mit „Black Panic“ los. Die Lichtshow war straight, ohne große Effekte. Straight auch die Bühnenshow der Belgier. Ohne großen Firlefanz, dafür aber mit Können und Energie bestritten sie den Abend und haben mit Sicherheit den letzten Skeptiker von ihrer musikalischen Qualität überzeugt. Drummer Mario war bereits zum dritten Song des Abends mit Schweiß durchtränkt. So sehr verausgabte er sich an den Drums, an welchen im Laufe des Abends ständig etwas festgeschraubt werden musste. Des öfteren kletterte er auf selbige und wurde zu Recht in den Vordergrund geschoben. Auch an der Gitarre sah man große Gesten von Ruben Block, der mal vom Podest aus einen Sprung vollführte, mal auf dem Boden kniend seinem Instrument Verzerrergeräusche entlockte. Im Laufe des Abends gab es immer wieder Soliparts von Gitarre und Bass. Hierbei stiegt Monsieur Paul, stets cool mit Sonnenbrille, am Bass überzeugend mit ein.

„My Baby’s Got A Gun“ begann mit takt-gebenden Drums sowie drohendem Bass- und Gitarrensound. Durchbrochen wurde diese aufgebaute Spannung durch Yeahrufe aus dem Publikum. Mit Shhh- Zeichen und noch leiser werdenden reduzierten Sound wurde die Intensität ins Unermessliche gesteigert, bis der einsetzende Gesang und die Musik explosionsartig die Spannung lösten und der Song wieder Fahrt aufnahm. Eingetaucht war das ganze Szenario in rotes Bühnenlicht. Erneut gab es Shhh-Zeichen und in die spannungsgeladen Atmosphäre streute Ruben seinen Gesangspart ohne Mikro. Währenddessen entlud Mario seine angestaute Spannung, in dem er an den Becken und den Drums leckte. Bei der folgenden musikalischen Explosion entlud sich auch das Publikum, indem es während des Gitarrensoundklanggewitter headbangte. Spätestens hier wurde deutlich, dass TRIGGERFINGER nicht nur Dank eines gelungenen Covers Erfolg haben, sondern dass es sich bei dieser Band um Vollblutmusiker handelt.

Eine weitere Tanzaufforderung an das sexy Publikum bescherte der Song „All This Dancin Around“ und Ruben fordert zu ausgiebigen Hüftschwüngen auf. Sexappeal lag in der Luft und in dem vorderen Reihen standen die Frauen gedrängt. Der Schweiß durchtränkte die Band und die Tanzwütigen.
Neben Gitarrensoli von Mr. Block auf dem Podest, gab es von Mr. Goossens ein ausschweifendes Drumsoli. Während seines piels beleuchteten Mr. Paul und Ruben das Ganze mit Spots und gaben Einsatzzeichen für die Yeahrufe aus dem Publikum. Erst mit der Do-it- Aufforderung der Berliner holte Mario zum finalen Schlag aus und beendete so den Titel. Zum Glück war „ All This Dancin Around“ nicht das Ende des Abends, sondern es folgte noch „Is It“, zu dem die Fans Ah-Singchören anstimmten. Die Leistungen von TRIGGERFINGER wurden vom Publikum mit Zurufen, Klatschen, Tanzen und gehörigem Applaus gebührend gewürdigt.

TRIGGERFINGER benötigen für ihre Bühnenshow viel Platz, so reichte die Deckenhöhe nicht aus und engte Ruben bei seinen Soliparts auf dem Podest ein. Das CD-Format reicht auch nicht aus, erst live sprengen TRIGGERFINGER jedes Format. Den krönenden Abschluss bildeten die Zugaben, wobei die Band nur kurz „ I Follow Rivers“ anspielte und Ruben dann „Jeanny“ auf Deutsch unter Publikumsjubel zum Besten gab. Mit einer Kurzversion von „ Cherry“ endete der Gig.

Setlist TRIGGERFINGER

Black Panic
And There She Was Lying In Wait
By Absence Of The Sun
There Isn’t Time
On My Knees
Perfect Match
My Baby’s Got A Gun
Camaro
Let It Ride
All This Dancin Around
Is It

I Follow Rivers/ Jeanny
First Taste
Cherry

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu RHONDA auf terrorverlag.com

Mehr zu TRIGGERFINGER auf terrorverlag.com