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TUSKA FESTIVAL 2007 – TAG 1

Ort: Helsinki - Kaisaniemi Park

Datum: 29.06.2007

Donnerstag – Warm Up

Für uns sollte es ein schönes, langes Wochenende in der finnischen Hauptstadt werden – schon am Mittwoch Abend machte ich mich auf den Weg gen Köln, damit ich am Donnerstag auch halbwegs ausgeschlafen den Flieger nach Helsinki nehmen konnte. Pünktlich um 10.20 Uhr hob die Maschine ab und 2.5 Stunden später landeten wir auf dem Flughafen von Helsinki-Vantaa. Von da aus ging es erstmal zu unserem ganz persönlichen “Festival Campground” – der Wohnung einer Freundin. Dort heimisch eingerichtet versorgten wir uns im Supermarkt auf der anderen Straßenseite mit allem mehr oder weniger Lebensnotwendigen, bevor es Richtung Zentrum ging, wo in diesen Tagen das vorübergehende Herz der Stadt pulsierte – das Tuska Festival.

Doch am heutigen Donnerstag war es leider noch nicht so weit, so mussten wir uns für heute mit einer Warm-up Party zufrieden geben – nun ja, bei so einem Festivalauftakt sagt man doch nicht nein. Wir hatten die Wahl zwischen TIMO RAUTIAINEN (dem finnischen “Superstar” Gewinner) und VIIKATE im Club “Tavastia” und einem “rundum Sorglos Paket” mit MUSTAN KUUN LAPSET, DARK FILTH FRATERNITY, CAUSE FOR EFFECT und SWALLOW THE SUN im “Virgin Oil”. Wir entschieden uns für letztere Variante, verpassten aber die ersten beiden Bands (ja, ein bisschen müde macht so ein “Fulltime-Festival-Programm” nach dem Graspop am Wochenende zuvor dann ja doch…) und kamen zu CAUSE FOR EFFECT an. Das Virgin Oil war recht gut gefüllt, dennoch begeisterte mich die Band eher mäßig, so dass ich es vorzog, erstmal einige Freunde zu begrüßen und mir das Geschehen mit dem ein oder anderen Bierchen anzusehen. Das mit dem Bierchen war eine durchaus schlechte Idee, denn das gute finnische Bier machte mich dermaßen müde, so dass ich mir SWALLOW THE SUN schenkte und mich Richtung “Camp-Ground” verzog. Hierbei noch von mir die Anmerkung, dass es beim Tuska keinen Festival Campground gibt, da das Festival wirklich mitten in der Stadt, nicht mal 5 min. vom Bahnhof entfernt, stattfindet. Die fehlende Campingplatz Party wird durch diverse Aftershow Partys ersetzt. Während ich mich für die folgenden 3 Tage ausschlief, genoss der Rest der Bande einen scheinbar sehr guten Gig von SWALLOW THE SUN.
(Fallen Angel)

Anders als bei der Europa-Tour im Frühling diesen Jahres fiel erst einmal die ungewöhnliche Bühnenkonstellation auf: Keyboarder Aleksi Munter war nach vorne getreten, so dass mit Ausnahme von Drummer Pasi Pasanen nun alle Bandmitglieder in einer Reihe nebeneinander standen. Das bedeutete jedoch keineswegs, dass eine starre Front gebildet wurde, sondern die Jungs waren für die teilweise recht schwere Mucke, die sie machen, ziemlich beweglich. Während sie sich durch eine sehr gut aufeinander abgestimmte Auswahl von langsameren und schnelleren Stücken spielten, sah man immer wieder heftiges Bangen auf der Bühne. Das bei den Vorbands noch eher verschlafen wirkende Publikum stand gesammelt vor der Bühne und ist auf einmal hellwach. Sänger Mikko Kotamäki war kaum wieder zu erkennen. Mir jedenfalls erschien er redseliger als noch auf der Tour. Leider waren die Vocals etwas zu niedrig ausgesteuert, aber sonst war der Sound klasse. Man merkt, dass die Jungs in Stimmung waren: Es gab immer wieder Blickkontakt zum Publikum, Bassist Matti Honkonen bewegte (wie beim „Playback“) die Lippen zu den Songs und Mastermind Juha Raivio forderte nach fast jedem Titel die Menge zum Mitrocken auf, in dem er „Kommt, kommt…“ gestikulierte. An einer Stelle setzten die Fans von sich aus zum rhythmischen Klatschen an. Etwa ab der zweiten Hälfte kam eine junge Dame (namens Tinuviel?) für einige backing vocals auf die Bühne. Leider kamen diese zuerst akustisch kaum durch. Erst am Ende von „Doomed to Walk the Earth“, als mittendrin kurz fast alle Instrumente verstummten, kam ihre ergreifende Stimme richtig zur Geltung.

SWALLOW THE SUN spielten bei diesem Gig zunächst ausschließlich Songs vom aktuellen Album „Hope“ und vom Debüt „The Morning Never Came“. Am Ende griff man dann aber auch in die „Ghosts of Loss“-Kiste und holte eine Zugabe heraus, die das Publikum nicht lange einfordern musste: Die ersten Takte von „Descending Winters“ wurden mit in die Luft gestreckten Armen und „Hey, hey, hey…“-Rufen begleitet. Im Überschwang der Gefühle gab’s von Juha einen Klaps auf den Po des munteren Aleksi. Ja, auch Doom Metal kann Spaß machen!
(Kerstin)

Setlist SWALLOW THE SUN
Swallow
Hope
Out of This Gloomy Light
Don’t Fall Asleep
Too Cold for Tears
These Hours of Despair
Silence of the Womb
Deadly Nightshade
Doomed to Walk the Earth

Descending Winters

Freitag – Tag 1

Der Freitag und gleichzeitig erste Festivaltag stand mit 15 Uhr zum Glück nicht allzu früh in den Startlöchern, aber zur Freude aller mit bombigem Wetter. Waren gestern noch vereinzelte Wolken am Himmel zu sehen, so gab es heute Sonne vom feinsten serviert – da bequemt man sich doch gern aus dem Bett und schiebt seine 4 Buchstaben nach einem ordentlichen Frühstück (bestehend aus finnischen Spezialitäten wie dem unschlagbar leckerem Koff-Bier und Loncero sowie Cider in allen möglichen Variationen) Richtung Festivalgelände. Im Stadtkern angekommen wurden mir sehr schnell die Ausmaße des Festivals bewusst, die Schlange am Einlass war verdammt lang – auch wenn sie sich recht zügig Richtung Einlass bewegte, und überall um das Festivalgelände herum waren Picknickdecken ausgebreitet. Zum Glück gab es noch einen speziellen Presse Eingang, so das wir – zwar nicht pünktlich aber immerhin nicht zu spät zu der ersten Band, den Dänen von HATESPHERE, ankamen.

Diese waren schon in vollem Gange und heizten der für die erste Band des Tages sehr ansehnlichen Zuschauermenge ganz gehörig ein. So ist’s richtig – erstmal den Finnen zeigen, wo an diesem Wochenende der Hammer hängt und direkt als Opener richtig losprügeln. Leider hatte sich diese an sich sehr geniale Band ein fieses Foul geleistet: der vom „Ballet of The Brute“ stammende Song „500 death people” wurde erst in „500 death schweds“ umbenannt, was ja noch ganz gut ankam, aber als es dann in „500 death finns“ geändert wurde, haben sich die Dänen erstmal nen Eigentor geschossen. So richtig schien das aber zum Glück niemanden gestört zu haben, denn die Stimmung wurde zumindest nicht davon beeinflusst, wobei ich mich schon bei dem Auftakt gefragt habe, ob die Finnen kein headbangen kennen – ich wurde nämlich etwas komisch angesehen, als ich damit anfing meine Haare kreisen zu lassen.

Nach diesem Festival Opener, der wohl auch dem letzten Anwesenden klar gemacht hatte, dass es dieses Wochenende nichts anderes als Metal auf die Ohren geben würde, gab es dann die erste „Entscheidung“ des Festivals. Die Finnen von MOONSORROW sollten die “Sur Stage” entjungfern und die Jungs von Scent Of Flesh hatten dasselbe gleichzeitig mit der etwas kleineren “Inferno Stage” vor. Ich tingelte – wie noch öfter während dieses Festivals – mal wieder zwischen beiden Bühnen hin und her – so hatte ich von beiden Bands etwas.
(Fallen Angel)

Schon etliche Minuten vor dem Auftritt der „epic heathen metal“-Formation MOONSORROW kamen in dem rappelvollen Zelt immer wieder Sprechchöre auf, bis gegen 15:30 Uhr die Band zu Swingklängen und violettem Licht anmoderiert wurde. Dann ging es mit einem Trommelwirbel los. Gitarrist Mitja Harvilahti signalisierte mehrfach „Aufdrehen!“ in Richtung Tontechnik und schon war das Konzert in vollem Gange. Die Interaktion mit dem Publikum stimmte von der ersten Minute an, wobei die „Animateure“ in der Band eindeutig Frontmann Ville Sorvali und eben Mitja sind. Sie bringen die Bewegung auf die Bühne – sei es durch das berühmte „Arm-Durchdrehen“ beim Spielen, durch munteres Hin- und Herlaufen, gegenseitiges „Anspielen“, oder einfach eine auffordernde Gestik, die das Publikum mitreißt. Gitarrist Henri Sorvali verließ seinen angestammten Platz zwar nur zum Singen der backing vocals, doch nickte er freundlich im Takt.

Nach dem ersten Song wurde das Publikum erst einmal ordentlich begrüßt, und es folgte „Pakanajuhla“ mit einem galoppierenden Rhythmus. Das Publikum ging auch hier von Anfang an stark mit. Dieser und auch alle weiteren Songs wurden von Ville in teils witzigen Ansprachen angekündigt. Beim 4. Stück sang Mitja, neben den vielen Chor-Passagen, eine kurze Stelle allein. Der Song endete mit einem wahnsinnigen Schrei, denke ich, doch dann wurde erst noch mal richtig losgetrümmert. Den Abschluss bildete ein weiterer Schrei voller Inbrunst – sehr glaubhaft, ebenso wie Villes Mimik! Begleitet von Flötenklängen ging es weiter. Der Titel war grandios, es gab coole Breaks – hier fand ich nichts einfach runtergespielt. Die teilweise ultralangen Kompositionen verloren keinen Augenblick an Spannung, und sicherlich zeigten die Fans auch durch die intensive Bühnenpräsenz von MOONSORROW, die auch nach 50 Minuten Spielzeit noch nicht nachgelassen hatte, keinerlei Anzeichen von Ermüdung. Kurzzeitig wurde es zwar auch mal weniger frenetisch, allgemein ging es ziemlich friedlich zu im Zelt – nicht mal Crowdsurfing war zu verzeichnen, aber trotzdem waren noch alle hellwach. Vor dem letzten Song hielt Ville mit einer Gitarrenpose inne und feuerte das Publikum an. Wilder Jubel brach aus, vereinzelt hörte man sogar ein paar grelle Schreie und teilweise grölte die Menge die Melodie mit. Der Hammer!
(Kerstin)

Auf der Inferno Stage bot sich ein ähnliches Bild, nur weniger episch sondern mehr nach dem Motto der Opener des Tages – „Voll auf die Fresse“ – SCENT OF FLESH ließen es ordentlich krachen und noch etwas ruppiger zur Sache gehen als die Vorgänger von HATESPHERE, so das es erdbebengleich unter den Zeltstangen rumpelte. Irgendwie war mir die Band aber ein wenig zu stumpf, weswegen ich mich doch wieder zu den Epicern gesellte und eine gute Show genoss, die durch Power-Metallische Klänge von der Hauptbühne nach 50 min. beendet wurde.

Power Metal ist ja nicht so ganz mein Ding, ich kann mit dem – sorry an alle Power-Metaller – Gejaule nicht wirklich viel anfangen, aber die Finnen sahen das scheinbar ganz anders als ich und schon zum Ende der beiden Zelt-Entjungferer bewegten sich haufenweise schwarzer Gestalten Richtung Hauptbühne. Dragonforce machten ihre Sache sehr gut, Gepose hoch 10 und Power Metal vom feinsten wurde hier geboten. Interessant fand ich den Keyboarder, der wie in Flummi hinter seinen Boards rumhüpfte – überhaupt war alles in Bewegung – außer der Drummer, der sich wohl besser ein mobiles Kid zulegen sollte, um ebenso in Bewegung zu sein. Insgesamt ein sehr gelungener Gig – die Fans gaben den Jungs recht das Power Metal hier sehr beliebt ist.

Setlist DRAGONFORCE
Revolution Deathsquad [?]
Fury Of The Storm
Operation Ground And Pound
Dawn Over A New World
My Spirit Will Go On
Through The Fire And Flames
Heart Of A Dragon
Valley Of The Damned

Und wieder stand eine Entscheidung auf dem Programm – die Holländisch-finnische Fraktion mit IMPERIA gegen die Schweden von KATATONIA. Da alle anderen zu KATATONIA gingen, zog es mich zu IMPERIA, die ich vorher kaum kannte. Nun ja, was soll man dazu sagen – an sich mag ich weibliche Stimmen im Metal, aber diese war mir dann doch zu extrem – auch wenn mir die Musik zusagte – mit dem Gesang konnte ich wenig anfangen, und auch wenn die Sängerin im engen Lackkostüm ihr bestes gab, genehmigte ich mir lieber ein Pause, während die anderen sich eine sehr gelungene KATATONIA Show ansahen.
(Fallen Angel)

Ich zog mein Überraschungsprogramm weiter durch und fand mich wenig später dann bei KATATONIA ein. Und bis jetzt hatte mich keine der Bands enttäuscht und diese Glückskette riss auch kein Stück ab. Mit starken Melodien und wunderbar Gefühlvollem Gesang zogen mich die Schweden in Ihren Bann und trafen an dem Tag bei mir genau den richtigen Nerv – verdammt!
(Grave Sister)

Setlist KATATONIA
Ghost Of The Sun
My Twin
Right Into The Bliss
Had To (Leave)
Teargas
Deliberation
Will I Arrive
Soil’s Song
Clean Today
Criminals
Chrome
Evidence
Murder

Weiter ging es auf der Hauptbühne, mit den „Pandabärchen“ von IMMORTAL, die hier auf dem Tuska das erste Konzert ihrer Reunion Shows spielten. Ganz schön dick sind sie geworden, unsere Black Metaller. Außerdem fehlte in meinen Augen ein bisschen die Routine. Bereits beim Soundcheck lag gespannte Begeisterung in der Luft, die Teile des Publikums durch erwartungsfrohes Rufen und Klatschen zum Ausdruck brachten. Es war noch taghell, als die kreidebleich geschminkten Gestalten von IMMORTAL in den frühen Abendstunden die Hauptbühne betraten. Diese wurde stilecht in Nebel gehüllt. Der Auftritt begann mit einem Feuerwerk-Startschuss und schon wurde mit „The Sun No Longer Rises“ drauf los geknüppelt und geposed. Ob nun ein extra-grimmiger Gesichtausdruck aufgelegt, die Zunge ’rausgestreckt wurde oder wechselweise die Faust geballt oder der Arm zum Teufelchen-Gruß in die Luft gereckt wurde – so etwas ist eben fast schon ein Muss bei einem Konzert der Black-Metaller. Zu diesem Zweck wurde sogar schon mal der Song abrupt unterbrochen, was definitiv die Spannung steigerte. Musikalisch haben sich IMMORTAL zum Einstieg nicht gerade ihre eingängigsten Stücke ausgesucht, und die anfangs zu leisen Vocals machten es den ungeübten Teilen der Zuhörerschaft nicht unbedingt leichter, richtig in die Musik einzutauchen. Wie bestellt verschwand im Laufe des ersten Songs die Sonne hinter Wolken und ein Wind kam auf. Die Reaktion des Publikums wurde mit einem herzlichen „Perkele!“ quittiert und schon zum 2. Song kam die Sonne kurz wieder zum Vorschein. Es mussten die Drums gerichtet werden und weiter ging’s. In den hinteren Reihen bildete sich der erste Moshpit und auch der Jubel nach diesem Stück blieb nicht ohne Reaktion seitens der Band: „Fucking right!“ Ab dem nächsten Titel hatte ich den Eindruck, dass die Gitarren endlich richtig aufgedreht wurden – oder sollte sich lediglich der Wind gedreht haben? Vielleicht lag’s aber auch am mittleren Tempo und den ausbleibenden Blastbeats. Auch bei diesem Stück gab es wieder abrupte Unterbrechungen, in denen Abbath posenderweise das Publikum animierte, indem er zum Bühnenrand kam, in die Hocke ging, sich wieder aufrichtete und auf verschiedene Teile des riesigen Publikums deutete, die jeweils klatschen. Gut dressiert, haha! Jedenfalls wurde auf solche Weise die große Bühne trotz der nur 3-Mann-starken Band gut ausgenutzt. Große Worte machten IMMORTAL bis dahin zwar nicht, dafür kamen aber die entscheidenden Vocals, also die der (zunehmend melodischeren) Songs mittlerweile besser durch. Und für seine geniale Feuerspuck-Einlage bei „Sons of Northern Darkness“ erntete Abbath „Woah!“-Rufe und Applaus. So langsam wurde er auch etwas redseliger. Leider hatten sich mittlerweile die hinteren Reihen schon gelichtet und es waren auch schon einige (aggressive) Besoffene im Publikum – mitunter wurden Flaschen durch die Menge geschleudert. Insgesamt stimmte die Stimmung aber, und nach dem letzten Stück verabschiedete sich die Band: „We’ll be back next year. We’re Immortal. See you in concert!“
(Kerstin)

Setlist IMMORTAL
The Sun No Longer Rises
In My Kingdom Cold [?]
Tyrants
One By One
Sons Of Northern Darkness
Battles In The North
At The Heart Of Winter

Und wieder eine Entscheidung – diesmal aber eine für mich sehr einfache – TURISAS gehören ja schon seit ihrem ersten Album zu meinen Favoriten, und mit dem neuen Werk haben sie definitiv sehr gut nachgelegt. Auf dem Tuska präsentierten sie eine Show, wie man es von ihnen gewohnt ist – Stimmung und Spielfreude pur – einfach ein Genuss den Jungs beim musizieren zuzusehen. Sänger Mathias posed mit Bierdose und Trinkhorn, und die Musiker wurden auf der Bühne mit dem nötigen Alkohol versorgt. Ich genoss die Show bis zur letzten Sekunde, bis ich mich zu den Schussakkorden in Richtung Hauptbühne zu meinen heutigen Lieblingen von CHILDREN OF BODOM bewegte.
(Fallen Angel)

Nachdem DRAGONFORCE auf der Hauptbühne den wohl grimassenreichsten Gig des Tages, wenn nicht gar des ganzen Festivals, abgeliefert hatten, war wieder mal Entscheidungsfreudigkeit gefragt. Wieder einmal gewann die Band, die wohl nicht so schnell deutsche Bühnen mit ihrer Anwesenheit beehren würde und so machte ich mich auf die Socken zu MAJ KARMA. Seltsamer Name, seltsamer Bühnenaufbau (Schlagzeug)… ja insgesamt total seltsam und obendrein noch finnische Text, aber klasse! Rockig, groovig ging man zu Werke und wer Bands wie EGOTRIPPI, KOTITEOLLISUUS und dergleichen mag, wird auch bei MAJ KARMA seine Freude haben. Cleane vocals wechseln mit teilweise rammsteinartigen Gitarren, von seicht rockig bis metallisch. Da mir die Band, bis auf wenige Songs, völlig unbekannt war, mussten sie live ganze Überzeugungsarbeit leisten, was ihnen nach einigen Songs auch gelang.
(Ateacina)

Nun standen meine Lieblinge endlich auf den Brettern – hatte ich am vergangenen Wochenende schon einen sehr gelungenen Gig der Jungs gesehen, hatte ich nun mal die Gelegenheit, sie auf heimischen Boden zu sehen. Der Gig begann ungewohnt – die Jungs saßen an einer Art „Bar“ und tranken Bier, bis ihr Intro ertönte, die Jungs ihre Instrumente schnappten und direkt loslegten. Wahnsinn – man kam sich vor wie auf einem TOKIO HOTEL Konzert – überall kreischende Mädels – sogar Plakate, auf denen die Zuneigung zur Band beschrieben stand, waren zu sehen. So was hatte ich hierzulande noch nie erlebt – die Jungs sind wohl wirklich Volkshelden. Alexi litt wie immer an seinen Tourette Syndrom und läutete jede Ansage mit einem herzlichen „Fuck“ ein – während der Rest der Band dem Oberposer sein Revier überließ. Die Setlist war dieselbe wie auf den vorhergegangen Festivals und somit nichts Neues – entgegen aller Erwartungen wurde noch kein neuer Song gespielt. So erwiesen sich die Bodom Kinder als würdiger Headliner für den ersten Tuska Tag, der mit den DOWNFALL Klängen zu Ende ging.

Setlist CHILDREN OF BODOM
Intro (they coming to take me away…)
Hate Me
Children of Decadence
Chockhold
Needled 24/7
Living death Beat
Are you death yet?
Angels Don’t Kill
Bodom Beach terror
Children of Bodom
Sixpounder
In Your Face
Mask of Sanity/ Deathnight Warrior
Everytime I die
Downfall
Outro

Für mich ging es danach erstmal nach Hause, etwas essen muss sein, bevor mich ENSIFERUM im Tavastia erwarteten. Irgendwie konnte ich mich aber nicht so recht aufraffen, hatte ich die Jungs doch erst vor kurzem im Nosturi gesehen. Der Gig war aber durchaus gelungen – ich kam grad pünktlich zu meinen Lieblingssongs – und rundete so den ersten Festivaltag perfekt ab.
(Fallen Angel)

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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