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TUSKA FESTIVAL 2008 – TAG 3

Ort: Helsinki - Kaisaniemi Park

Datum: 28.06.2008

Nach einer wieder mal viel zu kurzen Nacht ging es nun in den Festival Endspurt – und das mit dem bisher stärksten Billing. Trotz schmerzender Füße und akutem Schlafmangel machten wir uns sehr früh auf den Weg gen City.
(Cynthia)

Gleich bei der Ankunft am Gelände gab’s erstmal Grund für ein langes Gesicht. Alle die sich schon auf ein fröhliches Trinkgelage mit KORPIKLAANI eingestellt hatten, wurden herbe enttäuscht. Nicht etwa weil die Band abwesend oder zu betrunken gewesen wäre. Nein, weit gefehlt. Aber eine nicht genannte Fluggesellschaft war dem hohen Anteil reisender Musiker zur Festivalsaison nicht gewachsen und hatte mal eben das wichtige Musikergepäck verschludert. Schönen Dank auch, werte Fluggesellschaft! Immerhin, „Klaani“ selbst nahmen es gelassen hin und mit BEFORE THE DAWN hatte die Tuska Organisation schnell – binnen 37 min vor dem Gig – adäquaten Ersatz gefunden. Dafür sah man dann den ein oder anderen „Waldklanmenschen“ über das Festivalgelände streifen, ein Bierchen zischend und hier und da sich mit wenigstens ein paar Fans zu unterhalten. Trotzdem, eine Bierdusche bei strahlendem Sonnenschein wäre super gewesen.
(Yvonne)

Für mich hatte diese Änderung ihr Gutes. Am vorherigen Abend hatte ich lieber NORTHER geschaut, so dass ich es sehr begrüßte, die BEFORE THE DAWN Jungs jetzt doch noch sehen zu können. Einige, die die gestrige Show gesehen hatten, waren der Meinung, dass der Funke nicht so recht übergesprungen war. Das konnte man heute aber ganz und gar nicht behaupten. Auch wenn Sänger Lars etwas „verfeiert“ aussah, machte er seine Sache bestens genau wie der Rest der Truppe. Man kann sagen, was man will: Ich fand’s einfach nur klasse und außerdem war es die perfekte Einstimmung für KILLSWITCH ENGAGE, die sich gleich darauf auf der Hauptbühne die Ehre gaben. Zusammenfassend bleibt mir noch zu sagen: Am Morgen (!!) nach einem Gig am Vorabend so eine energiegeladene, überraschende Show voller Spielfreude abzufeuern, schafft nicht jede Band und verdient den vollsten Respekt!
(Cynthia)

Fehlendes „Equipment“ Teil 2. Auf der Sue Stage spielten JOB FOR A COWBOY nämlich „mal eben“ ohne Sänger, denn dem kam die Stimme abhanden. An dieser Stelle auch noch mal nachträglich gute Besserung an Jonny Davy. Damit war es dann auch genug der Verluste für diesen Tag.

Dass auch Karnickel auf Metal stehen, bewies eine Häsin, die auf dem Gelände ihren Nachwuchs zur Welt gebracht hatte, der sich zwischendurch auf dem Gelände tummelte. Der „Helsingin Sanomat“, die Tageszeitung, gab den tierischen Metallern die Namen „Slayer“, „Carcass“ und „Dimmu“ für die 3 braunen Hasis, das schwarze wurde „Beelzebub“ getauft. Zwischen KILLSWITCH ENGAGE und SHADE EMPIRE sah man eins der (braunen) Häschen ein Kräutermahl zu sich nehmen und die anwesende Fernsehpresse bemühte sich direkt um ein Interview. Das V.I.B. (very important Bunny) gab sich jedoch recht wortkarg und kaute lieber frisches Grün.
(Yvonne)

Während Yvy auf Hasenjagd ging, machte ich mich zum Ende von BTD auf den Weg zur Hauptbühne, um mein heutiges Highlight KILLSWITCH ENGAGE von der ersten bis zur letzten Sekunde genießen zu können. Ja, was soll man zu den Jungs sagen? Absolut lupenreine Show, Wahnsinns Stimmung und ein total gerührter Sänger, als dieser sah, wie die Post vor der Bühne abging und dass die Combo aus den Staaten absolut bestens ankamen. Alte und neue Songs (wobei vor allem das neueste Werk „As Daylight Dies“ im Vordergrund stand) wurden gleichermaßen gefeiert. Von „My Last Serenade“ über „The End of Heartache“ bis zu „My Curse“ (welches den weiblichen Zuschauern gewidmet wurde) wurde kein Hit ausgelassen und jeder Song schlug ein wie eine Bombe. Das obligatorische DIO Cover „Holy Diver“ durfte natürlich auch nicht fehlen, so ging eine rundum geile Show leider viel zu schnell vorbei… so machte ich mir dann noch einen Spaß draus, Yvys Kauleiste wieder zuzuklappen und trottete langsam Richtung Inferno Stage, wo SHADE EMPIRE auf mich warteten.
(Cynthia)

Apropos KILLSWITCH ENGAGE
Die Überraschung des dritten Tages stand mir mit besagten Herren ins Haus oder besser gesagt auf der Radio Rock Stage – meine Fresse, sind die mal geil drauf! Hallo?! Warum hat mir das denn keiner vorher gesagt? Klappe halten, zugucken und genießen!
(Yvonne)

Um nach dem Ausfall von KORPIKLAANI mich nicht komplett den ganzen Sonntag den amerikanischen Bands hinzugeben, fiel die Wahl auf SHADE EMPIRE anstelle von DYING FETUS. So richtig erfreuen konnte ich mich an dem Schattenreich nicht, die Müdigkeit machte mir nun einen dicken Strich durch die Rechnung und setzte mich Schachmatt – ich brauchte dringend Kaffee um durchzuhalten.
(Yvonne)

Ja, die Jungs der Finnischen Combo haben mich auch absolut nicht begeistern können – mit den Worten „Willst was auf die Fresse?“ gesellte sich Tina wieder zu uns und beantwortete meinen fragenden Blick mit einer Geste auf die Inferno Stage, wo sich DYING FETUS in die Köpfe der Menge Hämmerten. Ja, mit SHADE EMPIRE gibt’s ja auch aufs Maul… nur eben mit Kirmesgebimmel (Keyboard)… Beides nicht so ganz das, was man nach einem bombastischen KSE Gig haben muss. Außerdem brachten mich meine Füße mehr oder weniger um…

Trotzdem, nachdem die „Hau Drauf“ Fraktion fertig war, sollte es wieder Zeit für „Eunuchen Metal“ sein. SONATA ARCTICA enterten die Hauptbühne. Zu den Jungs muss ich sagen, dass ich sie bis zum Album „Unica“ sehr gern gehört hatte – Tonis Stimme ist wesentlich angenehmer als die meisten anderen dieser Metal Richtung, außerdem hat die Band etwas von einer „Einstiegsdroge“. Eingängige Melodien, schöne Riffs… Ja, so fängt man mal an. So schleppte ich mich „der alten Zeiten wegen“ zur Bühne und hoffte, nicht allzu viel von dem neuen Kram, den ich ja gar nicht leiden kann, zu hören. Erster Schock war mal wieder das Outfit des Sängers. Junge, grüne Hose und rot/ weiß gestreiftes Shirt sind KEIN Metal!! Ne, das ist schon fast so etwas wie eine Beleidigung für die Augen. Zweiter „Schock“: Gitarrist Jani war nicht mehr dabei. Ok, das hatte ich schon vorher vernommen. jetzt bot sich aber mal die Gelegenheit, den „neuen“ mit Namen Elias live und in Farbe zu bestaunen… und ja, er wurde als gut befunden. Ein würdiger und wenn man mich fragt weitaus besserer Ersatz. Er macht jedenfalls auf der Bühne einen guten Eindruck. Überhaupt hat die Band eine Wahnsinns Ausstrahlung. Toni gestikuliert wie ein Wilder, die Jungs an den Äxten und den Tasten sind ständig in Bewegung – einfach klasse. Trotzdem hat diese Band für mich irgendwie an Reiz verloren. Songs wie „Replica“, „Kingdom for a Heart“ oder „Don’t say a word“ höre ich mir auch nach wie vor gern mal an, aber vom Hocker reißt es mich jetzt nicht mehr. Außerdem wurde ich das Gefühl nicht los, das „Unica“ komplett gespielt wurde, da es doch eine erhebliche Zahl Songs gab, die ich nicht identifizieren konnte.
(Cynthia)

Nach einer Stunde relaxen sah ich bei NILE ich die Security Leute so richtig ins schwitzen kommen. Diese hatten bei dem Vierer aus Greenville South Carolina nämlich einen Crowd Surfer nach dem anderen einzusammeln und wieder zurück zur tobenden Menge zu geleiten. Zwischen den Songs ertönten immer wieder NILE, NILE Rufe, worüber sich Dallas Toler-Wade sichtlich freute. So muss das sein und so macht die Sache doch auch richtig Spaß. Als Dusche für die Ohren gab’s z.B. „Laying Fire Upon Apep“ vom letzten Album „Ithyphalic“ und vom 2005er Output „Annihilation of the wicked“ „Lashed To The Slave Stick“.
(Yvonne)

Auf der Inferno Stage ging es derweil ganz anders zu. Die Jungs von TYR gaben sich die Ehre, das Tuska mit ihrem Mix aus Folklore, Viking Metal und Sprechchören zu beglücken. Sänger Heri machte sich auch gleich sehr beliebt: Vor seinen Füßen lagen einzelne Sätze auf finnisch ausgedruckt, die er brav ablas und das Publikum so in Landessprache unterhielt. Für Finnen, die wissen wie schwer ihre Sprache ist, ein absolutes Highlight. Musikalisch wurde auf Altbewährtes gesetzt, wenngleich Heri immer wieder auf das neue Album „Land“ hinwies, es wurde lediglich ein Song von der Scheibe gespielt, im Vordergrund stand wie so oft das „Eric the Red“ Album. Nun ja, es funktioniert eben: Die Menge grölte mit und ließ es sich gut gehen. Sehr süß übrigens: während der Show rannte ein kleiner Junge quer über die Bühne und rockte fleißig mit. Ja, hier wird scheinbar fleißig Metal-Nachwuchs gezüchtet.
(Cynthia)

Mal ein paar warme Worte zu SLAYER: Die „Altherren Riege“ aus den Staaten gab sich Divenhaft: Nur ausgewählte Medien dürfen vom Fotopit aus fotografieren… Ja ja, manche haben Werbung einfach nicht mehr nötig… Aber hallooooooo – Wir sind hier nicht in Hollywood. Bei soviel Arroganz neige ich ja dazu dies mit Missachtung zu strafen, aber ein paar Songs hab ich mir dann doch angetan. Und was soll ich sagen? So eine Unlust hab ich selten bei einer Band gesehen. Wenn ich doch keinen Bock habe zu spielen, dann nehme ich den Gig doch gar nicht erst an? Jedenfalls hätte Tuska zum gelungenen Abschluss eines schönen Festivals mehr verdient als lieblos runtergerotzte Klassiker. Da haben die anderen Bands in den vergangen Tagen wesentlich mehr Qualität, Professionalität und Spielfreude bewiesen als die Totschläger. Selbst die Sonne hatte sich angesichts dessen bereits nach wenigen Minuten hinter den Wolken versteckt.
(Yvonne)

Setlist SLAYER
Disciple
Cult
Chemical Warfare
Ghosts Of War
War Ensemble
Jihad
Die by the Sword
Spirit in Black
Eyes of the Insane
Supremist
Dead Skin Mask
Hell Awaits
Postmortem
Captor of Sin
South of Heaven
Raining Blood
Angel of Death

So ging der dritte Tag viel zu schnell vorbei und damit auch das gesamte Festival. Abends stand zwar noch eine SKID ROW-Coverband auf dem Programm, die auch zweifelsohne gut war, aber nach 3 Tagen war man irgendwie einfach nicht mehr aufnahmefähig und ich für meinen Teil kann nicht mehr viel zu den Jungs um AMORAL Klampfer Ben Varon sagen. Außer eben, dass sie wirklich überzeugt haben und das Posen ihnen mehr als gut steht.

3 Tage Festival lagen nun hinter uns. Es war wie im Vorjahr einfach nur klasse. Ob Stimmung oder Bands – einfach alles stimmt hier. Das einzige, was nicht unbedingt gefällt, ist, dass die Bands „nachts“ in Clubs auf Aftershow Partys spielen und nicht mehr direkt am Gelände. Vorteil dieser Sache andererseits, dass man in den Clubs direkt versacken kann. Auch das Wetter war uns – frei nach dem Leitspruch „It never rains at Tuska“ – die meiste Zeit wohl gesonnen, so dass wir alles, ohne nass zu werden, genießen konnten. Ein paar Tage blieben wir noch in der Stadt, danach hieß es aber Abschied nehmen von der zweiten Heimat. Wir kommen wieder – das steht wohl außer Frage!!!
(Cynthia)

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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