Konzert Filter

TUSKA OPEN AIR 2012 – TAG 1

Ort: Helsinki - Suvilahti (Sörnäinen)

Datum: 29.06.2012

Neues Jahr, neues Tuska, zum zweiten Mal in der neuen Location. Bereits ein paar Tage vorher zog es mich in den hohen Norden, in meine zweite Heimat, um nach einer Unterbrechung wieder das Tuska zu besuchen. So ging es Freitag früh dann endlich los – gegen 12 Uhr fiel bei uns der Startschuss zum Festival. Der „neue“ Konzertort Suvilahti ist weitgehend asphaltiert, das mag zwar nicht übermäßig komfortabel für drei volle Festivaltage sein, aber wer genug feiert, kann überall gemütlich schlafen und wenn die Stimmung stimmt, interessiert es eh keinen, oh man nun auf Acker oder Asphalt steht. Gleich zu Beginn wurden wir mit einer wunderbaren Tatsache konfrontiert, nämlich der Versorgung mit kostenlosem Kaffee und Cola Zero während des gesamten Festivals, Daumen hoch – eine echte Abwechslung zum „Wasser zapfen“ und genau das Richtige, um morgens erst mal auf Betriebstemperatur zu kommen wenn man nicht direkt mit etwas Alkoholischem anfangen will.

PROFANE OMEN

Am Freitag um 12:30 hieß es für die Jungs von PROFANE OMEN, als erste Band des Festivals stimmungsvoll den wartenden Fans erstklassige Mucke in die Ohren zu dröhnen. Zwar mag es zu dieser Zeit eine gewisse Herausforderung gewesen sein, aber durch ihre treue Fans, die sich schon um diese unchristliche Zeit vor der Bühne in Helsinki versammelten und durch die wirklich einzigartige Spielfreude der Jungs wurde es eine erstklassige Show – es war ja auch nicht mehr und nicht weniger als ein fulminantes Set von der Band zu hören, die bekannt ist als eine der besten Live-Combos aus Finnland. Sänger Jules fegte wie ein Flummi über die Bretter der Helsinki Stage und schrie Songs wie „Base“, „Rewind“ oder „God in a Bottle“ in die Menge. Diese dankte mit dem vollen Repertoire: Chicle Pit, Wall of Death, Moshpits oder einfach nur Hüpfen – hier war für jeden was dabei. Selten hat man solch eine Stimmung bei einem Opener gesehen, so dass die Menge nach 60 Minuten Spielzeit immer noch nach mehr verlangte. Sänger Jules entschuldigte sich, dass das leider alles gewesen wäre, aber dass man ja noch ein ganzes Festival zu feiern hätte. Dieser Auftritt war wieder mal ein Beweis, warum es sich lohnt, für diese Band früher aus den Federn zu kriechen.

EXODUS

Weiter ging es mit EXODUS auf der Hauptbühne. Der kalifornische Thrash-Metal weckte dann den Rest der Bande, die PROFANE OMEN noch verschlafen hatten und stimmte mit fetten Riffs und Co. die versammelte Metallergemeinde auf den Rest des Wochenendes ein. Dazu strahlender Sonnenschein – na wenn die Jungs nicht auch etwas von der kalifornischen Sonne im Gepäck hatten. Rob Dukes & Co. Wussten, wie sie die Menschenmenge antreiben mussten und spielten ein großartige Setlist mit vielen ihrer Hits. Zusätzlich zeigten sich die Jungs motiviert und gut gelaunt – der Gitarrist war eine wahre Freude für die Fotografen mit einem Grimassenrepertoire. So konnte es weitergehen. So langsam war ich dann auch die Coke leid und ließ mich von dem ersten Bier des Tages erfrischen.

Setlist EXODUS
The Last Act of Defiance
Iconoclasm
Piranha
And Then There Were None
A Lesson in Violence
Metal Command
Blacklist
Bonded by Blood
War Is My Shepherd
The Toxic Waltz
Strike of the Beast

SUIDAKRA

Sobald EXODUS ihre Show beendet hatten, ging es mit SUIDAKRA auf der Inferno Stage weiter.
Easy Listening auf die andere Art kam mit den schon fast entspannt und freundlich klingenden Death-Metal Songs, die mit viel Folk-Beats gemischt waren, rüber und sorgten rundum für gute Stimmung. Die Jungs müssten zumindest noch voll in Laune sein, haben sie doch erst vor knapp zwei Monaten eine ausführliche US-Tour mit OVERKILL hingelegt und vor kurzem sogar Abstecher nach Indien (!) gewagt. Diese Show war die erste auf dem TUSKA, Sänger Arkadius bedankte sich artig für die Einladung und die Jungs wurden sehr herzlich willkommen geheißen. So spielte man sich durch ein Best-of Set und unsereiner konnte entspannt lauschen und ab dem zweiten Song sogar trotz Zeltbühne richtig tolle Bilder machen – vorher hatte der Lichttechniker allerdings scheinbar vergessen, den Schalter umzulegen und die Jungs standen im Dunklen – so hässlich sind sie aber nun auch nicht und man konnte bei keinem etwas entdecken, was versteckt werden müsste.

BARREN EARTH

Eigentlich hätten parallel zu SUIDAKRA ANIMALS AS LEADERS auf der Helsinki Stage spielen sollen, doch verpassten sie in den USA ihren Flug und so gab es keine andere Wahl, als die Show am Freitagnachmittag durch eine andere Band zu ersetzten. Zum Glück wurde man mit BARREN EARTH schnell fündig. Als netter Lückenfüller waren die Fans vielleicht auf etwas anderes eingestellt, außerdem hatten die Jungs schon Abends zuvor gespielt und so bekam die Band leider nicht die gewöhnte Stimmung hin, aber die Musiker taten, was sie konnten.

EDGUY

Als ich nach der grandiosen Show von SUIDAKRA aus dem Inferno-Zelt Richtung Hauptbühne stiefelte, wurde ich erst mal von einem Zirkusmusik-Intro zugedröhnt. Ja, es war Zeit für die Clowns des Festivals – EDGUY sollten nun auf der Mainstage spielen. Bei dieser Truppe scheiden sich die Geister: Entweder man liebt die Truppe um Tobias Sammet – oder man hasst sie. Auf mich trifft letztes zu: Ich kann mit der Band einfach so gar nichts anfangen und schon das alberne Intro fing an mich zu nerven. So ging es dann an der Bühne vorbei schnell in den Pressebereich, um mich mit einer Gerstensaftklatschale von diesem Schock zu erholen. Ich denke, dass ich diesen Auftritt auch eher weitestgehend unkommentiert lassen sollte – es käme eh nur subjektives Zeugs bei raus.

TRIVIUM

Matt Heafy hielt vor der ganzen Show mit seiner Band noch eine Yoga-Sitzung ab, um sich im Backstage auf das vorzubereiten, was auf der Bühne abgehen sollte oder um sich miteinander in Einklang zu bringen oder mit ihren Instrumenten – man weiß es nicht, aber scheinbar hat es geholfen. Bei der ersten Metalcore-Truppe des Tages versammelte sich eine ansehnliche Menschenmenge, denen dann deftig gezeigt wurde, welche Art von modernem Metal heutzutage gespielt wird. Melodische Refrains mit einigen gröberen Passagen wurden auf die motivierte Menge gefeuert, Songs aus ihrem Debüt-Album „Ascendancy“ (2005) hatte die Band ebenso am Start wie die aktuellen und Titel wie „Rain“ oder „Gunshot“. In der Menge gab es wieder obligatorische Chircle Pits und eine Menge gute Stimmung. Insgesamt eine gute Show mit vielen grandiosen Hits und vielen Möglichkeiten, das schon genossene Bier wieder auszuschwitzen.

Setlist TRIVIUM
Capsizing The Sea
In Waves
Pull Harder on the Strings of Your Martyr
Rain
Into the Mouth of Hell We March
Down From the Sky
Black
Watch the World Burn
Forsake Not the Dream
The Deceived
Dusk Dismantled
Drowned and Torn Asunder
A Gunshot to the Head of Trepidation
Throes of Perdition
Leaving This World Behind

HATEBREED

Zu HATEBREED zog es mich dann auch mal wieder von meinem kühlen Blonden weg hin vor die Helsinki-Stage. Ich muss ja zugeben, dass ich fast keinen Song namentlich kenne, aber mir kamen die meisten dennoch sehr bekannt vor. Die Stimmung vor und auf der Bühne jedenfalls sprach für sich: Es wurde gebangt, geschubst und einige Pits waren auch von der Partie. Die Band zeigte sich motiviert und – des Fotografen Fluch – sehr bewegungsfreudig. Durch einen schon etwas übermäßigen Alkoholkonsum meinerseits rauschte die 60-Minütige Show nur so an mir vorbei – ich kann mich aber nicht dran erinnern, enttäuscht gewesen zu sein.

MEGADETH

MEGADETH waren in einer ausgezeichneten Form als der letzte Akt des Tages ab halb acht in der untergehenden Sonne. Dave Mustaine schien in besonders guter Stimmung zu sein und die einzigartige Atmosphäre angesichts der untergehenden Sonne trug sicher dazu bei. „Tornado of Souls“ nicht im Set zu haben war der einzig echte Wermutstropfen, aber alle anderen MEGADETH Hits zu hören war ein guter Abschluss für diesen Tag, auch wenn ich sie nicht vor sondern hinter der Bühne gehört habe, mit der obligatorischen 1-L-Bierdose in der Hand und einem schon etwas gläsernen Blick.

Setlist MEGADETH
Never Dead
Head Crusher
Hangar 18
Trust
She-Wolf
Poison Was the Cure
Sweating Bullets
A Tout Le Monde
Guns, Drugs & Money
Whose Life (Is It Anyways?)
Public Enemy No. 1
Symphony of Destruction
Peace Sells
Encore:
Holy Wars… The Punishment Due
Silent Scorn

Der Rest des Abends… nun ja, was soll ich sagen – eins der zahlreichen Biere/ Lonkeros/ Ciders war wohl schlecht oder die Sauna zu heiß – wir hüllen am besten mal den Mantel des Schweigens über unsere ganz persönliche Aftershow Party – auch wenn sie definitiv mit das Genialste war, was ich in den letzten Jahren erlebt habe – zumindest das, was ich von dem Abend noch rekonstruieren konnte… nur so viel dazu: Wenn ein Bier in der Sauna zu heiß wird, macht man halt einen Aufguss draus 🙂

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Yvonne

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu EXODUS auf terrorverlag.com

Mehr zu HATEBREED auf terrorverlag.com

Mehr zu MEGADETH auf terrorverlag.com

Mehr zu PROFANE OMEN auf terrorverlag.com

Mehr zu ST. VITUS auf terrorverlag.com

Mehr zu SUIDAKRA auf terrorverlag.com

Mehr zu TRIVIUM auf terrorverlag.com