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TYR – MY DYING BRIDE – AUTUMNBLAZE

Ort: Leipzig WGT Kohlrabizirkus

Datum: 29.05.2009

Der Terror-Abend beginnt mit AUTUMNBLAZE, die man mit einem Wort hier und heute beschreiben kann: Belanglos. Was da aus den Boxen wabbelt, wirkt dermaßen banal, dass einem angst und bange wird. Da hilft auch kein DARKTHRONE-Shirt. Das Publikum wirkt wie gelähmt und starrt ungläubig auf die Bühne. Auch wenn ich mir jetzt den Unmut vieler Fans zuziehe, aber manchen Bands sollte man keine Reunion ermöglichen. Mist wird auch nach einigen Jahren Pause nicht zu leckerer Wurst. Für solche Zaubereien ist ein anderer zuständig. Der ist aber wohl heute nicht hier. Gott rette uns. Nach 40 Minuten Irrfahrt ist Schluss.

Nun sollten TYR für metallische Klänge sorgen. Doch ein kleiner Zettel am Eingang sagt mir, dass TYR erst gegen Mitternacht spielen werden. Schnell einen Roadie gefragt, der mir bestätigt, dass TYR noch nicht in Leipzig sind und tatsächlich erst gegen 24 Uhr mit ihrer Darbietung beginnen werden. Jedoch behalten MY DYING BRIDE ihren Timeslot. Bedeutet? Eine Stunde Pause im Kohlrabizirkus. Nur toll, dass niemand es den Fans sagt. Ist es so schwer, einen Verantwortlichen auf die Bühne zu heben, der die Verzögerung wenigstens allen verkündet? Ganz schwache Nummer.

Nach einer Stunde ist es aber soweit: MY DYING BRIDE. Schon nach den ersten Klängen weiß man, dass sich das Warten gelohnt hat. Wer wirklich mit dem Gedanken spielte, die Pause zu nutzen, um noch zu PROJECT PITCHFORK in die Agra zu fahren, es aber doch sein ließ, hat alles richtig gemacht. Die ordentlich gefüllte Halle ist sofort verzaubert und lässt sich widerstandslos in die Welt von MY DYING BRIDE entführen. Das ist ganz großes Kino. Keine hektischen Moves, kein sinnlose Gepose. Sänger Aaron bezaubert mit seiner feinen Mimik und Gestik und lässt die Realität für 80 Minuten zur Nebensache verkommen. Mit „Fall With Me“ wird ein bunter Mix aus neuen und alten Songs eröffnet. Daumen hoch dafür, dass MY DYING BRIDE sich nicht nur auf alten Lorbeeren ausruhen sondern auch live viel Neues spielen, was der Band nur Pluspunkte bringen kann – zumindest bei mir. Nach „The Dreadful Hours“ ist erstmal Feierabend. Doch die Zugabe-Rufe dirigieren die Briten zurück auf die Bühne. Also legen sie mit „The Cry Of Mankind“ und „My Body, A Funeral“ noch kräftig nach. Fantastischer Gig, der jetzt schon die Vorfreude auf das With Full Force in astronomische Höhen schnellen lässt.

TYR haben im Anschluss keine Chance, dieses großartige Niveau zu halten. Das denken sich auch viele Besucher und verlassen die Location. Wer zu spät kommt, den bestraft eben das Leben. Mit „Hold The Heathen Hammer High“ holen sie zu Beginn gleich den eingängigsten Song der aktuellen Scheibe „By The Light Of The Northern Star“ aus der Kiste. Gute Wahl – irgendwie muss man das Publikum ja auf seine Seite ziehen. Denn die vertrackten Stücke können wohl nur bei den Die Hard-Fans punkten. Besser wird die Stimmung bei Mitsing-Granaten wie „Hail To The Hammer“. Dann geht auch hier was. Sänger Heri prostet den Verbliebenen noch zu und erzählt zwischendurch immer mal wieder über seine Heimat und deren Sagen. Doch nach knapp einer Stunde muss auch der tapferste Wikinger ins Bettchen. Nach „Ramund Hin Unge“ ist die Musik für heute Nacht zu Ende. Doch das WGT schläft nie. Wer sich also die Nacht um die Ohren schlagen will, hat nun alle Optionen. Ob Dark Flower, Moritzbastei, Sweat-Club oder die große Party in der Agra, die Auswahl ist fast unbegrenzt. Ich entscheide mich fürs Bett und sage gute Nacht.

Setlist TYR
Hold The Heathen Hammer High
Sinklars Visa
Trondur I Gotur
Regin Smidur
Hail To The Hammer
Northern Gate
Lokka Tattur
Olavur Riddararos
Ramund Hin Unge

Copyright Fotos: Enrico Ahlig

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