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UNDERWATER AFFAIR

Ort: Bottrop-Kirchhellen - Jugendkloster

Datum: 16.08.2008

Manchmal sollte man auch Newcomer Bands eine Chance geben, sich zu beweisen. Was ich bisher von UNDERWATER AFFAIR gehört hatte, legte auf jeden Fall den Grundstein für die Entscheidung, einem Live Gig beizuwohnen. Mit Sonne im Gepäck ging es also auf nach Bottrop-Kirchhellen. Ein wenig hin und her irren darf natürlich nicht fehlen, der Eingang war aber auch irgendwie versteckt. Aber, wer suchet, der findet, und so fand ich mich bald auf dem schon gut gefüllten Freiluft Gelände wieder. Nachmittags Konzerte ziehen natürlich hauptsächlich jüngeres Publikum an. Umso erfreuter war ich, als ich hier und da doch den ein oder anderen „overaged“ Rocker erblickte.

Um 17 Uhr enterten dann die sechs Jungs von UNDERWATER AFFAIR die Bühne. Ein kleines Intro wurde eingespielt und ab da gaben Matze (Shouts) und Felix (Gesang) Vollgas. Schon beim ersten Song „Wait“ war es schwer, die Jungs mit der Kamera einzufangen. Selten habe ich bei einer so jungen Band so viel Energie gesehen. Wer so einen Einstieg hinlegt, ist bei sommerlichen 30 Grad natürlich tropfnass – und ich auch. Denn stehen bleiben versprach keine guten Fotos, man musste schon hinterher rennen. Die sechs aus Dorsten stammenden Rocker begrüßten nach dem ersten Song ihr Publikum, danach folgte „Fates Attraction“. Grundsätzlich ist die Musik von UNDERWATER AFFAIR eine Mischung aus Screamo und Rock. Die Stimmen von Felix und Matze ergänzen sich nahezu perfekt. Felix verleiht den Songs einen Hauch von Pop (-Rock), während die Shouts von Matze dem ganzen Druck mitgeben. Druck ist überhaupt das Stichwort. Unter vollem Körpereinsatz der Frontmänner folgte „Hidden Ways“. Felix schmiss sich das ein oder andere Mal auf die Knie und verkaufte die Bühnenshow der Newcomer absolut professionell. Nein, ich übertreibe nicht. Die Formation gibt es seit zwei Jahren, sie schreiben alle Songs selbst und jeder beherrscht sein Aufgabenfeld, als wäre er schon ewig in diesem Business tätig. Auch den Sprung von der Bühne ließ sich Matze nicht nehmen, während das Publikum pogend über den Platz flog. Runter geht meist einfacher als rauf, also nahm Matze die Treppe zurück nach oben. Da mich die beiden Wirbelwinde schon fast komplett von dem Rest der Band abgelenkt hatten, fielen mir erst jetzt die beiden Gitarristen Luddi und Wessel auf. Einheitlich in weißen Rip-Shirts (soll ja jetzt in sein – man siehe auch das Parklichter Festival) sahen sie, was nicht zu leugnen ist, für ihr Alter doch sehr ansprechend aus. Zumindest haben sie sicherlich viele weibliche Fans. Wir wollen aber doch bei der Musik bleiben. Wer von den beiden 18-Jährigen softe Klänge erwartet hatte, ist bei UNDERWATER AFFAIR definitiv falsch. Würde ja auch gar nicht mehr passen. Bassist Piet hielt sich eher im Hintergrund. Vielleicht haben Bassisten es aber auch so an sich, weniger auffallend zu sein. Entdeckt hab’ ich ihn trotzdem! Die Double-Bass Klänge kamen aus dem Bühnenhintergrund von Schlagzeuger Johannes. Ich würde ja vorschlagen, sich einen etwas höheren Hocker zu besorgen, dann wird man besser gesehen. So verging ein Song nach dem anderen. Wer jetzt aber erwatet hat, dass die Jungs anfangen zu schwächeln, wurde eines Besseren belehrt.

Auch wenn Erschöpfung in den Gesichtern auftauchte, waren sie immer noch mit dem gleichen Einsatz dabei wie beim ersten Song. Wenn man sich allerdings wie Flummibälle über die Bühne bewegt, bleibt es nicht aus, dass sich Mikrofonkabel verirren. Solche Umstände können schon mal zu einer kleinen Pause zwingen. Insgesamt spielten UNDERWATER AFFAIR zehn Songs. Wie bereits erwähnt, ohne Power einzubüssen. Eine durchweg gelungene Bühnenshow, die bei Publikum sehr gut ankam. Als Zugabe sollten andere Klänge über den Platz schweben. Luddi tauschte seine E- gegen eine Akustikgitarre und nahm auf einem Stuhl Platz. Felix griff sich einen Mikrofonständer und versuchte, seinen Atem zu kontrollieren. Ist ja nach dem ganzen Gespringe auch nicht ganz so einfach. „Here we are“ ist der bislang einzige Akustiksong der Jungs. Sie beweisen aber damit, dass sie auch eine weiche Seite haben. Und diese weiche Seite ist unglaublich schön. Der Song traf mitten ins Herz. Eine wirklich gelungene Ballade, die Sänger Felix in weiteres Mal in ein anderes Licht rückte. Unter viel Gegröhle und Applaus verließen dann auch Luddi und Felix die Bühne und man sah sie erschöpft auf eine Treppe sinken. Davon abgesehen, dass man von UNDERWATER AFFAIR in Zukunft noch viel hören wird, sollte jeder einmal die Chance nutzen, sie live zu sehen. Bereuen wird man es meiner Meinung nach auf keinen Fall. Eine Weile blieb ich noch auf dem Gelände, bevor ich mich auf den Heimweg zurück in mein schönes Hattingen machte. Natürlich mit der Aussicht auf den nächsten UWA-Gig.

Setlist
Intro
Wait
Fates Attraction
Hidden Ways
Sympathy (. . . )
The Enemy Within
Moments will soon fade
Lost
Feels like Forgetting
Sacrifice
Here we are (akustisch)

Copyright Fotos: Ramona Schwarz

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