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UNHEILIG (DVD-Präsentation)

Ort: Leipzig WGT Cinestar

Datum: 15.05.2005

Ein WGT ohne den Grafen ist ja eigentlich undenkbar, und damit es nicht so kommen konnte, entschieden wir uns der Sonntäglichen DVD-Präsentation beizuwohnen. Wie man ja schon unseren Seiten entnehmen konnte, erscheint in Bälde die erste UNHEILIG-DVD mit dem schönen Namen „Kopfkino“. Überraschenderweise dachten wohl viele WGTler wie wir und das zentral gelegene Cinestar sah sich von daher doch einigen düsteren Zeitgenossen „ausgesetzt“. Die Veranstaltung fand dann auch in einem riesigen Saal statt, dessen 350 Plätze fast ausgebucht gewesen sein dürften. Eigentlich fehlte jetzt nur noch der Graf selbst zu unserem Glück, aber man konnte sich die Zeit ja mit Nachos und Cola vertreiben, und die roten Plüschsitze waren auch nicht ungemütlich. Schließlich überraschte uns ein Sprecher mit der Nachricht, dass der Graf noch unterwegs sei, von daher widmeten wir uns kurz einem amüsanten Puppenkurzfilm mit Namen „Warbie“ oder so ähnlich. Aber dann war es auch schon so weit: Der charismatische Sänger stürmte in seinem üblichen Outfit nach unten und schien augenscheinlich etwas aufgeregt zu sein. Im Gegensatz zu sonst beließ er es bei einer kurzen Ansage, bevor er es sich selbst links mittig gemütlich machte.

Die DVD wurde per Beamer auf die Leinwand übertragen, was natürlich nicht gerade optimale Qualität bedeutet. Zudem stockte das Gerät gerade zu Beginn mehrere Male, aber kurze Zeit später hatte es sich dann wohl eingelaufen, so dass man sich auf Bild und Sound konzentrieren konnte. Zunächst wurde ein kurzes Feature präsentiert, bei dem der Graf durch die einheimische Flora und Fauna marschiert und ein paar Lebensweisheiten zum besten gibt. Nicht gerade sonderlich tiefschürfend, aber für den Fan leidlich interessant. Spannender ist da sicher das eigentliche Konzert, welches nun ausgiebig zum Zuge kam. Ich will hier weder auf die Qualitäten der DVD oder eines typischen UNHEILIG-Konzertes eingehen (das gibt es bei uns woanders zur Genüge), interessant ist aber das Verhalten der Zuschauer, die von Song zu Song mehr mitgingen. Und ich rede hier von denen im Kino, die vor Ort beim eigentlichen Konzert hätten sicherlich mehr feiern können. So wurde auch im Vorführsaal selbst immer lauter nach einzelnen Tracks geklatscht und einige konnten ihren Bewegungsdrang kaum mehr bremsen… Bevor es zu „schlimm“ wurde, beendete man die Projektion und sparte aufgrund der Zeitknappheit die letzten 4 Titel aus. Da hatte man aber schon Kracher wie „Freiheit“, „Schutzengel“ oder „Maschine“ ausgiebigst genießen können. Balsam für die Füße nach 2 anstrengenden Konzerttagen.

Der Graf kam dann noch mal nach vorne und wirkte dabei schon deutlich gefasster. Er kündigte noch 2 kurze weitere DVD Features an und wies auf seine Präsenz vor dem Ausgang hin, wo man natürlich die Scheibe zum Special Festival Preis von 15 Euro erwerben konnte. Jetzt also galt es noch den „Freiheit“ Videoclip zu begutachten, der momentan sehr erfolgreich bei Viva läuft, und eine Bildergalerie, auf die man aber hätte gerne verzichten können. Sehr anständiger Applaus deutete daraufhin, dass die meisten ihr Kommen nicht bereut haben dürften. Dann staute es sich plötzlich: Grund hierfür ein belagerter Graf, der nicht müde wurde, Autogramme zu geben und sich mit Fans fotografieren zu lassen. Wirklich ein Künstler zum Anfassen, der zwar geschickt die Vermarktungsmaschinerie nutzt, aber das mit Augenzwinkern und Charme umsetzt. Derweil spielten sich ein paar Meter weiter schon kleine Tragödien ab, frustrierte ERBEN Fans ließen ihrem Unmut freien Lauf, dass sie keine der begehrten Karten für Oswald Henkes Lesung/ DVD-Präsi mehr abbekommen hatten. Das kann euch bei einem waschechten Grafen nicht passieren…

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