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UNHEILIG – EISBRECHER – DOWN BELOW – STAUBKIND

Ort: Hannover - Gildeparkbühne

Datum: 05.09.2009

Nachdem bereits am 20.12.2008 in Köln ein „Unheilig & Friends“-IndoorFestival stattgefunden hatte, gab es dieses Jahr gleich drei Open-Airs unter diesem Namen, so auch auf der Gilde Parkbühne in Hannover. Dort gibt es eine fest installierte Bühnenanlage mit angeschlossenem Gebäudekomplex, der auch den Vorteil richtiger Toiletten im Gegensatz zu den Dixis der meisten anderen Festivals bietet. Das Festival wurde als Familien-Festival konzipiert, so gab es auch ein umfangreiches Extra-Programm für die Kinder, wie z.B. ein Theaterstück, eine Hüpfburg oder Kinderschminken. Zudem waren die Kinder bei einer Autogrammstunde des Grafen incl. Fotoshooting zuerst an der Reihe. Wenig familienfreundlich waren dagegen die Essens- und Getränkepreise mit 3 Euro für eine Bratwurst, 3,50 Euro für eine Curry, Pommes ohne 2,50 Euro, mit 3 Euro oder Pils und Cola 0,5 l für 4 Euro. Dafür waren die äußeren Umstände trotz Schlechtwetterfront besser als erwartet. Während es auf dem Weg von der U-Bahnhaltestelle zum Festivalgelände noch leicht am Regnen war, kam kurz nach unserem Betreten des Geländes gegen 16:30 Uhr die Sonne für eine längere Zeit hinter den Wolken hervor. Zu dieser Zeit gab es auch schon eine sehr lange Warteschlange für die Autogrammstunde, weshalb ich mir das Anstehen dort gleich ersparte. Die Schlange sollte auch bis zum Ende der Autogrammstunde um 19:00 Uhr noch recht lang bleiben, wie immer wurde quasi jeder mit einem Autogramm versorgt, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte.

Überpünktlich kündigte der Ansager um 16:58 Uhr die erste Band STAUBKIND an. Bei der vierköpfigen Formation handelt es sich um ein Solo-Projekt des TERMINAL CHOICE-Gitarristen Louis Manke, der hier den Gesang übernimmt. STAUBKIND feiern in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen. Bei ihren Songs werden Einflüsse von OOMPH, UNHEILIG und ZERAPHINE deutlich. Es wurden Songs von den beiden bislang erschienen Alben gespielt, von „Traumfänger“ u.a. „Dein Engel schweigt“, „Mein Herz“ und das „Schlaflied“, zu dem der Graf den Text beigesteuert hat. Vom Album „Zu weit“ gab es u.a. die Stücke „Halt mich“ und „Wunderschön“ zu hören. Letzteres setzt sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander. Die Band war sichtlich gut gelaunt und bot dem Publikum eine gute Show. Die Licht- und Raucheffekte auf der Bühne konnten aufgrund des Sonnenscheins ihre Wirkung aber noch nicht richtig entfalten. Bei einer Ansage kündigte Louis Manke an, dass nach dem Festival noch im „Darkstar“ in Hannover eine Aftershow-Party stattfände, wo die Band auch anzutreffen sei, bevor STAUBKIND nach acht Songs und 35 Minuten Spielzeit schließlich ihren Auftritt schon wieder beendeten.

Um 18 Uhr ging es dann weiter mit DOWN BELOW. Die vier Musiker aus Sachsen-Anhalt waren bereits 2008 Vorband von UNHEILIG auf deren „Moderne Zeiten“-Tour. Während die Band damals fast ausschließlich englischsprachige Songs gespielt hat, wurden diesmal ausschließlich deutschsprachige Stücke präsentiert. Dies dürfte daraus resultieren, dass das im Juni erschienene aktuelle Album „Wildes Herz“ nur deutsche Texte enthält, zum anderen passte das so wohl auch besser zu den anderen Bands auf dem Festival. Wie schon vorher bei STAUBKIND war der Platz vor der Bühne während des Auftritts nur halb gefüllt, da sowohl Besucher hinten auf der Sitztribüne waren als auch immer noch viele bei der Autogrammstunde anstanden. Nach dem Song „Frei“ stimmte Sänger Neo Scope eine Laola-Welle an, die auch bis hinten zur Sitztribüne weiterging. Danach folgte das Stück „Sand in meiner Hand“ vom Album „Sinfony 23“, mit dem die Band 2008 bei Stefan Raabs Bundesvision-Songcontest den dritten Platz belegt hatte. Weiter ging es noch mit „Wildes Herz“ und „Keine einzige Träne“. Nachdem man sich noch bei UNHEILIG für das Festival bedankt hatte, wurde zum Abschluss noch passend das Lied „Das Ende“ geboten, ehe die Band gegen 18:40 Uhr die Bühne verließ.

Als nächstes waren nach leichten Problemen beim Soundcheck EISBRECHER um 19:15 Uhr auf der Bühne. Der Ansager hatte deren Verspätung damit begründet, dass EISBRECHER nicht rechtzeitig von der Hüpfburg gekommen wären, in Anspielung auf das Festival in Leipzig eine Woche vorher. Sänger und Frontmann Alexx Wesselsky bestritt dann aber direkt, dass das in Hannover auch so gewesen sei. Los ging es dann mit „Kann denn Liebe Sünde sein?“. Vor der Bühne war es jetzt wesentlich voller und das Publikum ging von Anfang an begeistert mit. Das Programm der Musiker aus München war sehr abwechslungsreich, Songs von den drei Alben „Eisbrecher“, „Antikörper“ und „Sünde“ waren sehr gut ausgewählt. Alexx hatte sich für die Kinder diesmal extra eine Mickey Mouse-Krawatte umgebunden. Die nächsten Stücke wie „Antikörper“, „Willkommen im Nichts“ oder „Vergissmeinnicht“ sorgten bei Band und Publikum für gute Stimmung. Insgesamt kann man sagen, dass alle Bands sehr leidenschaftlich bei der Sache waren und ihr Programm nicht nur runterspulten. Der nächste Titel „Schwarze Witwe“ war textlich sicher für die anwesenden Kinder noch nicht so ideal, aber darauf wurde diesmal wohl nicht so streng geachtet. Alexx hatte inzwischen seine Kapitänsmütze gegen eine silberne Schüssel auf dem Kopf gewechselt. Nach „Heilig“ vom noch aktuellen Album „Sünde“ verließen EISBRECHER zum ersten Mal die Bühne, worauf sofort Zugabe-Rufe aus dem Publikum einsetzten. Nach kurzer Zeit kehrte die Band dann auch schon auf die Bühne zurück und Alexx warf Überraschungs-Eier und Stofftiere für die Kinder ins Publikum. Weiter ging es mit „This is Deutsch“, bei dem das Publikum auch noch mal voll abging. Daraufhin stellte Alexx die Musiker der Band vor, hier ist natürlich vor allem Noel Pix zu erwähnen, und wünschte dem Publikum noch viel Spaß mit UNHEILIG. Fehlen durfte zum Abschluss allerdings nicht der MEGAHERZ-Klassiker „Miststück“, mit dem EISBRECHER nach 65 Minuten wie immer ihren Auftritt beendeten. Laut dem auf dem Festival ausliegenden Flyern wird die Band im nächsten April wieder auf Tour zu ihrem neuen Album gehen, u.a. in Aschaffenburg, Duisburg und Hannover. Da kann man also schon gespannt sein.

Setlist EISBRECHER:
Kann denn Liebe Sünde sein?
Angst
Antikörper
Willkommen im Nichts
Herzdieb
Leider
Vergissmeinnicht
Schwarze Witwe
Heilig

This ist Deutsch
Miststück

Um 20:50 Uhr waren dann schließlich die „Gastgeber“ UNHEILIG an der Reihe. Der Graf stürmte im gewohnten Outfit auf die Bühne und legte mit „Lampenfieber“ direkt ordentlich los. Er flitzte von Beginn an über die Bühne und zeigte seine prägnante Gestik und Mimik. Weiter ging es mit „Spiegelbild“ und danach mit „Astronaut“, der ersten Ballade. Zu Beginn des Auftritts von UNHEILIG fing es dann doch noch recht stark an zu regnen, dies hielt allerdings glücklicherweise nicht lange an. Die Band spielte Songs von allen fünf bislang erschienen Alben, der Schwerpunkt lag aber auf den letzten drei Werken. Es ging weiter mit „Sieh in mein Gesicht“ und „Kleine Puppe“. Daraufhin folgte ein mit „Unter deiner Flagge“ betiteltes, bislang unveröffentlichtes Stück! Hierbei handelt es sich um eine Ballade, die der Graf seiner Mutter gewidmet hat. Mit „Feuerengel“ und „An deiner Seite“ folgten zwei weitere Balladen, bei letzterer kamen die ans Publikum verteilten Leuchtstäbe mal wieder zum Einsatz. Mit „Nichts ist für die Ewigkeit“ folgte ein weiteres neues Lied, welches recht rockig rüberkommt. Mit „Maschine“ und „Freiheit“ ging es auch rockig weiter. Zwischendurch machte der Graf die Ansage, dass zuerst alle auf seinen Vorschlag, ein Familien-Festival zu veranstalten, skeptisch reagiert hätten und gemeint worden sei, es würde kaum einer dahin kommen. Wie man an den drei Open-Airs sehe, sei aber das Gegenteil der Fall. Im Publikum brandete daraufhin Jubel auf. Nach dem nächsten Song „Vorhang fällt“ verließ die Band die Bühne, im Publikum kam es wiederum schnell zu den obligatorischen Zugabe-Rufen. UNHEILIG kehrten sodann auf die Bühne zurück und der Graf stellte erst einmal in Ruhe seine Band vor. Live neu mit dabei ist inzwischen der Schlagzeuger „Potti“. Nach „Spielzeugmann“ bedankte sich der Graf noch mal beim Publikum, bevor schließlich mit „Mein Stern“ der Abschluss des recht langen Konzertabends erfolgte. Wie üblich wurden im Publikum Leuchtstäbe, Feuerzeuge oder auch Handys hochgehalten, um ein Lichtermeer zu erzeugen. Gegen 22:20 Uhr war der Auftritt von UNHEILIG und damit das Festival dann schließlich beendet.

Abschließend kann man vom „Unheilig & Friends“-Festival ein überwiegend positives Fazit ziehen. Alles war gut durchorganisiert und die Bands waren auch mit vollem Einsatz dabei. Kritik kann man allerdings an den Preisen für Essen und Getränke äußern, die selbst für ein Festival, insbesondere ein „Familienfestival“, ein wenig unverschämt waren. Die Zuschauer verließen dennoch zumeist zufrieden das Festivalgelände und machten sich auf den Weg nach Hause bzw. manche wohl auch noch zur Aftershow-Party.

Setlist UNHEILIG:
Lampenfieber
Spiegelbild
Astronaut
Tanz mit dem Feuer
Sieh in mein Gesicht
Kleine Puppe
Unter deiner Flagge
Feuerengel
An deiner Seite
Nichts ist für die Ewigkeit
Sage Ja
Maschine
Freiheit
Vorhang fällt

Spielzeugmann
Mein Stern

Copyright Fotos: Esther Mai

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