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UNSER INDUSTRIE V (FEINE TRINKERS BEI PINKELS DAHEIM – CD KREISVERBAND FRIEDRICHSHAIN)

Ort: Leipzig

Datum: 11.06.2011

Nachdem die WGT-Konzerte für uns an diesem Tage zu Ende waren, ging es auf einer anderen Veranstaltung noch munter weiter. Die uns genannte Wegbeschreibung führte uns direkt vor eine alte Villa. Aber weit und breit nichts zu sehen, was auf ein Konzert hätte hindeuten können. Da das Tor offen stand, gingen wir mutiger Weise hinein. Hinter dem angrenzenden Garten fing direkt ein kleines Wäldchen an, und aus diesem kamen gerade ein paar schwarze Gestalten raus. Aha, da geht’s also lang. Durch das kurze Waldstück, eine Böschung runter, unter einer Brücke durch und schon standen wir vor einer alten, ruinösen Fabrik. Am anderen Ende der großen Halle brannte ein Feuer und es war Musik zu hören. Auf dem Weg dahin mussten wir nur noch ein Paar tiefen Löchern im Boden ausweichen. Was für eine perfekte Räumlichkeit für ein Industrial-, Dark Ambient- und Drone-Festival. Etwa 50 bis 100 Leute hatten sich eingefunden, darunter auch überraschend viele internationale Gäste. Denn man kann nicht gerade behaupten, dass das Festival beworben worden wäre. Völlig unkommerziell, kein Eintritt und Getränke waren selber mitzubringen.

In einem kleinen Raum neben der Halle fand dann das eigentliche Konzert statt. Die Bühne bestand aus mehreren alten Tischen und am Rand standen diverse alte Sitzgelegenheiten. In der Mitte das Publikum. Wir kamen gerade zu CD KREISVERBAND FRIEDRICHSHAIN, untertitelt mit „Christian Democratic Unholds“. Zu hören gab es düsteren Dark Ambient. Danach fand eine unfreiwillig längere Pause statt. Grund dafür war, dass jemand eine Etage höher irgendwo in die Ecke gepinkelt hatte. Die Notdurft fand ihren Weg durch Rohre eine Etage tiefer und landete genau auf der Technik. So hieß es zumindest…

Der nächste Act war mir sogar bekannt. FEINE TRINKERS BEI PINKELS DAHEIM gibt es schon seit Anfang der 90er. Ihre „psychoakustischen Playgrounds“ in Form von experimentellem Dark Ambient konnten ebenfalls überzeugen. Weder auf dem Flyer noch auf der Setlist stand der unbestrittene Hauptact. Aber bei uns kursierte schon vor unserer Ankunft das Gerücht, LAST DOMINION LOST sollten hier einen Auftritt feiern. Leider kam es nicht mehr dazu…

…Wir hatten es uns gerade am Feuer bequem gemacht und der Musik gelauscht, als auf einmal mehrere Taschenlampen aus zwei Richtungen leuchteten. Wir waren nicht so professionell und hatten nur ein Handy, das unseren Weg beleuchtete. Und als die Lichter schnell näherkamen, war ersichtlich, dass es ungeladenen Gäste waren, die die Party stören wollten: die Polizei. Und wenige Zeit später ohne Musik kam die Anweisung: „Verlassen Sie alle sofort das Gelände oder sie werden verhaftet.“ Das überzeugte und somit war die Veranstaltung leider etwas zu früh zu Ende.

Es gab wohl „massive Beschwerden wegen Ruhestörung“. Was schon verwundert, denn außerhalb des Geländes war nicht viel zu hören und direkt daneben liegen Bahnschienen, auf denen Züge langdonnern. Zum Schlafen gehen war es noch zu früh, also ging es… na… wieder in die Villa. Dieses Mal bis 7 Uhr.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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