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URIAH HEEP – THIN LIZZY – ANDREW PAUL WOODWORTH

Ort: Osnabrück - Halle Gartlage

Datum: 24.10.2008

Ein Stück Musikgeschichte zu Gast in Osnabrück! Am 24.10.2008 gaben sich THIN LIZZY und URIAH HEEP in der Halle Gartlage die Ehre. Die Besucher wurden dabei aus einer drei Generationen übergreifenden bunten Mischung gestellt. So waren sowohl junge Menschen Anfang 20, Motorradrocker Mitte 30, Familienväter um die 40 mit ihren Söhnen – es geht halt nichts über musikalische Früherziehung – als auch Leute über 60 anwesend. Aber das darf man wohl auch erwarten, wenn zwei Bands aufspielen, die jeweils auf ca. 40 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken können. Komplettiert wurde das Line-Up von ANDREW PAUL WOODWORTH, welcher den Abend auch eröffnete. Viel Zeit hatte er allerdings nicht. So konnte er gerade mal vier Songs zum Besten geben. Aber die Zeit reichte aus, um sein neues Solo-Album „Eddy ate dynamite“ zu promoten und mit dem Publikum ein Bier zu trinken. Und artig bedankt dafür, daß er vor den Rockgiganten, die noch folgen sollten, auftreten durfte, hat er sich auch. Normalerweise durch eine Band verstärkt wusste er aber auch nur mit Akustikgitarre bewaffnet zu überzeugen. Insbesondere seine Version des BEASTIE BOYS Klassikers „Fight for your right“ machte Appetit auf mehr. Eine nette Überraschung waren die Promo-CDs, die nach dem Konzert an jeder Autoscheibe steckten.

Pünktlich um 20 Uhr betraten dann THIN LIZZY in Person von John Sykes (Gesang, Gitarre), Scott Gorham (Gitarre), Tommy Aldridge (Drums) und Francesco DiCosmo (Bass) die Bühne. Nach dem Sirenen-Intro ging’s dann auch gleich mit „Jailbreak“ und „Waiting For An Alibi“ zur Sache. Es folgten „Don’t Believe A Word“, „Are You Ready” und “Dancing In The Moonlight”, wobei man stimmliche Unterstützung vom Publikum bekam. Daraufhin erinnerte John an den großartigen Phil Lynott, dem nicht nur das Konzert gewidmet wurde – das gesamte Wirken THIN LIZZYs seit der Neugründung 1999 ist dem Leben und der Arbeit Phils gehuldigt. So nimmt die Band zwar keine neue Musik auf, aber tourt noch recht regelmäßig mit sichtlichem Spaß! Nach „Still In Love With You“ und “Sha La La” spielte Tomy Aldridge ein Drum-Solo, wie ich es noch nie gesehen habe! Mir ging sofort „Das Tier“ aus der Muppet Show durch den Kopf, denn man sah nur noch Haare und Arme! Als er dann seine Sticks ins Publikum warf, war aber noch lange nicht Schluss, denn er spielte sein Solo nur mit den Händen zuende. Ich war schon vorher von seiner Dynamik stark beeindruckt, aber dieses Solo hat mich echt begeistert. Das alleine war schon den Eintritt wert! Danach kamen noch „Emerald“ und „Cowboy Song“, bevor sie mit „The Boys Are Back In Town“ ihren größten Hit spielten. Nach tosendem Applaus folgten noch die Zugaben „Cold Sweat“ und „Black Rose“, ehe die Band nach einer guten Stunde die Bühne verließ und das Publikum begeistert zurück ließ.

Setlist THIN LIZZY
Jailbreak
Waiting For An Alibi
Don’t Believe A Word
Are You Ready
Dancing In The Moonlight
Still In Love With You
Sha la la
Drum Solo
Emerald
Cowboy Song
The Boys Are Back In Town

Cold Sweat
Black Rose

In der Umbaupause wurde dann die Bühne für die Mannen um URIAH HEEP-Gründungsmitglied Mick Box (Gitarre) vorbereitet, als da wären: Bernie Shaw (Gesang), Trevor Bolder (Bass), Phil Lanzon (Keyboards) und Russell Gilbrook am Schlagzeug. Diese Tour ist voll und ganz der neuen Scheibe gewidmet. So gab’s nach dem Intro gleich mit „Wake The Sleeper“, „Overload“ und „Tears Of The World“ drei Stücke vom aktuellen Album auf die Ohren, bevor mit „Stealin’“ ein alter Klassiker gespielt wurde. Danach durfte sich auch Russell an einem kleinen Drum-Solo versuchen, konnte im direkten Vergleich mit Tommy aber nur den kürzeren ziehen. Danach ging es dann mit den neuen Sachen weiter. Wieder wurden einige neue Songs am Stück vorgestellt. Und zwar “Sunrise”, „Heaven’s Rain“, „Book Of Lies” und „Light Of A Thousand Stars”. Am folgenden Keyboard-Intro konnte der Kenner dann wieder mit „Gypsy“ einen Song von 1970 erkennen. Mit „Look At Yourself” gab es dann gleich noch einen von 1971 hinterher. Und da das Publikum 10 Jahre warten musste, um neues Material zu hören und die Band 10 Jahre warten musste, um dieses zu spielen, würde man heute die komplette Scheibe spielen, so Bernie in einer kleinen Ansprache. Eine nette Idee war übrigens sein Halfter am rechten Oberschenkel. Nur benutzte er es (natürlich) nicht für einen Revolver, sondern parkte dort ab und an das Mikro. So kamen wir also auch noch in den Genuß von „What Kind Of God“, „Ghost Of The Ocean“, „Warchild“, „Shadow“ und „Angels Walk With You“. Zuletzt gab es dann noch die Hits „July Morning“, „Easy Livin’“ und als Zugabe ihren größten Erfolg: „Lady In Black“. Alles in allem ein perfekter Konzertabend! Die Herren hatte sichtlich Spaß an ihrer Musik und konnte diesen auch auf das Auditorium übertragen.

Setlist URIAH HEEP
Wake The Sleeper
Overload
Tears Of The World
Stealin‘
Sunrise
Heaven’s Rain
Book Of Lies
Light Of A Thousand Stars
Gypsy
Look At Yourself
What Kind Of God
Ghost Of The Ocean
War Child
Shadow
Angels Walk With You
July Morning
Easy Livin

Lady In Black

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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