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VIKING METALFEST 2008

Ort: Losheim am Stausee - Eisenbahnhalle

Datum: 24.10.2008

Die Wikinger sind los! Da sollte die Eisenbahnhalle doch bei einem solchen Line-Up aus allen Nähten platzen! Ja, dachte ich zumindest. Doch weit gefehlt, trotz wirklich sehenswertem Line-Up hatte sich nur eine recht übersichtliche Schar Wikinger zum Metalfest (welches übrigens in anderen Städten auch unter dem Namen Ragnarök Festival Tour 2008 Halt machte) nach Losheim verirrt, die die Halle dann etwa zu einem Drittel füllte. Was aber nicht heißen soll, dass eben diese sich nicht gehörig ins Zeug gelegt hätten, um ihre Band abzufeiern. Nun denn, Trinkhörner gefüllt, Äxte und Schwerter poliert und auf geht’s in die Schlacht.

Den Anfang macht die Portugiesen von GWYDION, die allerdings weniger in Nordischen, denn eher in symphonisch Black metallisch angehauchten Gewässern schipperten. Gesungen wurde aber trotz allem über Wikinger und alles, was damit zusammenhängt. Seit Anfang des Jahres ist das Debütalbum „Ynis Mön“ auf dem Markt und so durften natürlich Lieder wie „Viking’s Horn Parody“ oder „Turning Of The Wheel“ nicht fehlen. Egal in welche Sparte man die Jungs auch stecken mag, was sie da abgeliefert haben, konnte sich alle Male hören lassen und ich kann sie nur weiterempfehlen.

Allein schon vom geographischen her, befanden wir uns danach mit den Dänen von SVARTSOT auf jeden Fall schon mal in der Wikingerecke – auch diese sind, ebenso wie ihre Vorgänger eine noch recht junge Truppe, die 2007 mit „Ravennes Saga“ ihre erste Scheibe in Umlauf brachten. Texte auf Dänisch gab’s obendrauf und die Meute vor der Bühne kam so langsam in Feier, äh Schlachtlaune. Gegenüber dem Opener fiel hier die Reaktion des Publikums allerdings etwas schwächer aus.

Yarrrr, shiver me timbers! Man ahnt es schon, hier waren nun Piraten am Zug und zwar schottische. ALESTORM enterten demnach die Bühne und hatten offenbar, der flaggeschwenkenden Gruppe am Bühnenrand nach zu schließen, einen kleinen Fanclub dabei. Einige waren außerdem recht piratenmäßig gekleidet und schufen so das passende Ambiente für die jüngste Band des Abends (zumindest vom Gründungsdatum her kann ich das behaupten, 2007 war’s nämlich). Nun, was soll man sagen, wie zu erwarten war, kochte die Stimmung und Christopher Bowes lud alle zu „Captain Morgan’s Revenge“ ein, welches zwischendurch, auch von Seiten des Publikums mit einem zünftigen „Shiver me timbers!“ bejubelt wurde. Ich für meinen Teil, fühlte mich zwischendurch ob des tragbaren Keyboards des Sängers (und auch der wahnwitzigen Melodieläufe) ein wenig an DRAGONFORCE erinnert – ähnlich hyperaktiv waren die Schotten übrigens stellenweise auch.

Aye, weiter im Programm. Nun wurde es progressiver, denn die Österreicher von HOLLENTHON standen in den Startlöchern. Einige waren ein wenig verwundert, hatten sie doch die Herren als Headliner vermutet, aber egal wie, der symphonische Dark Metal wurde lautstark bejubelt. Direkt zum Einstieg gab’s eine deftige Klassik meets Metal Mixtur, denn „On The Wings Of A Dove“ mit Versatzstücken von Mussorgskys „Baba Yaga“ (übrigens ein empfehlenswerter Komponist, nur mal so am Rande!) machte den Anfang. Spätestens jetzt war die Nackenmuskulatur wohl aufgewärmt und so ging es weiter mit epischen Passagen, Chören, Opergesang und Growls. „Y Draig Goch“ und weitere Songs quer durch die Alben kamen natürlich ebenfalls nicht zu kurz. Freut mich jedenfalls, dass HOLLENTHON ziemlich gut aufgenommen wurden, auch wenn sie bei diesem Billing doch etwas aus der Reihe tanzten. Mein persönliches Highlight des Abends. (Im Übrigen war auch der Lichtmensch ab diesem Zeitpunkt auch erst voll und ganz da, so dass es nun nicht mehr nur nette Farben im Hintergrund gab, sondern auch mal ordentlich Beleuchtung von vorne.)

Für TÝR war die Messlatte nun doch schon recht hochgesetzt und bis dato hatten es die Färöer noch nie so recht geschafft, mich zu 100% von sich zu überzeugen – zumindest live, auf CD war ihnen dies durchaus schon gelungen! Mit wunderbarem mehrstimmigen Gesang wie man es von den Jungs kennt, wurde der Abend in einem färöisch-englischen Mix ausgeläutet. Bei diesem Gig waren die Meisten jedenfalls so richtig hin und weg, zu schön waren die Melodien, die da den Instrumenten entlockt wurden. Headbangtauglich war das Ganze natürlich ebenfalls – ein perfekter Ausklang für den Wikingerabend. Und das, obwohl ich zu Beginn noch der Meinung war, dass es besser gewesen wäre, hätten HOLLENTHON als letzte Band gespielt.

Alles in allem wirklich ein gelungener Abend, bei dem jede Band auf ihre Art und Weise zu überzeugen wusste. Am Anfang mag der ein oder andere noch so seine Zweifel gehabt haben, ob das alles so zusammenpassen würde, aber das tat es. Schande über die, die sich diese Wikingerparty haben entgehen lassen! Wenn’s noch mal ein solch buntes Paket gibt, werde ich jedenfalls gerne wieder antanzen!

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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