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VNV NATION

Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 17.11.2013

Relativ kurzfristig kam ich an diesem Abend in den Genuss, den Auftritt VNV NATIONs in Ostwestfalens Metropole Nr. 1 schreiberisch zu begleiten. Nach so vielen intensiven Konzerterlebnissen mit Ronan und Mark sicher nicht das Schlechteste zum Wochenabschluss, was gut 1500 Mitbesucher im Ringlokschuppen anscheinend ähnlich sahen. Dabei lag der „schwarze“ Anteil bei mehr als 90 Prozent, was mich doch ein wenig überraschte, da mittlerweile ja auch jede progressive Hausfrau auf VNV kann. Ohne Vorband dafür mit ohrenbetäubender Bum Bum-Beschallung zum Warmwerden ging es direkt mit den 4 Elektrolyten los. Mr. Harris gut aufgelegt wie eh und je an vorderster Front und seine 3 Mitmusiker hinter einer leicht futuristischen Disco-Kanzel, dahinter noch eine LED-Tafel für vereinzelte Animationen. Neben dem Obersympath Jackson an den E-Drums agierten als Live-Keyboarder an den Flanken noch André Winter (auch in der VNV-Produktion tätig) sowie der „neue“ Lennart A. Salomon (ebenfalls aus Hamburg stammender Fronter von SONO).

Der Einstieg mit dem Trio „Retaliate“, „Sentinel“ und dem treibenden „Chrome“ sorgte sofort für gute Laune der Fans, das fehlende Licht für Sorgenfalten bei den angereisten Fotographen. Dafür entschädigte aber ein Flirt Ronans direkt mit den Kameras inkl. Teufelsgruss. Der Ostwestfale an und für sich gilt ja gemeinhin als eher dröge, doch an diesem Abend ging es direkt von Anfang an fast euphorisch im Schuppen zu Gange, vielleicht waren viele Auswärtige vor Ort… Selbst Ronan schien überrascht zu sein und kriegte das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, was sich über die komplette Spielzeit nicht mehr ändern sollte. Vor nicht allzu langer Zeit erschien ja das neue Studio Album namens „Transnational“, das mich ehrlich gesagt nicht wirklich vom Hocker gehauen hat, ein paar gute Tracks ja, aber mittlerweile sind die Kompositionen doch recht gleichförmig. Live geht die Formel „Beats plus Pathos“ allerdings immer noch prächtig auf, überall wurde getanzt und mitgesungen. Insbesondere „Tomorrow Never Comes“, „The Farthest Star“ und das nur selten gespielte „Holding on“ sorgten für Emotionen. Mr. Ronan nutzte die Euphorie für Geschlechter-Singspiele und die mexikanische Welle (bei uns eher als La Ola bekannt), zudem kam er zu der bahnbrechenden Erkenntnis, dass auch die Schwarze Szene Spaß haben kann, einfach wenn und weil sie es will. Mit dem beatigen „Resolution“ ging es in die erste Pause, doch nicht lange und die erste Verlängerung folgte in Form einer sehr gefühlvollen Piano-Version von „Further“, bei der leider wieder einige Mitmenschen bewiesen, nicht mal 3 Minuten die Fresse halten zu können. „Epicentre“ und „Control“ bliesen dann noch mal den Staub von den Schuhen, bevor der Vierer abermals die Bühne verließ. Es folgte noch ein weiterer 3-teiliger Zugabenblock, der von „Nova“ pathetisch eingeleitet wurde. Danach wurde „If I Was“ mit den Worten „Manch einer würde diesen Song nicht mögen, viele andere schon“ eingeleitet. Dabei zähle ich wohl eher zur ersten Gruppe, so richtig zündete dieser Track in meinen Ohren nicht. Doch das erwartungsgemäß abschließende „Perpetual“ konnte noch mal alle Anwesenden zu Höchstleistungen treiben. Fast unendlich lang skandierten Fronter und Fans das „Badamdadadadam“, bis die letzten Töne in der Weite Ostwestfalens verschwanden und sich die Band noch einmal unter tosendem Applaus verabschiedete. Beziehungsweise sie versuchte es, die Zuschauer wollten VNV gar nicht mehr gehen lassen, so dass sich der mehr als respektabel deutsch sprechende Ronan noch zu einer rührigen Dankesrede hinreißen ließ, die absolut authentisch wirkte.

Kurzum ein perfekter Abend für alle Victory-Not-Vengeance-Anhänger, an dem man bestenfalls nur kleine Details kritisieren könnte und das wollen wir an dieser Stelle nicht…

Setlist
Retaliate 
Sentinel
Chrome 
Primary 
Illusion 
Everything 
Space & Time 
Tomorrow Never Comes 
Holding on
Standing 
Off Screen 
The Farthest Star 
Resolution 

Further (Piano version)
Epicentre
Control 

Nova (Shine a Light on Me) 
If I was
Perpetual 

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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