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VOLBEAT – STUCK MOJO – PRESIDENT EVIL – SERUM 114

Ort: Osnabrück - Halle Gartlage

Datum: 25.10.2008

Nach den Rock-Urgesteinen URIAH HEEP und THIN LIZZY am Freitag verschlug es mich am Samstag zum zweiten Mal an diesem Wochenende in die Halle Gartlage. Dieses Mal zu einem der heißesten Durchstarter des Jahres 2008 – VOLBEAT.

Als ich gegen 19.40 Uhr die Halle Gartlage erreichte, war der Parkplatz gut gefüllt und ich konnte bereits laute Musik aus der Halle vernehmen, obwohl Konzertbeginn laut Ankündigung erst um 20 Uhr sein sollte. Das Konzert war seit Wochen ausverkauft und eine dementsprechend lange Schlange wartete nun bereits darauf eingelassen zu werden. Ein Privileg der Presse, sich schnell vorbeizudrängeln, was in diesem Falle ganz gut war, um noch einige Fotos von PRESIDENT EVIL schießen zu können. Doch auch musikalisch konnte die Band durchaus überzeugen. Zwar wurde das Rad von den Bremern nicht gerade neu erfunden, aber dennoch konnten sie nicht nur mich mit schnörkellosem Rock ’n’ Roll völlig überzeugen. Der Saal war trotz der langen Schlange vor der Tür schon mehr als gut gefüllt, in der Mitte des Sets forderten dann die ersten lautstark eine Wall of Death und versuchten diese gleich mit (für die erste Vorband) erstaunlichem Erfolg umzusetzen. Das MOTÖRHEAD Cover von „Rock ’n’ Roll“ passte bestens ins Konzept und rundete einen wirklich guten, halbstündigen Auftritt ab. Diese Band also bitte nicht aus den Augen verlieren.

Die nun folgenden SERUM 114 konnten mich hingegen nicht wirklich begeistern, viele der Anwesenden jedoch schon. Ich kannte die Band vorher auch nicht und dementsprechend waren mir die deutschen Texte fremd. Den vierten Song erkannte ich dann dennoch: „Through these eyes“ von SOCIAL DISTORTION. ABER: Mit deutschem Text und ich überlege bis heute, ob es sich um eine geniale Idee oder um bodenlose Blasphemie handelt. Als dann der nächste Song vom Basser gesungen wurde, sprang der Sänger über die Boxen in den Graben, um die Bühne und auf dieser schließlich wie ein Irrer umher und sorgte, wie der Rest der Band auch, für eine ordentliche Performance. Dennoch fehlte mir so der letzte „kick in the ass“.

Super Überleitung, denn genau dieser kam nun! Mein letztes STUCK MOJO Konzert mag gut und gerne 10 Jahre her sein, damals war die Band als sehr gute Liveband bekannt, aber nun war ich positiv überrascht, dass es sie überhaupt noch gibt und sie als Support von VOLBEAT agieren würden. Was dieses Herren aus Atlanta, Georgia, nun zum besten gaben, war eine der mitreißendsten Shows, die ich seit langem gesehen habe. Wirklich jeder in der Band, allen voran der Gitarrist, posten und rockten ohne Unterlass. Ihr Rap-Metal, früher als neuer Musikstil äußerst innovativ, funktionierte live besser denn je und groovte streckenweise unglaublich derbe. Dabei hatte die Band äußerst sichtbaren Spaß, bedankte sich bei den anderen Combos, allen voran bei VOLBEAT für die Tour und ermunterte dann zu VOLBEAT-Sprechchören, die das Publikum lauthals mitgrölte. Doch als die Amis aufhörten zu spielen, änderten sich die Sprechchöre in MOJO Rufe und die Band spielte den Rhythmus erneut dazu. Sichtlich erfreut bedankte man sich artig für die geilen Reaktionen, und natürlich wurde Osnabrück als das geilste Publikum der Tour bezeichnet, entsprechend gab es nun noch einen Osnabrück-Gesang. Die Band machte einfach eine Riesenparty, schaffte es, das Publikum komplett zu begeistern und die überfüllte Halle zum Sieden zu bringen. Man holte sich auch wahlweise Leute aus dem Publikum auf die Bühne, die sogleich ins Mikro schrieen STUCK MOJO seien „The best band in the world“ und hauten zum Abschluss ihren Überhit „No promised tomorrow“ ins schweißnasse Auditorium. Den lautstarken Applaus (auf den Tribünen gab es Standing Ovations) hatte sich die Band nach diesem Auftritt mehr als redlich verdient!

Auf jeden Fall mussten sich VOLBEAT nun schon mal ordentlich anstrengen, um den Pegel beibehalten zu können. Das schaffte man leider nicht durch die nun folgende unnötig lange Umbaupause, danach jedoch spielend allein durch Anwesenheit. Na ja, und dann natürlich auch spielend im wahrsten Sinne des Wortes, denn sobald der erste Ton erklang, ging das Publikum ab und sang begeistert sämtliche Songs mit. Zwischen den Liedern übte sich Sänger Michael Poulsen als Entertainer, als er z.B. dem Publikum mit einer Flasche Whiskey zuprostete und erzählte, man habe AMY WINEHOUSE auf der Tour als Groupie dabei und ihr den Whiskey geklaut. Dann nahm er einen großen Schluck aus der Flasche und demonstrierte was nach übermäßigem Whiskey-Genuss so passieren kann, indem er MOTÖRHEADS „Ace of spades“ anstimmte. Das nun folgende „Sad mans tongue“ widmete er mit gen Himmel gestrecktem Arm Johnny Cash und Elvis Presley. Mittlerweile war die Luft in der aus allen Nähten platzenden Halle bereits zum Schneiden. Das Rauchverbot in Niedersachsen schien außer Kraft, passte in diesem Fall zusammen mit den umherfliegenden halbvollen Bierbechern aber recht gut ins Rock ’n’ Roll Konzept. Nur ein kleiner verrockter Club wäre wohl noch authentischer gewesen. Den Fans war es zu diesem Zeitpunkt eh egal, man schwitzte und stank vor sich hin und feierte eine große Live-Band. Die Security hatte alle Hände voll zu tun, fischte einen Diver nach dem anderen aus der Menge und fing die Leute im Sekundentakt. Konnte in solchen Momenten aber nicht überall sein, was 2 Fans ausnutzten, um auf die Boxentürme zu klettern und von dort aus ins Publikum zu springen. Die neue Hit-Single „Maybelenne I hofteholder“ wurde lauthals mitgesungen und das folgende MIKE NESS Cover, zu dem der Sänger von SERUM 114 noch mal als Gast auf die Bühne kam frenetisch gefeiert. VOLBEAT lieferten einen großartigen Auftritt ab und bedankten sich bei den Metalheads, Rockabilly und Punks, die alle zu diesem einen Konzert gekommen waren, gemeinsam feierten und allesamt nicht enttäuscht worden waren.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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