Ort: Berlin - Huxleys Neue Welt
Datum: 24.10.2008
An diesem Freitagabend herrscht großer Andrang vor und vor allem im Berliner Club „Huxleys Neue Welt“: Grund dafür sind die Elvis-Metaller VOLBEAT, die an diesem Abend die Hauptstädter mit einem Konzert beglücken. Zunächst wollten sie im Columbiaclub spielen, doch da waren die Karten schnell vergriffen. Der Abend wurde somit in das etwas größere Huxleys verlegt. Karten dafür wird es wohl ebenfalls an diesem Abend keine mehr gegeben haben. Es dauert eine Weile, bis man sich ganz nach vorn gekämpft hat, doch es soll sich lohnen.
Den Abend eröffnen die Punkrocker SERUM 114. Die vier Jungs spielen deutschsprachigen Punkrock und gelten mit ihren sozial- und gesellschaftskritischen Texten als beste Newcomer der Szene. Erst im August veröffentlichten sie ihr Debütalbum „Serum 114“. SERUM 114 rocken mit einigen Stücken aus ihrem Album. Kein schlechter Auftritt der DIE ÄRZTE-ähnlichen Band, aber bei dem Headliner ist es nicht einfach, das Publikum aus den Socken zu werfen.
Mehr Bewegung ist da schon bei STUCK MOJO zu spüren. Die Crossover-Band aus Atlanta spielt so genannten Rap-Metal und gilt neben RAGE AGAINST THE MACHINE zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Bereits 1989 gründete sich STUCK MOJO, 2000 löste sich die Band auf, formierte sich aber 2005 neu. Ihr letztes Album „Southern Born Killers“ brachten die Jungs vor zwei Jahren auf den Markt. An diesem Abend spielen sie aber auch ältere Sachen, so wie zu Beginn „Risin“. Damit können SM gleich von Anfang an genug Stimmung machen. Neben schroffen und schnellen Gitarrenriffs trägt wohl auch das recht aggressive Auftreten von Sänger Lord Nelson zur Stimmung bei. Und natürlich sein cooler Rapgesang. Dabei zeigt der Sänger häufig ins Publikum und fordert wohl noch mehr Action von den Fans. Neben Nelsons Vocals kann auch der Gesang von dem Gitarrist Rich Ward überzeugen. Die fünf Jungs rocken das Huxleys schon gut und das liegt wohl kaum an Nelsons leichtem Tänzeln auf der Bühne, aber das gehört wohl bei Rappern dazu. Dem Publikum gefällt es: Immerhin ahmen sie ihn nach. Zwischendrin gibt es immer wieder neue und alte Songs zu hören. Bei „Southern Pride“ werden sogar drei Leute auf die Bühne geholt, die kurz mitsingen und mithüpfen dürfen. Doch leider müssen STUCK MOJO irgendwann auch gehen, denn langsam warten schon viele sehnsüchtig auf VOLBEAT.
Noch schnell an die Bar und ein kühles Bier geholt und dann geht es auch fast los: Die Elvis-Metaller VOLBEAT dürften spätestens seit ihrem „Rock The Rebel / Metal The Devil“-Album, welches 2007 erschien, bekannt sein, und auch ihr aktuelles Werk „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ war ein voller Erfolg. Immerhin schafften es die Dänen damit auf Platz 15 der deutschen Charts. Kein Wunder, dass das Publikum nur auf VOLBEAT gewartet hat. Stürmisch werden die Jungs begrüßt und kontern gleich mit dem Titeltrack des aktuellen Albums. Die Stimmung ist von Anfang an begeisternd: Schnelle Gitarren, mitreißende Drumparts und die unverkennbare Stimme von Michael Poulsen. Nach drei Songs zückt der Sänger dann die gute alte Whisky-Flasche hervor. Nach einigen Worten überreicht er sie Fans in der ersten Reihe, die die Falsche am liebsten behalten würden. Rasant geht es danach mit „Radio Girl“ weiter. Bei den alten Hits, bei denen wohl fast jeder mitsingen kann, scheinen die Stimmung noch mehr anzuheizen. Ein anderer ist beispielsweise ‚Sad Man’s Tongue’, der zu Beginn mit seinem Country-Feeling nicht nur Johnny Cash-Hörer überzeugen kann, dann aber doch so schnell wird, dass das Tanzbein kaum mehr stillhalten mag. Bevor es weitergeht, muss Michael Poulsen noch schnell seine schicke Elvis-Frisur bürsten. Dann geht es weiter, unter anderem mit neuen Titeln wie „Maybellene“ oder „Light Away“. Egal was VOLBEAT zu spielen scheinen, das Publikum nimmt es begeistert auf. Bevor er VOLBEAT zum vorletzten Song kommen, muss der Sänger unbedingt noch mal seine Freude über die zahlreich erschienene Leute ausdrücken. Danach kommt „The Garden’s Tale“: Ein eher melancholischer Track. Countrylastiger wird es dann noch mal mit dem letzten Song „We“.
Gegen 23.45 Uhr beenden die Jungs zunächst ihr Konzert, aber ohne Zugabe dürfen sie nicht gehen. Wie VOLBEAT bereits immer wieder zwischendrin verlautet haben – „You want more? Then make some noise!“ – werden die Fans nun aktiver. Klar, dass die Dänen für die Rockabillys, Punks und vor allem die netten Mädchen noch weitere Songs spielen. Etwas schneller und lauter wird es mit „Human Instrument“, es folgen „Broken Man And The Dawn“ sowie „Still Counting“. Nach diesem Konzert wollen wir Michael Poulsen auch glauben, dass es harte Arbeit ist, auf der Bühne zu stehen. Rund 20 Minuten später wollen die Jungs aber noch runter kommen und ein Bier mit den Fans trinken. Mit einem langen Applaus bedankt sich das bunt gemischte Publikum für das tolle Konzert.
Copyright Fotos: Franziska Böhl
Hinterlassen Sie einen Kommentar.
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.