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VON THRONSTAHL – BURNING CHROME

Ort: Essen - Bürgertreff

Datum: 01.08.2010

„VON THRONSTAHL rühr´n den Ruhrpott auf” hieß es seit einiger Zeit auf der MySpace Seite des deutschen Musikprojekts. Gerüchten zufolge sollte der zunächst nicht näher spezifizierte Auftrittsort ursprünglich mit dem Independent Ruhr Festival einhergehen, nach dessen Absage war diese Planung jedoch hinfällig. Letztendlich traf man sich in einem „Bürgertreff“ mitten in Essen, einem Ort, in dessen recht schmucklosem Saal sonst gerne mal Karnevalssitzungen stattfinden oder Ortsgruppen Tanzteeveranstaltungen abhalten. In diesem Rahmen empfing der vermeintliche „Bürgerschreck“ Josef Maria Klumb also sein Gefolge und geschätzte 200 Personen waren seinem Ruf gefolgt, die den Abend dort unbehelligt verbringen konnten. Eine irgendwie geartete „Bürgerwehr“ vor dem „Bürgertreff“ wäre angesichts des gesitteten Verlaufs aber auch gänzlich überflüssig gewesen.

Nach einer längeren Odyssee durchs Ruhrgebiet (dank diverser Sperrungen auf der Autobahn) hatten wir bei unserem Eintreffen bereits die erste Vorband verpasst. Derweil übten Josef und Kollegen in der geselligen Atmosphäre des „Speiseraums“ noch das DIJ-Stück „Little Black Angel“ ein, welches später, verbunden mit einem Gruß an Douglas P. sowie mit weiblicher Gesangsunterstützung, auch auf der Bühne vorgetragen werden sollte. Zuvor galt es allerdings noch den zweiten Support burningCHROME zu überstehen, der sich einer Mischung aus Industrial und Electro verschrieben hat, wovon Songs wie „Schandgericht“ oder „Lehrstunde“ zeugten. Da Konzept und Umsetzung meiner bescheidenen Meinung nach aber noch sehr in den Kinderschuhen zu stecken scheinen, soll im Übrigen lieber der Mantel des Schweigens über diese Vorstellung gehüllt werden.

Nunmehr war die Zeit für VON THRONSTAHL gekommen. Sechs Herren nahmen ihren Platz auf der Bühne ein, darunter mit Lars Wehr an der Gitarre auch ein alter Mitstreiter aus FORTHCOMING FIRE Tagen. Bedingt durch die rockige Ausrichtung fiel das Gros der Tracks etwas rauer aus als auf Platte und es zeigte sich recht schnell, dass der Akustik in den Räumlichkeiten hierfür Grenzen gesetzt waren. Zudem war in der ersten Hälfte des Auftritts viel zu viel Delay auf den Vocals, was der Darbietung nicht immer zugute kam. Aber die Möglichkeit zu performen und seiner Stimme Gehör zu verleihen, schien geradezu wie ein Befreiungsschlag für den inzwischen 48-jährigen Klumb zu sein. In der Setlist standen dem neueren Material vom letzten Studio-Werk „Germanium Metallicum“ natürlich auch ältere Highlights wie „Bells“ oder „Kristall / Kristur“ gegenüber und zum Ende hin wurde es dann mit dem „Mitternachtsberg“ (zweigeteilt in einen akustischen Part mit Akkordeon, dann regulär), „Molti Piu Onore“ vom „Sacrificare“ Album und dem JOY DIVISION Classic „We walked in line“ doch noch richtig stimmungsvoll. Gerade letzteres Lied ermöglichte es dem Publikum, wenigstens einmal richtig abzugehen. In diesem Moment setzte dann aber auch schon das angehende Deckenlicht den Schlusspunkt, denn an Ort und Stelle quasi mitten im Wohngebiet musste das Konzert nun sein Ende finden. Die After Show Party, die in Leverkusen vorgesehen war, konnten zumindest wir uns als Teil der arbeitenden Bevölkerung danach nicht mehr geben.

Soweit es Essen betrifft, war es musikalisch in weiten Teilen sicher keine Offenbarung, für viele zählte hier aber wohl vor allem der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles.

Copyright Fotos: Nordfrost

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