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WACKEN OPEN AIR 2008 – TAG 1

Ort: Wacken

Datum: 31.07.2008

Wie schnell die Zeit doch vergeht. Es ist als wäre es gestern, als man durch den tiefen und mit Heu bedeckten Acker stapfte und mit über 70.000 anderen Verrückten zu IN FLAMES, IMMORTAL und DIMMU BORGIR abfeierte… und schon ist man mit dem vollgepackten Auto wieder auf dem Weg in den hohen Norden zum alljährlichen Wacken Festival, welches auch in der 19. Ausgabe so manches Highlight versprach! Angekommen, Behausungen aufgebaut, erstes Grillfleisch verspeist und in der erbarmungslosen Hitze von weit über 30 Grad Siesta gehalten, war es dann auch schon soweit, das Wochenende musikalisch zu beginnen.

Dafür waren dann die jungen Wilden von AIRBOURNE genau die richtigen. Gerade mal von der „Mayhem Festival-Tour“ mit SLIPKNOT, MACHINE HEAD, DISTURBED u.a. aus den USA rübergejettet, um dort am nächsten Tag dort wieder anzutreten. Und bei all dem Stress noch eine solch fette Show abzuziehen, Respekt! So schossen die Australier mit u.a. „Stand up for Rock N Roll“, „Too young, too fast“ und natürlich „Runnin Wild“ eine Hard Rock-Granate nach der nächsten von der Black Stage und rockten so alle AC/DC-Fans (und das waren an diesem Tag wohl so einige) in den Rock-Himmel. Angestachelt von der tollen Stimmung erklomm Fronter Joel dann mal eben die Höhen der Bühne und rockte waghalsig von der Traverse aus. Wo diese Jungs nur diese Power hernehmen… Ein toller Gig, der grandios gewesen wäre, wenn der Sound mitgespielt hätte, welcher zeitweise doch arg blechern über das Gelände schepperte.

Diese Einstimmung auf klassischen Sound war natürlich genau richtig für den diesjährigen Headliner der „A Night to Remember“. Denn niemand geringeres als IRON MAIDEN höchstselbst würden diese bestreiten und bereits die Ankündigung sorgte dafür, dass das gesamte Festival bereits im März ausverkauft war. „Somewhere Back in Time“ heißt das Motto der aktuellen Tour und das konnte man wörtlich nehmen. So stiegen die „Jungfrauen“ auch nach „Churchill’s Speech“ satt mit „Aces High“ ein. Anschließend folgte Hit auf Hit! Ob nun „The Trooper“, „2 Minutes to Midnight“, „Can I play with Madness“ oder „Wasted Years“, hier ging alles. Den Ton gab natürlich Steve Harris vor, doch auch das Gitarren-Trio Adrian Smith, Dave Murray und Janick Gers spielen in dieser Form noch so manchen jungen Wilden an die Wand. Auch Bruce Dickinson, der ohne Frage nicht mehr ganz die stimmliche Klasse früherer Tage besitzt, überzeugte von Anfang bis Ende und wechselte passend zu den Songs mehrfach seine Outfits, nervte allerdings manchmal mit allzu langen Stories, punktete dafür aber mit der Beseitigung des Kamera-Krans, welcher auch allzu oft im Blickfeld der Fans und besonders des Fronters selbst herumwedelte. Das komplett ausgespielte „Rime of the Ancient Mariner“ wusste die euphorische Menge gleichsam zu überraschen, wie auch zu begeistern. Selbst die ausgenudelten „Fear of the Dark“ und „Run to the Hills“ ließen die Feier-Stimmung noch mehr ausufern (was phasenweise schon gefährliche Ausmaße annahm) und das knallige „Iron Maiden“ beendete dann das reguläre Set. Aber klar, da kommt noch was! „Moonchild“, „the Clairvoyant“ und natürlich „Hallowed by thy Name“ sorgten dann mit nochmalig bombastischen Pyros für das glorreiche Finale! Grandios!

Setlist IRON MAIDEN
Intro – Churchill’s Speech
Aces High
2 Minutes to Midnight
Revelations
The Trooper
Wasted Years
The Number of the Beast
Can I Play With Madness?
Rime of the Ancient Mariner
Powerslave
Heaven Can Wait
Run to the Hills
Fear of the Dark
Iron Maiden

Moonchild
The Clairvoyant
Hallowed Be Thy Name

So begeistert die Fans nach der Show auch sogleich ins Feiern übergingen, so frustriert waren zahlreiche Metaller. Denn aufgrund des massigen Ansturms bei IRON MAIDEN mussten die Veranstalter das Festival-Haupttor wegen Überfüllung schließen. Da halfen dann auch keine der insgesamt 5 großen Videowände auf dem gesamten Areal. Wer für das Festival mehr als nur teures Geld bezahlt, will natürlich auch das wohl größte Highlight des Wochenendes erleben und nicht auf einer Video-Wand betrachten. Dieser Unmut zusammen mit dem, bei der Hitze, noch gesteigerten Alkoholkonsum und der Stumpfheit einiger Leute, dürfte dann sicherlich auf einer der Gründe für den folgenden Vandalismus sein, dem dann einige Dixie-Klos, Zäune und Zelte brennend zum Opfer fielen und wodurch viele Leute von der Polizei und den Sanis in Sicherheit gebracht werden mussten…

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