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WACKEN OPEN AIR 2010 – TAG 2

Ort: Wacken

Datum: 06.08.2010

DEW-SCENTED

Wer feiern kann, kann auch früh aufstehen, wobei „früh“ natürlich Definitionssache ist. Auf jeden Fall nahmen die deutschen Thrasher DEW-SCENTED auf evtl. Kater keine Rücksicht und gaben gleich um 11 Uhr Morgens ein fettes Set zum besten. Dabei macht sich das seit einiger Zeit doch mal recht stabile Line Up deutlich bemerkbar, hat man die Combo doch selten so tight zocken gesehen. In einem guten Sound bekamen die langsam auf Betriebstemperatur kommenden Metaller Knaller wie „Arise from Decay“ und „Have no Mercy on us“ und somit war man schon vor der Mittags-Zeit gleich wieder voll bei der Sache!
(Fafnir)

AMORPHIS

Zwar war es der Plan gewesen, pünktlich zu DEW-SCENTED und/ oder END OF GREEN vor den Bühnen zu stehen, doch war mehr als ein Frühstück zu den Klängen eben jener Bands nicht drin.
Man möge mir dies aber nachsehen, denn schließlich standen im Anschluss AMORPHIS auf der Truestage, um die Menge für den bevorstehenden Tag anständig auf Betriebstemperatur zu bringen und da sollte man schließlich wach und fit sein. Warum spielen die eigentlich immer noch so früh? Verdient haben sie das eigentlich nicht. Spielten sie doch vor Jahren bereits ebenfalls zu unpassend früher Stunde. Früh oder nicht, die Fans sind zahlreich anwesend, um alten, wie neuen Stücken gebannt zu lauschen, die Matte kreisen zu lassen und mitzusingen. Fronter Tomi hatte die Menge jedenfalls gewohnt schnell im Griff und heizte allen ordentlich ein. „Black Winter Day“, „Towards And Against“ – alt oder neu, völlig egal, Mr. Joutsen verpasst allen Stücken den richtigen Schliff mit seiner Stimme und schmettert sie ins Publikum. Gegen Ende der Show konnte man jedenfalls guten Gewissens sagen, dass dies wieder mal ein richtig fetter Auftritt war, der zu späterer Stunde sicherlich noch eine Ecke besser hätte sein können.
(Ateacina)

Schon 5 Minuten nach Ende des DEW-SCENTED-Sets ware die Finnen von AMORPHIS an der Reihe, auch wenn es wieder mal sehr schade ist, dass diese Düster Metal-Legenden um diese Uhrzeit auf die Bühne mussten. Aber gut, man macht das Beste draus und legt gleich mit „Silverbride“ los. Und trotz des am Anfang eher mäßigen Sounds hatte man auch gleich die Fans für sich gewonnen. Die Kombination aus den tollen Songs, welche die spielfreudige Band tight präsentierte und dem Ober-Sympath Tomi Joutsen am Mikro ließ einem auch eigentlich keine andere Wahl. Das Set aus alten und neuen Stücken wie „Sky is mine“, „The Smoke“ , „Alone“, „From the Heaven of my Heart“ oder „The Castaway“ harmoniert schon seit Monaten einfach perfekt, zumal der Fronter sowohl bei Growls als auch bei den cleanen Passagen absolute top ist! Und seit man „Black Winter Day“ wieder regelmäßig im Set hat, kann man eh nur gewinnen. Und wenn zum Finale noch „My Kantele“ angestimmt wird, fragt man sich wiederum, warum man diese starke Band nicht abends spielen lässt, wo man die starken Songs noch angemessen mit einer Lichtshow unterstreichen könnte!
(Fafnir)

Setlist AMORPHIS
Silver Bride
Sky Is Mine
Towards and Against
The Castaway
Alone
Against Widows
From the Heaven of My Heart
The Smoke
House Of Sleep
Black Winter Day
My Kantele

ORPHANED LAND

Auf zur anderen Bühne, denn dort folgte nun der Auftritt von ORPHANED LAND aus Israel. Diese hatten ihre Fans im Vorfeld gebeten, ihre Landesflaggen mit zum Gig zu bringen und wenn man sich so umschaute, waren viele dieser Bitte nachgekommen. Es war wirklich schön zu sehen, aus welchen Ecken der Welt die Zuschauer gekommen waren, um die Truppe aus dem heiligen Land zu sehen. Spätestens seit ihrem letzten Album „The Neverending Way Of ORwarriOR“, sind sie in aller Munde und längst nicht mehr so als Geheimtipp gehandelt wie noch zu „Mabool“ Zeiten vor knapp sechs Jahren. Man kann denke ich getrost sagen, dass sie eines der Alben des Jahres abgeliefert haben, mit ihrem abwechslungsreichem Sound von Death, Thrash, orientalischen Einflüssen, progressiven Parts und vielem mehr, welches sich so leicht in keine Schublade stecken lässt. Und das sah man beim Gig in Wacken, auch wenn die Texte teilweise wohl nur den israelischen Fans, die recht zahlreich vertreten waren, verständlich sind, ging das Publikum mit. Sänger Kobi Farhi kann noch so oft beteuern, er wäre nicht Jesus – Wenn er in weißem knöchellangem Gewand, barfuß auf die Bühne geht, fällt es schwer das zu glauben. ORPHANED LAND hatten sich zudem für einige Songs zusätzliche Unterstützung auf die Bühne geholt, während „Sapari“ werden sie von Tänzerin Betül (und nicht Shlomit Levi, wie manche dachten/ behaupten) begleitet und später stand ein weiterer Sänger aus Israel mit auf der Bühne. Eine tolle exotische Mischung, die jedenfalls gut ankam!
(Ateacina)

SUICIDAL ANGELS

Nach dem groovigen Mittag ging es im Zelt wieder deftiger zur Sache. Die Thrash-Durchstarter SUICIDAL ANGELS feuerten der gut mitgehende Menge knallharte Brecher wie „Vomit on the Cross“ und „The Pestilence of Saints“ an den Kopf und agierten dabei so tight und direkt, dass es eine wahre Freude war. Kein Wunder, dass die großen des Genres, wie Mille von KREATOR, nur Lobeshymnen über diese Jungs von sich geben! Fett!
(Fafnir)

JOB FOR A COWBOY

Fett auch die krachende Sound von JOB FOR A COWBOY, die auf der Party-Stage mächtig einheizten! Mögen für einige die brutalen Frickel-Songs so früh noch etwas viel gewesen sein, sammelte sich doch schon eine ansehnliche Menge an Fans vor der Party-Stage, um im Pit für ordentlich Rotation zu sorgen. Dafür bieten Songs wie „Knee Deep“, „Constitutional Masturbation“ oder „Entombment of a Machine“ natürlich reichlich Stoff! Erstaunlich, wie diese Jungs bei alle Härte und Geschwindigkeit noch so exakt auf den Punkt zocken und dabei richtig Gas geben. Dabei schienen JFAC nichts von dem Verbot der Wall of Death mitbekommen zu haben und liessen es doch einige Male richtig krachen. Zu schaden kam dabei offensichtlich niemand, also sei mal darüber hinweg gesehen!
(Fafnir)

ILL NINO

Weiter ging es an diesem stilistisch doch recht vielseitigen Wacken-Tag mit den Latin-Metallern von ILL NINO! Deren Fronter Cristiano Machado musste sich wegen (angeblich) gleich mehrerer Bandscheiben-Vorfälle noch bis vor wenigen Tagen im Krankenhaus behandeln lassen und so durfte man gespannt sein, wie er die Show durchstehen würde. Abgesehen von ein wenig Zurückhaltung beim Moshen, machte sich der Dreadlock-Shouter doch sehr gut. Stimmlich sowohl energisch als auch clean rockte Machado sich mit seinen Kumpanen durch ein abwechslungsreiches Set. Und dieses traf auch ohne „What comes around?“ und „How can live?“ genau den Nerv der Meute. Die feierte nämlich auch zu „This is War“, „Te Amo… I hate you“ oder „Alibi of Tyrants“ ordentlich ab. Als es selbst zum alten „Rumba“ gut ab ging, schaute sich die Band nur überrascht aber sichtbar happy gegenseitig an und rockte und wirbelte erst recht nochmal richtig los. Unerwartet wurden ILL NINO so zu einer der positiven Überraschungen des Wochenendes!
(Fafnir)

Zu den Klängen von ILL NINO macht ich mich auf den weeeiten Weg zur Wackinger Stage, bzw. zu den dortigen Ständen und stellte fest, dass das Essensangebote dort viel besser waren als auf dem Hauptgelände. Selbstgebackenes Brot, vegetarisches Essen, Fleisschspieße und, und, und. Die Auswahl war riesig, die Portionen ordentlich und die Preise für dieses Essen wirklich ok. Letzten Endes verflog die Zeit dort, wie im Fluge, so dass nach einem Ausflug auf die weiten der Campingflächen und Suchen von Freunden, es beinah schon Zeit für den Auftritt von KAMELOT war. Zwischendurch bot sich noch ein seltsamer Anblick, als die Düsterheimer von ENDSTILLE im schönsten Sonnenlicht, eiskalte Black Metal Stimmung zu erzeugen versuchten. Ob dies gelang, ich vermag es nicht zu sagen, für mich klingt das nach wie vor nicht danach, als würde es mich in den Bann ziehen können. (ich hab´s versucht, ehrlich, auf acht verschiedenen Gigs, mit drei verschiedenen Sängern….)
(Ateacina)

DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Wenig Überraschungen boten DIE APOKALYPTISCHEN REITER dagegen zuletzt, z.B. beim Serengeti Festival. Beim Wacken mischte man das auch heute wieder von neueren Tracks dominierte Set immerhin durch das kernige „Unter der Asche“ auf. Sonst wirkten allerdings auch die ebenso bekannten „Wir sind das Licht“, „Friede sei mit dir“ oder „Es wird schlimmer“ sehr treffsicher die Party-Nerv der Fans, die wie immer sehr textsicher und Crowdsurf-freudig abgingen. Fuchs war dazu bekannt souverän bei seinen Vocals, Ady hat sich an der Gitarre wunderbar etabliert und Dr. Pest rotiert natürlich weiterhin in bester SM-Manier über die Bühne, seine Schaukel und der kleinen Rutsche. Als Schmankerl packten die REITER dann „Boten einer neuen Zeit“ als Vorgeschmack auf das 2011 kommende neue Album aus. Ein Song, der mit Härte, Groove und epischen Bestandteilen wieder alles hat, was der Apo-Fan braucht. Und genau diese wurden dann noch mit einer Shirt-Kanone gesegnet. Tja, so ganz berechenbar werden DIE APOKALYPTISCHEN REITER wohl nie werden. Gut so!
(Fafnir)

VOIVOD

Auf der Party-Stage rockten derweil die Prog-Veteranen VOIVOD, die ja in den letzten Jahren einiges durch machen mussten und es nun dennoch endlich aufs Wacken geschafft haben. Dennoch ist die Band mittlerweile wohl eher nur den wirklichen Szene-Kennern ein Begriff und so hielt sich der Ansturm doch recht Grenzen. Das machte der Truppe aber augenscheinlich wenig, denn man rockte mir sichtbarer Spielfreude u.a. „The Unkown knows“, „Global Warning“ und am Ende mit „Astronomy Domine“ ein gelungenes PINK FLOYD-Cover. VOIVOD können’s halt noch immer!
(Fafnir)

ENDSTILLE

Letztes Mal noch mit Aushilfe von KOLDBRANN auf der Bühne in Wacken, dieses Jahr mit dem festen Iblis-Nachfolger Zingultus (ehem. NAGLFAR) im Anmarsch, stürmten ENDSTILLE die Black-Stage, welche man angemessen mit Stacheldraht-Absperrungen und einem Redner-Pult dekoriert hatte. Hinter diesem bezog der Fronter auch zu Beginn zu „Feindfahrt“ Position. Mit „Endstilles Reich“ und „… of Disorder“ ging es dann auch gleich ohne Umschweife in den Angriff über, wobei man auch ohne einen 2ten Live-Gitarristen einen brutalen und drückenden Sound hinbekam! Gesanglich absolut im grünen Bereich muss sich Zingultus natürlich besonders live auch im Auftreten mit dem imposanten Vorgänger Iblis vergleichen lassen und da fehlt es dem neuen Mann dann doch noch ein Stück. So aggressiv und eindrucksvoll wie Iblis sind halt einfach nur wenige Black Metal-Shouter! Einen neuen Song hatten die Black Metaller auch mitgebracht. So stellte man „When Katharina falls“ vom kommenden „Infektion 1813“-Album vor und auch dieses Album wird die Fans sicherlich nicht enttäuschen. Auch dieses Mal hatten die Norddeutschen Gäste dabei: So half KILTs Björn zwischendurch bei den Vocals aus und zum Finale kam dann MORDSKOGs Lugubrem (Mexico) auf die Bühne. Diese schaurig geschminkte Gestalt gab dann extra energisch mit Zingultus „Frühlingserwachen“ zum Besten, zog sich dabei mal eben sein nicht kleines Messer über die Zunge und ließ anschließend auch gleich etwas Blut sprudeln, lecker… Aber Black Metal ist kein Kindergarten und ENDSTILLE schon gar nicht!
(Fafnir)

KAMELOT

Nun gut, KAMELOT standen nun auf der der True Metal Stage in den Startlöchern und auch diese Band hat in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Mittlerweile sind sie pompös genug, um diese riesige Bühne mit Leichtigkeit zu füllen, bzw. auszufüllen und das Publikum zahlreich genug anzulocken. Goldstimmchen Roy Khan setzte zum ersten Song an und die Menge war ganz Ohr. Mal ehrlich, ob man die Musik nun mag oder nicht, allein der außergewöhnlichen Stimme wegen, sind sie es wert, dass man mal ein Ohr riskiert. „Rule The World“, „Center Of The Universe“ und Co sorgen jedenfalls trotz Pyros für einen Gänsehautschauer und das Publikum sang eifrig mit. Lustig wurde es bei aller Gänsehaut und eifrigem Publikum später noch, als ein Heißluftballon mitten in einer Mitklatsch-und Singphase verdammt tief über das Infield hinweg schwebte und die Konzentration, zumindest für einen Moment lang, weniger der Bühne, als eben jenem gelben Ungetüm über den Köpfen galt. KAMELOT hatten die Meute danach jedoch ziemlich schnell wieder im Griff und die Insassen des Ballons hörten das lauthals singende Publikum sicherlich immer noch, als sie bereits wieder an Höhe gewonnen hatten und über die Hauptbühne hinweggeschwebt waren. Sicherlich ein Erlebnis, dass man so nicht alle Tage hat. Und der Auftritt, ja der Auftritt konnte sich von Anfang bis Ende sehen lassen. „Forever“ sorgte für eine weitere Ladung Gänsehaut!
(Ateacina)

TARJA TURUNEN

Auch wenn sich TARJA TURUNEN nach ihrem Aus bei NIGHTWISH recht ordentlich als Solo-Künstlerin etablieren konnte, blieb der große Knaller mit ihrer ersten Scheibe dann doch aus. Nun kommt die hübsche Finnin mit „What lies beneath“ und wollte die Fans hier schon mal drauf einstimmen. Dazu hatte sie natürlich die neue Single „Falling awake“ im Gepäck und fehlen durften natürlich auch nicht „I walk alone“ und „My little Phoenix“. Dabei war es einfach schön zu sehen, wie wohl sich Frau Turunen nun in der Rolle der Solo-Künstlerin fühlt und eine versierte Backband (inkl. Cello) macht dies für die Ausnahme-Sängerin natürlich noch einfacher! Aber wenn TARJA schon auf der Bühne steht, erhofft sich jeder Fan natürlich einige NIGHTWISH-Songs. Und diese gab’s dann mit dem wunderschönen „Sleeping Sun“ und dem druckvollen „Wishmaster“. Bei diesen Tracks, wie auch bei „Over the Hills and far away“ bewies die die klassisch ausgebildete Sängerin ein weiteres Mal eindrucksvoll, dass sie ihrer Nachfolgerin stimmlich doch deutlich überlegen ist. Nur das WHITESNAKE-Cover „Still of the Night“ schiesst meiner Meinung nach doch etwas übers Ziel hinaus.
(Fafnir)

Es war mittlerweile schon viertel nach acht, ARCH ENEMY und TARJA TURUNEN standen zur Auswahl. Für den einen sicherlich keine schwere Entscheidung, für mich, die ich wirklich beide Sängerinnen mag, jedoch schon. Das salomonische Urteil lautete dann: Erst TARJA, dann Angela. Rüber also zur Partystage, um zu sehen, was TARJA zum ersten Mal ohne NIGHTWISH auf der Wackenbühne veranstalten würde. Wem es auf der Hauptbühne zu wild zuging, der fand hier beinahe schon eine Oase der Ruhe. Denn die stimmgewaltige Finnin bewies mit dem wunderschönen „I Walk Alone“ und anderen Stücken ihres Soloalbums, dass sie ohne Weiteres auf eigenen Beinen stehen kann. Was allerdings nicht so wunderschön rüberkam und eher weniger zu ihrer Stimme passte, war das Cover von WHITESNAKEs „Still Of The Night“. Liebe Tarja… deine Stimme ist wirklich ganz wunderbar, aber das geht wirklich gar nicht. Als Wiedergutmachung quasi gab es außerdem noch einen Vorgeschmack auf das neue Album und der klang zum Glück ganz anders als der Ausflug in WHITESNAKE-Gefilde, kurzum, man darf sich darauf freuen.
(Ateacina)

ARCH ENEMY

Auf der Black-Stage gab derweil eine andere Sängerin einen ganz anderen Ton an. So rockten die Schweden ARCH ENEMY nämlich die Massen und die deutsche Fronterin Angela Gussow scheint mit ihren Vocals von Mal zu Mal brutaler zu werden. Warum auch nicht, den groovenden Death Metal-Songs wird es sicherlich nicht schaden und so ging auch die Masse an Fans bei „My Apocalyse“, „Ravenous“ und „The Revolution begins“ schon mal gut ab. Dazu ist es jedes Mal wieder eine wahre Freude zu sehen, wie sich die Amott-Brüder an ihren Äxten gegenseitig zu Höchstleistungen pushen! Großes Kino! Und dies ging auch vor der Bühne ab, denn dort gab es dann zu „Dead Eyes see no Future“, „We will Rise“ und natürlich „Nemesis“ richtig ab! Aber jetzt, meine Herren und die Dame, wird es Zeit für neue Songs!
(Fafnir)

Ganz so halbe-halbe ist meine Spielzeitaufteilung dann letzten Endes leider doch nicht geworden, so dass ich erste zu den Klängen der letzten beiden (oder waren’s gar drei?) Stücken Richtung ARCH ENEMY wanderte. Hier bot sich ein komplett anderes Bild als noch vor der Partystage: Crowdsurfer galore, Headbangen, ein wahres Durcheinander und eine wilde Menge. Keine Frage, Angela und ihre Mannen hatten die Menge wie gewohnt fest im Griff. Daumen hoch auch hier und schade, dass zwei Bands mit Fronterin zur gleichen Zeit auf das Wacken Publikum losgelassen werden, das hätte man sicherlich auch ohne Überschneidungen arrangieren können
(Ateacina)

GRAVE DIGGER

Nach einigen Auf und Abs hat Chris Boltendahl mit GRAVE DIGGER nun schon 30 Jahre auf dem Buckel. Um dieses Jubiläum zu feiern, hatte man sich auch einiges vorgenommen. Neben einer coolen Stage-Deko hatte man noch VAN CANTO als Backing-Sänger eingeladen und ganz angemessen zu der angestrebten „Tunes of War“-Show trat der Chef auch im schnicken William „Braveheart“ Wallace-Outfit auf! Und so rockte man auch gleich mit “The Brave“ und echten Dudelsäcken los und es swar chön zu sehen, dass die Herren auch nach all den Jahren noch Bock auf Metal haben. Da macht es auch wenig aus, wenn Chris’ Stimme mittlerweile nicht mehr die volle Kraft inne hat. Als schönes Highlight kam dann DORO in einem wunderschönen Kleid auf die Bühne, um mit Chris das Duet zu „The Ballad of Mary (Queen of Scots)“ zu performen. Und auch wenn man es schon endlose Male gehört hat. Wenn von VAN CANTO„Rebellion“ angestimmt wird, dazu noch Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) im Kilt zum Mikro greift und 70.000 Fans lauthals mitsingen, ist das einfach pure Gänsehaut! Nachdem Drummer Stefan dann zum Finale bei „Culloden Muir“ seine leuchtenden Sticks zum Drum Solo wirbeln ließ, fehlte eigentlich nur eine Krönung. Dies wurde dann mit „Ballad of a Hangman“ und Excalibur „vorbereitet“, nach denen mit dem Überkracher „Heavy Metal Breakdown“ natürlich nochmal alles ging. Mit „auf die nächsten 30 Jahre“ verabschiedete sich Chris Boltendahl dann… und wir sagen: In dieser Form sehr gerne!
(Fafnir)

Mein Tag war damit im Prinzip vorbei, jedoch ließ ich mich am Anschluss gleich vor die nächste Bühne zerren, auf der nun GRAVE DIGGER in den Startlöchern standen. Und sie waren nicht alleine, neben Dudelsackspielern, die das Intro intonierten, waren außerdem noch Chris Boltendahl, VAN CANTO, Doro Pesch, und schließlich Hansi Kürsch von BLIND GUARDIAN mit von der Partie. Was ein Aufgebot an Sängern – aber zum 30-jährigen Bandjubiläum darf man sich sowas auf jeden Fall mal gönnen! Eines ist sicher, neben der imposanten Wirkung dieser Auftritte, stellte sich auch das ein oder andere Mal ein ordentlicher Schauer an Gänsehaut ein und das, obwohl ich nicht mal wirklich ein Fan dieser Band bin. Das war wirklich ein verdammt fetter Gig, der auch diejenigen, die sonst eher weniger den powermetallischen Klängen zugeneigt sind, überzeugt haben sollte.
(Ateacina)

Setlist GRAVE DIGGER
The Brave
Scotland United
The Dark of the Sun
William Wallace (Braveheart)
The Bruce (The Lion King)
The Battle of Flodden
The Ballad of Mary (Queen of Scots)/mit DORO
The Truth
Cry for Freedom (James the VI)
Killing Time
Rebellion (The Clans are Marching) /mit Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN)
Culloden Muir

Ballad of a Hangman
Excalibur
Heavy Metal Breakdown

SLAYER

Släyaaaaaaaaaaaa! Endlich hatten diese Rufe beim diesjährigen Wacken Open Air mal Hand und Fuß. Denn SLAYER waren nun wirklich an der Reihe. Für mich persönlich nach wie vor nach einigen Songs langweilig, für eine riesige Masse an Fans jedoch offenbar nicht. Oder haben die auch alle nur auf „Raining Blood“ gewartet? Na, so oder so, aus der Ferne hörte sich das doch alles ganz ordentlich an, scheint, als hätte Mister Araya heute einen guten Tag erwischt. Rein optisch entgeht uns auch nichts, denn viel Bewegung war auf der Bühne wahrlich nicht auszumachen. Aber sei’s drum SLAYER ist Schläyaaaaa, die Stimmung ist gut, die Nackenwirbel krachen, was will man mehr?
(Atecaina)

1349

Nach dem Heavy Metal-Klassiker folgte auf der Party-Stage nun ein Kontrast-Programm mit Klasse-Black Metal! 1349 machten sich bereit und zum Intro stiefelten Ausnahme-Drummer Frost (SATYRICON) und Gitarrist Archaon mit Fackeln auf die Bühne, um das obligatorische Feuerspucken zu zelebrieren. Leider ging dies völlig daneben und so trollten sich die beiden dann wieder hinter die Bühne, um kurz danach mit ihren Kollegen ein wahres Black Metal-Feuerwerk zu entfachen! Mit einem zweiten Gitarristen verstärkt knallte man scheinbar extra brachial Schwarzkittel-Ungetüme wie „Sulptor of Flesh“, „Nathanica“ oder „Maggot Fetus… Teeth like Thorns“ in die ansehnliche Düster-Gemeinde. Dabei spielte neben dem natürlich überragenden Frost Gitarrist wiedermal Lead-Gitarrist Archaon groß auf, der jedes Mal eine starke Performance und das in Höchstgeschwindigkeit abliefert. Dieser Mann mit der Monster-Mähne gehört mittlerweile genauso zu den besten Black Metal-Gitarristen, wie Ravn zu den stärksten Front-Keifern! Wenn das versaute Feuerspucken jedes Mal so viel Energie freisetzt, sollte man es immer so machen!
(Fafnir)

IHSAHN

Zum Abschluss des 2ten Tages zog es mich ins Zelt, denn da machte sich eine weitere Black Metal-Legende bereit. So hat IHSAHN mit EMPEROR einige der einflussreichsten Black Metal-Songs kreiert und kann mittlerweile auch schon das dritte Solo-Album vorlegen! Seine Werke sind ebenso extrem wie anspruchsvoll und endlich hat der Norweger auch die richtige Truppe beisammen, um diese Songs angemessen live zu performen. So agieren die norwegischen Progger LEPROUS bei den anstehenden Shows als Backing-Band! Doch ließ dies alles zwangsweise auf sich warten, gab es doch so einige technische Schwierigkeiten, die auch beim ersten Song „The Barren Land“ noch nicht behoben waren, so dass die Vocals fast gar nicht, die Gitarren nur leise und die Drums dafür um so lauter durch die W.E.T.-Stage schepperten. Erst bei „Scarab“ konnte sich die Kraft der progressiven Extrem Metal-Songs richtig entfalten und damit die Klasse besonders von IHSAHN an Vocals und Gitarre richtig zur Geltung kommen. Aber auch LEPROUS standen der Performance in nichts nac h, so dass es ein wahres Fest für Fans des anspruchsvollen Metals wurde. Leider war die Zeit schon recht fortgeschritten, so dass auch meine Aufmerksamkeit langsam nachließ und man sich richtig Koje trollte. Der Samstag würde ja auch ein langer Tag werden!
(Fafnir)

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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