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WATT EN SCHLICK FEST 2016

Ort: Dangast - Kurhaus Dangast Strand

Datum: 29.07.2016 - 31.07.2016

Das „Watt En Schlick“ ist eine kleine feine Festivalperle, die direkt am Wattenmeer gelegen ist und dieses Jahr mit 3500 Besuchern sogar ausverkauft war. Nicht nur die Location sorgte für eine einmalige Atmosphäre, auch der Veranstalter Till Krägeloh und sein Team wollten ein friedvolles, familienfreundliches Festival auf die Beine stellen und der Kreativität einen Raum geben.

Neben einem abwechslungsreichen Line Up aus Newcomerbands wie GIANT ROOKS und Local Heros wie dem Oldenburger Duo LETTERBOX SALVATION bis hin zu WILLIAM FITZSIMMONS aus Pittsburgh und KAKKMADDAFUCKA aus Norwegen wurde das Festival mit Lesungen für Groß und Klein, Kurzfilmen, Yoga am Strand, einem Quiz, Spielen für Kinder, Schlickrutschen und einem Improtheater ergänzt.

Das Wetter hielt auch Überraschungen bereit, so wechselte sich Platzregen mit Sonnenschein ab und sorgte so für Matsch um den Zelt- und Essensbereich, der jedoch mit Stroh bekämpft wurde und eine Holztreppe sorgte wieder für einen sicheren Schritt. On Top gab es Urlaubsfeeling pur. So konnte man barfuß in den Sonnenuntergang tanzen oder zu den ruhigen Klängen von JOCO und WILLIAM FITZSIMMONS dem Spiel der Gezeiten zuschauen. Je nachdem, ob Ebbe oder Flut war, sah man einige Besucher schwimmen oder im Schlick versinken. Selbst einige Künstler, wie die Sängerin GEORGIA oder FLOWIN IMMO, konnten der Versuchung des Wattenmeers nicht widerstehen und nahmen ein Schlickbad.

Schlick gab es nicht nur am Wattenmeer und im Festival-Namen, auch die Handbrötchen wurden kurzerhand in Schlickbrötchen umbenannt. Aus Pommes wurden die besten Bio-Pommes und neben DEM Rhabarberkuchen vom Kurhotel Dangast gab es natürlich… Fischbrötchen. Des weiteren durften Rostbratwurst und Crêpes nicht fehlen, wie auch Suppe, Gemüsecurry, Wraps, Bratnudeln, vegane Burger, warme Brezeln und Krustini – selbstgemachtes Eis vervollständigte das Angebot. An Getränken hielt das Festival neben diversen Cocktails, Jägermeister, Wein und Bier auch Limo zum Selbermachen bereit und als weiteren erwähnenswerten Punkt gab es die mit Abstand saubersten Festivaltoiletten! Wen wundert es, dass bereits zum heutigen Zeitpunkt die ersten beiden Preisstufen für 2017 ausverkauft sind.

Zu Hause angekommen, lasse ich das Festival mit einem Blick auf die Fotos Revue passieren und ein kühles Jever, mit V ausgesprochen, steht bereit.

Um 13 Uhr herrschten am Freitag noch leichte sommerliche Temperaturen, und Düngergestank wehte durch das Campinggelände, welches von Maisfeldern umgeben war. Ein weiterer Campingplatz befand sich in direkter Nachbarschaft zu einer Kuh-Wiese. Auf dem Festivalgelände herrschte reger Betrieb, überall wurde noch geschraubt, und die letzten fehlenden Sachen zu den Ständen geschleppt, bis um 15 Uhr die Besucher mit einem MOIN MOIN begrüßt wurden. Auch viele Besucher grüßten sich freudig untereinander, da es sich um regionales Festival mit vielen ehrenamtlichen Helfern vor Ort handelt.

Decken und Spielzeug für die Kinder wurden mitgeschleppt, doch am ersten Tag hielten wiederkehrende Regenschauer vom Faulenzen am Strand ab. An den regenfreien Stunden hielt die Musik der Bands vom Faulenzen ab, da ihr Beat in die Beine ging. So tanzte man sich den Regen zu ISOLATION BERLIN einfach weg und am Samstag feierte man bereits um 14 Uhr mit KENO & TRIBES OF JIZU vor der Bühne. Der Sänger scheute sich nicht direkt in das Publikum zu gehen, nahm kein Blatt vor dem Mund und bot so Unterhaltung pur.

Dank der Singer-/ Songwriter-Fraktion wie POHLMANN, SOPHIA KENNEDY, MISTER ME, JOCO und allen voran WILLIAM FITZSIMMONS mit der Sängerin Abbey Gundersen an der Geige, gab man sich dem entspannten Zuhören und Abhängen hin.

Das Party-Jungvolk wurde oft vom Zelt durch diverse Rap-Bands wie UMSE angezogen. Ein weiteres starkes Zugpferd waren auch ZUGEZOGEN MASKULIN mit „Endlich Wieder Krieg“. DICHT & ERGREIFEND sind die bayerischen Vertreter, die neben Tuba und Trompete mit ihren Textangriffen in Mundart die Jugend in die ersten Reihen holten. Der Künstler FATONI legte umgehend mit einem Impro zu den vom Publikum gezeigten Gegenständen los. Bei PLEWKA & SCHMEDTJE wurde per Los aus dem Jutebeutel der nächste Song bestimmt. Am ersten Tag überraschten WHO KILLED BRUCE LEE, die Überflieger aus dem Libanon, im kleinen Zelt und ließ die Temperaturen steigen. Zu dem Auftritt von FRAKTUS wurden kurzerhand die Zeltwände abgehangen und gaben so mehr Platz und Luft für die Besucher. Vor dem Zelt wurde der Hip Hop Kultur in Form von Graffitis ein Tribut gezollt.

Noch intimer waren die Auftritte auf der Palettenbühne unter der Schirmherrschaft von FLOWIN IMMO, dem Herrn der Paletten. Dort ließen die Fans von POHLMANN den Strandbereich überquellen und MISTER ME trug die Anwesenden mit seinen schwermütigen Texten hinfort, hier und da sah man geschlossene Augen und Pärchen Arm in Arm. Auch die Lesungen und das Improtheater fanden auf der Palettenbühne statt, wie auch am letzten Tag der Auftritt von FLOWIN IMMO.

Neben ISOALTION BERLIN, ZUGEZOGEN MASKULIN und MILLIARDEN, die mit „Kokain und Himbeereis“ abräumten, gab es mit ROMANO aus Köpenick eine weitere Berliner „Band“ beim Watt En Schlick Festival. Neben Geldscheinen für das Publikum hielt ROMANO auch Sekt für seine Julia bereit. Gemeinsam mit den Party People von FM BELFAST wurde zu „Par Avion“ am Strand getanzt und der isländische HUH-Ruf unter dem Trommeltakt angestimmt. Zu „Brighter Days“ und den Tanzeinlagen von Egil in Unterhose, wurde die Meute mitgerissen.

Apropos Meute, die traten auch auf. Die Hauptbühne fasste nicht nur die 11 Jungs der Techno-Deep-House-Blaskapelle, sondern auch die Headliner gaben sich dort die Klinke in die Hand. Am ersten Tag trat SOPHIE HUNGER mit ihren schön verschrobenen Liedern wie „Love Is Not The Answer“ auf. Mal sah man die Künstlerin im reduzierten Bühnenlicht am Piano, dann wieder an der Gitarre das Publikum in ihren Bann ziehen, und für mehr Pathos gab es Hall auf die Gitarre zu „Spaghetti mit Spinat“.

Am zweiten Tag bestritten KAKKMADDAFAKA die Poleposition mit ihrer Indie Mischung diverser Stilrichtungen und einer fetten Lichtshow u.a. zu „Galapagos“. Natürlich durften auch die Songs „Your Girl“ und „Restless“ auf ihrer Setlist nicht fehlen.

Kann ein norddeutsches Festival besser ausklingen als mit der norddeutschen Stimme, die Schwermut und Leichtigkeit vereint? Gemeint sind ELEMENT OF CRIME. So schwebte der Song „Vier Stunden vor Elbe 1“ schwer durch die Luft und in die Herzen. Dazu die untergehende Sonne, ein laues Lüftchen und schon sind die vereinzelten Starkregen-Huschen des Wochenendes vergessen. Das Wattenmeer ist halt nordisch herb. Zu „Bitte bleib bei mir“ trete ich den Nachhauseweg an, denn man soll gehen, wenn es am Schönsten ist… und wiederkommen in 2017.

Ahoi meine Schöne!

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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