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WAVE GOTIK TREFFEN 2014 – TAG 3

Ort: Leipzig – WGT

Datum: 08.06.2014

Schauspielhaus
DER BLAUE REITER

Und wieder ein neuer Temperaturrekord: 35 Grad. Wir haben es gerade so geschafft, uns auf dem Heidnischen Dorf auf die Wiese in den Schatten fallen zu lassen … und da lagen wir dann … und lagen … und lagen. So wie alle um uns herum auch. Viel war heute für unseren Geschmack eh nicht im Angebot. Erst 20 Uhr als es etwas frischer wurde, konnten wir uns aufraffen und sind zurück in die City zum Schauspielhaus gefahren.

Denn DER BLAUE REITER wollten wir unbedingt sehen. Und dann auch noch im Schauspielhaus. Unsere Befürchtungen, es könnte zu voll werden, haben wir damit aufgelöst, dass wir bei Freunden Plätze reserviert haben. Hat auch wunderbar geklappt: Reihe 7 alle nebeneinander. Muss wohl nicht so einfach gewesen sein. Aber immerhin waren wir pünktlich. Hätten wir gar nicht sein müssen, denn es gab einige technische Probleme und so schlossen erst eine halbe Stunde später die Türen und das Licht ging aus. Mit Spannung erwartet ging dann das Konzert los. Fotografieren war verboten, aufgrund der Atmosphäre habe ich mich auch dran gehalten. Andere leider nicht, und so störten gelegentlich einige leuchtende Displays die Stimmung. Immerhin nutzte keiner den Blitz. Neben den beiden Hauptprotagonisten Sathorys Elenorth und Lady Nott war ein weiterer Musiker mit auf der Bühne. Mit Violine, Trommel, elektronisch düsteren Soundstrukturen und dem abwechselnden Sprechgesang der beiden Spanier erzeugten DER BLAUE REITER von der ersten Minute bis zum Schluss ein bombastisches, martialisches Opus aus Dark Ambient und Neoklassik. Die in dunklem Blau gehaltene Bühne und die Videosequenzen im Hintergrund taten ihr Übriges. Spätestens mit ihrem dritten Album „Nuclear Sun – Chronicle of a nuclear disaster“ von 2009 haben sich die beiden in der Martial-Szene ganz nach oben katapultiert, indem sie die einzelnen Stile perfekt miteinander verflechten. Umso gespannter darf man auf das Ende diesen Sommer erscheinende neue Album „Le paradis funèbre II – L‘ adieu du silence“ gespannt sein. Ein fantastisches Konzert in einem idealen Umfeld was noch lange nachwirken wird.

Moritzbastei
ANTICHILDLEAGUE – TREPANERINGSRITUALEN

Während wir gemütlich im Schauspielhaus saßen, spielte in der Moritzbastei ANTICHILDLEAGUE. Gaya Donadio, die umtriebige Promoterin aus London, die zwei Tage zuvor auch schon optisch und musikalisch bei SIX COMM überzeugen ließ mit ihrem eigenen Projekt ihrer Energie und ihrem „Will to Power“ freien Lauf. Die Hosenbeine in der dritten Reihe flatterten noch und das kurze aber aufgeladene Set überzeugte selbst hartgesottene GENOCIDE ORGAN-Fans und ließ die Herzen schneller schlagen. Hut ab vor einer der wenigen Damen der Szene.

Wir haben dieses Jahr noch gar keinen Industrial gehabt. So geht es bei uns auch noch schnell in die Moritzbastei. Wie bitte? Dieser Ort ist ja nicht gerade bekannt für solche Musik. Aber tatsächlich spielte im hintersten Saal tatsächlich gerade eine zwar noch recht frische aber doch schon mit einem gewissen Ruf vorauseilende Formation mit dem eigenwilligen Namen TREPANERINGSRITUALEN. Leider war der Saal mehr als voll und durch den einzigen Eingang am Ende des Raumes kein Durchkommen und die Luft war zum ersticken. So mussten wir uns mit einem kurzen Blick über die ganzen Köpfe begnügen und konnten noch dezent das Brodeln und Köcheln des Death Industrial aus dem Hexenkessel vernehmen. Man erahnte, dass da wirklich Potenzial hinter steckt. Manche hörten sogar einen würdigen Nachfolger von BRIGHTER DEATH NOW. Zumindest war es für uns ein Auftakt, dieses Projekt mal näher zu verfolgen.

Aus der ersten Reihe bestätigte sich der Eindruck: Der Auftritt begann direkt mit einem bestialischem Geruch, der passend zur Musik war und morbide die Sinne benebelte. Er rührte wohl von dem Jutesack her, der mit einer roten Flüssigkeit übergossen war und mit einem Henkersseil zusammen geschnürt einen bedrohlichen Ausdruck verströmte. Für die ersten Stücke vermummte er Thomas Martin Ekelund und erhöhte die eh schon vorhandene Bedrohlichkeit aber auch Neugier. Man wusste nicht, was einen erwartet. Der Tod, ja er hätte kommen können. Es war ein sehr intensiver Auftritt der nicht in Vergessenheit geraten wird. Für manche zu intensiv, wusste man doch nie, was einen erwartet, und was nicht vielleicht noch alles außer dem beißenden Geruch von der Bühne herunterkommt. Und es war auch schlau sich das auf 100 Exemplare limitierte Tape vor dem Konzert zu sichern. Danach war es zu spät.

Für uns ging es dann direkt in das Städtische Kaufhaus gleich um die Ecke zum Dunkelromantischen Tanz. Unsere Kumpels von Apocalyptic Cocktails legten da auf und so hatten wir einen tolle Nacht mit viel Neofolk und wenig Ausdruckstanz-Musik, der erst nach 6 Uhr zu Ende ging.

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