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WAVE GOTIK TREFFEN 2015 – TAG 2

Ort: Leipzig – WGT

Datum: 23.05.2015

AGENT SIDE GRINDER – EVI VINE – CHRASH COURSE IN SCIENCE
Stadtbad/ Schauspielhaus

Nachmittags statteten wir dem Heidnischen Dorf einen Besuch ab und beobachteten bei leckerem Met und diversen Speisen das bunte mittelalterliche Treiben. Und schon wurde es wieder Abend und wir wechselten in das Stadtbad, das sehr gut besucht war. Pünktlich zu CRASH COURSE IN SCIENCE kamen wir an und kurz danach schepperte es auch schon los. Das Trio aus Philadelphia hatte seine erste Veröffentlichung sage und schreibe bereits 1979. Bis in die beginnenden 80er Jahre waren sie mit ihrem „Electro Techno Body Wave“ ziemlich erfolgreich und musikalisch ihrer Zeit auch weit voraus. Dann wurde es recht lange ruhig um die Band, bis 2009 Vinyl On Demand Records die alten Perlen wieder ausgegraben und neu veröffentlicht hat. Und nun stehen… besser gesagt hüpfen sie wie wild gewordene Flummis erstmalig beim WGT. Mit einer Energie heizten sie dem Publikum ein, dass selbst das Publikum nach wenigen Minuten keine Chance mehr hatte, ruhig zu stehen. Und so ging das eine knappe Stunde. Ist das wirklich noch die Originalbesetzung? Die müssten doch schon mindestens 50 Jahre alt sein. Einzige Lichtquellen waren riesige Stroboskope. Was für ein Gewitter aus technoiden Minimal-Synth-Klängen mit fetten Bässen und abwechselnd weiblichem/ männlichem Gesang im Elektropunk-Style. Ein völlig zu Recht wieder ausgegrabener Schatz.

Der Kontrast zum nächsten Konzert konnte größer nicht sein. Für einen Auftritt im Schauspielhaus verabschiedeten wir uns aus der Minimal-Synth-Reihe im Stadtbad und ließen uns gemütlich in die weichen Sitze fallen. Licht aus und EVI VINE begann mit ihrer Formation. Die aus London stammende Musikerin war eine der Überraschungen auf dem Leipziger Neofolk-Festival „Runes & Men“ 2013. Und überzeugte dort wie hier beim WGT mit einer filigranen, zerbrechlichen Stimmung aus Folk und Post-Punk. Die wunderbare, zarte Stimme von EVI VINE wird dadurch dezent von ihrer vierköpfigen Band aus Schlagzeug, Bass, Synthesizer und Cello begleitet. Sehr atmosphärisch auch der viele Nebel und die blauen und roten Lichter, die der dezenten Musik eine fast mystische und hypnotisierende Wirkung geben. Perfekt zum Träumen und sehr gefährlich für den übernächtigten WGT-Besucher.

Deswegen ging es im Anschluss auch gleich wieder ins Stadtbad, wo es wieder richtig laut werden sollte. Allerdings nicht sofort. Denn AGENT SIDE GRINDER begannen mit einer halben Stunde Verspätung. Scheinbar gab es noch ein Paar technische Probleme, da die Jungs noch an ihren Geräten herum probierten und schraubten. Auf der rechten Seite wurde eine große Metallplatte angebracht, die auf ein Schlagwerk hindeutete. Nachdem beim zweiten Schlag darauf noch in der Vorbereitung bei einem Drumstick, der Pömpel abflog, war damit aber Ruhe. Sehr schade. Dann ging es endlich los. AGENT SIDE GRINDER sind fünf Jungs aus Bromma aus Schweden. Dafür, dass es die Formation erst seit 2009 gibt, haben sie schon eine beachtliche Diskografie vorzuweisen. Auch hier gab es neben den Stroboskopen eher wenig Licht. Der Sänger in enger Röhrenjeans, hellem Hemd, Jeansjacke und Hut legte mit seinen schweißtreibenden und skurrilen Tanzeinlagen eine flotte Sohle aufs Parkett. Die anderen Jungs blieben eher ruhig im Hintergrund. AGENT SIDE GRINDER spielten durchweg tanzbare Nummern. Von Minimal-Synth über Electro bis hin zu fast Industrial wurden viele Hits gespielt und das Publikum ging ordentlich ab. Leider war das Konzert viel zu kurz, die anfangs verlorene Zeit wurde hinten nicht ganz dran gehängt. Trotzdem ein tolles Konzert mit viel Energie.

Wir fuhren dann sofort in die „Villa“, um im kleinen Floor zu Industrial, Neofolk und Martial abzufeiern. Der Laden war auch wieder brechend voll und die Stimmung gut. Nur um 5 Uhr war wieder Feierabend.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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