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WELLE:ERDBALL

Ort: Rostock - Mau-Club

Datum: 10.10.2008

Im Rahmen einer Elektro-Party mit Live-Act sollten an diesem Freitagabend WELLE:ERDBALL meinen Lieblingsclub beehren. Diesmal ohne Supportband, sondern mit der im Januar 2009 erscheinenden DVD namens „Operation Zeitsturm“ im Gepäck, die ab 21.00 Uhr auf einer Leinwand übertragen wurde. Gute 80 Minuten verwandelte der Mau-Club sich in einen Kino-Saal. Alle Sitzgelegenheiten wurden in Beschlag genommen, um dem Film Aufmerksamkeit zu schenken. Zu sehen waren die Bandmitglieder Honey, A.L.F, Frl. Venus und Plastique als Schauspieler, jedoch auch als Verantwortliche für Drehbuch, Umsetzung und natürlich die Musik. Thematisch ging es um die Entdeckung einer Zeitmaschine, die von den Nazis erbaut wurde. Liebevoll inszeniert, teilweise trashig und mit vielen Gags aufgeheitert ist die DVD ein Muss für jeden WELLE:ERDBALL-Fan.

Gegen 22.30 Uhr startete dann das Konzert. An diesem Abend leider nur als Trio, denn Plastique musste leider arbeiten, so entschuldigte Honey sie gleich zu Beginn und als Entschädigung kündigte er viele alte und lange nicht mehr gespielte Stücke im Set an. Der Club war gut gefüllt und das Publikum umjubelte Honeys Worte. Bereits bei „Berühren“ war die Stimmung grandios und es wurde wild getanzt. A.L.F. und Honey waren wie immer ästhetisch mit schwarzen Anzügen, weißen Hemden, Krawatten, Lederhandschuhen und Sonnenbrillen bekleidet und Frl. Venus erschien im sexy Outfit mit Strapsen, Korsage, Minirock und strenger Blondhaar-Perücke. Nach dem Titel „Wir wollen keine Menschen sein“ bedankte sich Honey für diesen tollen Auftakt und huldigte traditionell dem Commodore C64. Ebenfalls den meisten bekannt war das Drumherum zu „Mensch aus Glas“, wo diesmal A.L.F. als Ersatz für Plastique ein „Konsumiere“-Schild hochhielt. Immer wieder wurden Songwünsche aus dem Publikum laut, worüber Honey sich sehr freute. Im Hintergrund flimmerten Video-Projektionen über die aufgebauten Leinwände, kalte Neonröhren leuchteten und die Band bediente sich verschiedenster Instrumente, wie einer Ätherwellengeige (Theremin) und Klangverzerrern. Der Klassiker „23“ wurde lauthals mitgesungen und die Stimmung stieg immer weiter. Nach „Hoch die Fahnen“ erklang das vielgewünschte „Das Alpha-Tier“. Bei „Schweben, Fliegen, Fallen“ kamen große Luftballons zum Einsatz, diesmal in rot und wie Honey behauptete auch wieder mit einem versteckten 50 Euro-Schein versehen. So rissen sich natürlich alle um die Ballons und kickten sie durch die Luft auf die Bühne und von dort wieder zurück. Zwischenzeitlich hatte sich Frl. Venus noch einmal in ein blaues Petticoat-Kleid gehüllt, um das 50iger Jahre Gefühl bildlich hervorzuheben. Mit voller Wucht bearbeitet Honey bei „Arbeit adelt“ das vor ihm stehende Stahlfass und erntete dafür großen Applaus. Neuere Stücke wie „Walkman“ und „Der Telegraph“ wurden genauso frenetisch abgefeiert, wie das kultige „Deine Augen“ oder „Super 8“, bei dem Stück gab Honey mit einer 8 mm-Kamera vor das Publikum aufzunehmen. Im Anschluss begrüßte er eine Masse dänischer Fans und stimmte mit „VW Käfer“ einen weiteren Klassiker an. Passend zum Auftritt wurde an diesem Tag die neue Maxi-CD „Ich bin aus Plastik“ veröffentlicht und diese wurde nach Ankündigung dieser Tatsache angespielt. Schon bei Honeys Anblick im Anschluss, mit kleinen sorgfältig gefalteten Papierfliegern in der Hand wussten alle bescheid, dass nun ein ebenfalls heiß geliebtes Stück folgen würde. „Starfighter F-104G“ wurde lautstark umjubelt und im vorderen Bereich der Bühne kam heftige Bewegung auf, woran die Dänen nicht ganz unschuldig waren. Stürmischer Applaus belohnte das Trio auf der Bühne, das sich herzlich bedankte und sich verneigte, um dann von der Bühne zu gehen. Jedoch nur für einen kurzen Moment, denn laute Zugabe-Rufe holte sie zurück und es wurde „Moorsoldaten“ angestimmt. Wir sangen so laut es ging mit, was Honey sichtlich beeindruckte. Einen Hinweis auf den Tierschutz und ausliegende Listen am Merchandise-Stand folgte vor den Songs „Ich bin nicht von dieser Welt“ und „Es geht voran“. Doch auch jetzt hatte das Publikum nicht genug und schrie nach weiteren Songs. Honey betrat die Bühne und äußerte, dass er fast „Pipi in die Augen bekommen würde“ vor lauter Gerührtheit. Bei „Monoton und Minimal“ wurde noch einmal richtig gepogt und nach „W.O.L.F.“ ging nach einigen Minuten Applaus und tiefem Verbeugen der Band die Musik aus der Konserve an, die noch die halbe Nacht für die Fortführung der guten Stimmung sorgte.

Setlist WELLE:ERDBALL
Funkbereit
Tanzpalast
Berühren
Wir wollen keine Menschen sein
Die Weltenzahl
Mensch aus Glas
Nur tote Frauen sind schön
Susi hat Angst
23
Roboter
Alles Lüge (C64)
Metal Dust (Die Begegnung)
Hoch die Fahnen
Das Alpha-Tier (C64)
Schweben, Fliegen, Fallen
0173-1923954
Arbeit adelt
Der Telegraph
Nachtprogramm
Walkman
Deine Augen
Super 8
VW Käfer
Tanz eiskalt
Ich bin aus Plastik
Starfighter F-104G

Moorsoldaten
Ich bin nicht von dieser Welt
Es geht voran

Monoton und Minimal
W.O.L.F.

Copyright Fotos: Cath Niemann

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