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WILDCARD FESTIVAL 2008

Ort: Herford - X

Datum: 11.10.2008

FEAR MY THOUGHTS – EMIL BULLS – CALLEJON – FIRE IN THE ATTIC – TASTE OF BLOOD – THE PARACHUTES

Bei einem solchen Package am Samstagabend heißt es im X immer früh auftauchen, weil wegen der anschließenden Disco ja zeitig begonnen werden muss. So heizten die noch recht jungen Emo-Kreisch-Hardcoreler THE PARACHUTES dem erst langsam eintrudelnden Jungvolk zu un-Konzertiger Zeit kurz und knapp ein. Für die anwesenden Kiddies ein fetter Appetizer, die Band liegt auf jeden Fall im oberen Drittel des Genres.

Doch schon war es an der Zeit für die Lokalmatadoren TASTE OF BLOOD. Die passten zwar mit ihrem Death Metal Sound nicht zum Rest des Packages, durften aber trotzdem noch mal vor großer Meute und auf großer Bühne zocken, da dies ihr Abschiedskonzert war! Die Jungs haben sich leider aufgelöst, werden aber zum Teil in einer neuen Band auftauchen demnächst! Geiler Gig noch mal, RIP!

Die Bonner FIRE IN THE ATTIC präsentierten ihren neuen Sänger Thomas Prescott und das nach wie vor aktuelle Album „Cum Grano Salis“, von dem ein Großteil der gezockten Songs stammte. Die Eingruppierung in die Emocore-Ecke ist nur teilweise berechtigt, bieten die Jungs doch viel mehr Härte und gleichzeitig coole Melodien als die typischen Genreacts. Da kam auch fix mal Bewegung in die Menge im Saal. Definitiv eine der besten Melodic/ Post-Hardcore-Combos in Germany und man darf auf den nächsten Knaller gespannt sein, der noch dieses Jahr aufgenommen wird (obwohl das letzte Album ja erst im Frühjahr erschien)! Starker Auftritt!

Mit den Köln/ Düsseldorfern CALLEJON steigerte sich der Härtegrad so langsam, deutlich brettiger erklang der Screamo-Metalcore des Fünfers. Nuclear Blast signen ja alles und jeden mittlerweile und so wird das zweite Album „Zombieactionhauptquartier“ dort im November erscheinen. Und vom Härtegrad noch etwas zulegen, wie die vorgestellten neuen Songs heute Abend bewiesen. Neben den immer wieder feinen IRON MAIDEN-Gedächtnisläufen fallen die fast durchgehend deutschen Texte auf. Sollte man den Emofaktor weiter runterschrauben, dann zocken die Jungs mit dem neuen Werk in der obersten Liga mit! Fetter Moshcore, der zusammen mit der energischen Darbietung jeden Pit zum Kochen bringt… so auch heute. Die Kids (größtenteils noch nicht mal halb so alt wie der Rezensent!) drehten jedenfalls gut am Rad.

Die Veteranen (1995 gegründet!) waren heute die Münchener EMIL BULLS, die mit ihrem Anfang des Jahres erschienen 7. Album „The Black Path“ wieder deftig an Härte zugelegt haben, was man der wilden Performance heute gut entnehmen konnte. Der Wechsel zwischen extrem melodischen, ruhigen Passagen und Thrash/ Nu Metal-Ausbrüchen gelingt den Herren vorzüglich und so brodelte es gewaltig vor der Bühne im vollen Pit. Passend zum metallischen Brettsound ist man mittlerweile auf dem Metal-Label Drakkar gelandet und Songs wie „The Most Evil Spell“ sprechen die verschiedensten Läger an, womit sich der Sound nicht eindeutig einstufen lässt. Metal, Crossover, Hardcore in allen Variationen, ja sogar Pop fließt in die Kompositionen ein, was einen herrlich eigenen Mix ergibt. Mit so viel Erfahrung bot die Band um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Christoph von Freydorf eine sehr tighte und doch agile Show und dürfte einige neue Jungfans gewonnen haben! Unerwartet geil!

Komischerweise war es bei den Headlinern FEAR MY THOUGHTS dann nicht wirklich voller in der Hütte und die Action vor der Bühne eher sogar noch verhaltener. Ob das an der leicht neuen Ausrichtung des neuen Albums „Isolation“ lag? Damit liegt man ja doch etwas ab vom bekannten Bandsound, der geile melodische Schwedentod gehört so ziemlich der Vergangenheit an. Das Hauptaugenmerk der Setlist lag natürlich bei dem neuen Werk. Doch auch hier merkte man der Performance die langjährige Erfahrung der Band an und Neusänger Martin Fischer fügt sich auch gut in die Band ein und hatte die Meute im Griff. Trotzdem tauchten nach 6 Bands so langsam Ermüdungserscheinungen im Publikum auf und nach einer knappen Stunde Deathmetallischen Brettcores zogen die jungen Horden glücklich verschwitzt von dannen.

Das zweite Hardcore/ Metal X-cess-Event, welches ja nun Wildcard-Festival hieß (weshalb auch immer…), war also erneut ein gut besuchter Erfolg und mit ähnlicher Ausrichtung (etliche geile Bands für wenig Kohle) sollte einem dritten Teil nichts im Wege stehen.

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