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WINTER SEVERITY INDEX – CURIOUS

Ort: Bielefeld - Nr. z. P.

Datum: 02.10.2016

Was für ein Konzept: „Zwischen Torte und Tatort“ nennt sich diese – schon länger bestehende – Veranstaltungsreihe von Sonntagnachmittags-Konzerten in Bielefeld, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen im „Nummer zu Platz“, so der vollständige Name der Location, stattfinden. Während mich die vergangenen Veranstaltungen nicht so sehr interessierten, lockte mich heute die italienische Cold Wave Formation WINTER SEVERITY INDEX in die ehemaligen Räume der Kfz-Zulassungsstelle.

Gegen 17.30 eröffneten CURIOUS mit „Chary“ vor ca. 50 Besuchern den Abend und schon nach diesem Song stellte Sänger Olli klar, dass dies der vorerst letzte Liveauftritt sein würde. Der Musik blieben sie aber treu, versicherte der Fontmann den anwesenden Fans und kündigte mit „Your Virtues“ den Song an, mit dem die meisten der hier Anwesenden die vor fast 20 Jahren gegründete Band in Verbindung bringen. Und in dieser Zeit ist so einiges passiert, denn welche Combo kann von sich behaupten, schon mal im Vorprogramm von THE MISSION oder THE CHAMELEONS gespielt zu haben. Am heutigen Abend war auch wieder Urgestein Moci am Baß dabei, die zusammen mit Vanessa (key), Petar (git), Christian (drums) und Olli den neuen Song „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ vorstellten. Mit einer doch recht ungewöhnlichen Version des SHOCK THERAPY-Klassikers „Hate Is Just A Four Letter Word“ verabschiedeten sich die Bielefelder von der Bühne, aber sie mussten auf Bitten der Fans noch eine Zugabe spielen. Demzufolge gab es noch eine Special Version von „Your Virtues“.

Setlist CURIOUS
Chary
Your Virtues
Sweetheart
Thought Of Angels
Dr. Jekyll And Mr. Hyde
Remember The Time
Hate Is Just A Four Letter Word (SHOCK THERAPY Cover)

Your Virtues (Special Version)

Nach einer kleinen Umbaupause standen WINTER SEVERITY INDEX auf der Bühne, die mit ihren in diesem Jahr veröffentlichten Album „Human Taxonomy“ für einiges Aufsehen in der Szene gesorgt haben. Die beiden Damen Simona Ferrucci (Voc, Git) und Alessandra Romeo (Synth) werden live von Giovanni Stax (Bass) unterstützt und legten gleich mit „Bianca“ vom Vorgängeralbum „Slanting Ray“ los. Mittlerweile hatte sich der kleine Laden gut gefüllt, und das Trio auf der spärlich beleuchteten Bühne spielte sich weiter durch die beiden Alben. Allein Alessandra stand mit ihren Synthie im besten Licht, da sie vom Beamer angestrahlt wurde, der einige kunstvoll gestaltete Filme auf die sich dahinter befindliche Leinwand warf. Während „Athlete“, „A Quiet Life” und “Drums Of Affliction” vom aktuellen Longplayer performt wurden, klang das alles sehr vertraut in meinen Ohren. Kein Wunder, denn Simones Stimme erinnerte phasenweise an die Solowerke der ehemaligen VELVET UNDERGROUND-Chanteuse NICO. Nach 45 intensiven Minuten verließen die Römer die Bühne, aber auch hier verlangte das Publikum nach einer Zugabe. WSI kamen diesen Wunsch nach und „A Sudden Cold” beendete den Gig der Italiener.

Setlist WINTER SEVERITY INDEX
Bianca
Athlete
A Quiet Life
No Will
Compulsion
Drums Of Affliction
Waiting Room
Backstroke
5AM

A Sudden Cold

Für mich und bestimmt auch die meisten anderen Gäste war es konzert-technisch gesehen eine eher ungewöhnliche Uhrzeit. Aber es hat sich gelohnt, denn nicht nur beide Bands, sondern auch die coole Location haben mich überzeugt. Da hier in Bielefeld in letzter Zeit doch einige Kultläden wie z. B. das Kamp dichtgemacht haben und der Falkendom lange Zeit umgebaut wurde, ist das Nummer zu Platz eine richtig gute Alternative, was Veranstaltungen in dieser Größenordnung betrifft.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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