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WIRTZ – ÜBERGAS

Ort: Bielefeld - Kamp

Datum: 27.11.2009

Wie lässt sich ein verregneter Freitag besser überstehen als mit der Aussicht auf ein schönes Konzert am Abend, sympathische Musiker, das ein oder andere Bier und alles quasi direkt um die Ecke? So geschehen bei Daniel WIRTZ im Bielefelder Kamp, dessen Live-Dimensionen seit seiner letzten Club-Tour, die ihm fast den Titel „Club-Künstler des Jahres“ eingebracht hätte, geradezu explodiert sind. So sind dem Vernehmen nach in Städten wie Berlin oder Frankfurt (mit Aufzeichnung für eine mögliche DVD) an die 800 Leute zu ihm gepilgert und auch Hamburg oder Bochum haben mächtig von sich Reden gemacht. Entschlossenheit und Qualität zahlen sich eben doch noch irgendwann aus (und auch ein dritter Longplayer rückt so natürlich in greifbare Nähe).

Bielefeld hat es immerhin auf ca. 250 Besucher gebracht (nicht wenige davon zugereist), was für die erste Visite in der ostwestfälischen Metropole angesichts der gebuchten Achse Bochum – Ahlen – Bielefeld – Hannover gar nicht so übel ist. Als Supportact waren die Hamburger ÜBERGAS dabei, die ungezügelten Streetcore mit gelegentlichem Crossover Metal Einschlag auf die Bühnenbretter und mit Auszügen aus ihrem Debütalbum „4851“ das Publikum auf Temperatur brachten. Die Songs wie „Keine Garantie” oder „Mehr Mehr Mehr“ zehren vor allem von einem satten Bass und dem rotzigen Organ des Sängers Krispin K.. Auch neue Stücke wie die potentielle Fußball WM 2010 Hymne „Aus drei Sternen werden vier“ konnten gut einheizen, bevor der halbstündige Auftritt mit „Ich muss gar nichts” bald wieder ein Ende fand.

Etwa genauso lange dauerte die nachfolgende Umbaupause, die die Spannung soweit ansteigen ließ, dass der Hauptact des Abends vom Auditorium direkt unter tosendem Applaus empfangen wurde. Daniel war nach seinem Day Off wieder super erholt, sonst hätte Bielefeld nach seinem Bekunden wohl die Reste bekommen, die die ihm alles abverlangenden Bochumer zwei Tage zuvor übrig gelassen hätten. Anfangs wurden überwiegend neue Tracks der aktuellen Scheibe „Erdling“ vorgestellt, Daniel dabei mal mit, mal ohne Gitarre, aber immer im Fokus. Schnell brandeten „Daniel – Wirtz“ Sprechchöre auf, die Emotionalität der Lieder wurde von den Fans geradezu aufgesogen. Fast die kompletten beiden Alben fanden sich in der Setlist wieder, die pure Spielfreude! Im Mittelteil veranlassten Abräumer wie „L.M.A.A.“ und „Wo ich steh“ einige vor der Bühne sogar zu „Oh wie ist das schön“ Gesängen. Herr Wirtz dankte es seinen Anhängern und begab sich während „Heute weiss ich“ fannah in das Publikum. Wie er mitteilte, sei es so, dass allein die Zuschauer das Ende der Show in der Hand hätten. Natürlich hatten fast alle Bock, solange wie möglich abzurocken und die Geduld vor den beiden Zugabeblöcken wurde vor allem mit diversen jetzt schon Klassikern der „Elf Zeugen“ belohnt.

Insgesamt haben WIRTZ zweieinviertel Stunden amtlich abgeliefert, mit geilem Sound und geiler authentischer Show. Jederzeit gerne wieder! Achtet auf eventuelle Zusatztermine schon im März.

Setlist WIRTZ

Im freien Fall
Geschichten ohne Sieger
Meinen Namen
Der Feind in meinem Kopf
Anderer Stern
Sag es
Lass mich los
L.M.A.A.
Meilenweit
Wo ich steh
Weil ich so bin
Scherben
Frei
Kugel Kopf & Eins im Sinn
Mon Amour
Heute weiss ich

Ne Weile Her
Elf Zeugen
Siehst Du Mich
Nada Brahma

Keine Angst
Overkill
Richtig Weh

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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