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WIRTZ – DEINE COUSINE

Ort: Münster - Jovel

Datum: 13.04.2018

Was könnte es aus Redaktionssicht Schöneres geben als einen verwirtzten Tourauftakt in der Uni-Stadt und Westfalen-Metropole Münster? Der hierfür vermutlich unbewusst gewählte Freitag der 13. sollte jedenfalls auch kein schlechtes Omen darstellen, was sich schon an dem mit 1500 Menschen proppenvoll bis unters Dach gefüllten, altehrwürdigen Jovel erkennen ließ. Ein Zuspruch, der sicherlich auch den Erfolg des zu der Tour anlassgebenden, bereits 5. WIRTZ-Albums „Die fünfte Dimension“ eindrucksvoll bestätigte.

Zunächst musste das Auditorium aber mit DEINE COUSINE Vorlieb nehmen, die sich augenzwinkernd selbst schon mal als Punkrock für „Brigitte“-LeserInnen bezeichnet haben. Die aus St. Pauli stammende Combo schmetterte 30 Minuten lang Songs wie „Kiez oder Kinder“ oder das TOTE HOSEN-Cover „Alles aus Liebe“ von der Bühne. Prägnante Stücke und eine kraftvolle Performance von Sängerin Ina Bredehorn, die auch schon als Live-Unterstützung von Udo Lindenberg Erfahrung sammeln konnte. Hier schließt sich dann auch der Kreis zu Daniel Wirtz, der mit der Wahl seiner Vorband angesichts sehr guter Resonanzen aus dem Publikum mehr als zufrieden sein durfte.

Ein kurzes Intro später betrat dann auch der Hauptprotagonist des Abends mit Megafon in der Hand die Bretter, die die Welt bedeuten sollen. Nachdem im Vorfeld nichts Geringeres als die „fetteste WIRTZ-Rutsche ever“ angekündigt worden war, waren die Erwartungen natürlich hoch. Der Einstieg mit dem Titeltrack des aktuellen Albums gelang jedenfalls schon mal sehr ordentlich, sowohl Band als auch Fans waren gleich voll da. Im Hintergrund sorgte ein proaktiver Bühnenaufbau mit einer Leinwand in Form der WIRTZ-Raute im Mittelpunkt für eine variable Optik und erzeugte dort quasi verschiedene „Dimensionen“, teils auch mit hinein projizierten Livebildern. Eines der optischen Highlights war dabei sicherlich die Singleauskopplung „Gib mich nicht auf“, bei der die Bühne ganz in weißes Licht getaucht war und auf dem Backdrop das dazugehörige Video ablief.

Der Hauptteil des musikalischen Sets war natürlich geprägt vom neuen Album, von dem gleich sämtliche Stücke präsentiert wurden. Neben seinen beiden gut behuteten Gitarristen griff Daniel gelegentlich auch immer mal selbst zur Gitarre und daneben noch ein ums andere Mal zum Megafon. Bunt durchgemischt wurde mit einigen – wenn auch zunächst eher wenigen – älteren Liedern, darunter mit „Leb´ wohl“ und „Der lange Weg“ auch solche, die es live zuletzt nicht so häufig auf die Ohren gab. Anlässlich der traurigen Ereignisse in Münsters Innenstadt in der Woche zuvor richtete der an diesem Abend damit sonst eher sparsame Frontmann einige Worte an das Publikum und ließ sodann mit „Frei“ die passende Hymne hierzu folgen. So vergingen die ersten 1,5 Stunden dann auch wie im Flug und man näherte sich unaufhaltsam schon dem Zugabenteil.

Hierfür hatten sich die Jungs dann noch so einigen Stoff, aus dem die Träume sind, aufgehoben. Songs wie „Keine Angst“ (unplugged nur mit Piano-Untermalung), „Mantra“ (unplugged mit Piano und dezentem Schlagwerk) und „Richtig weh“ bedürfen sicherlich keiner weiteren Erläuterung. Nach einem Dank an die gesamte Crew ging es dann noch weiter mit „Ne Weile her“ als Akustikversion, bevor „Mon Amour“ dem Ganzen das Sahnehäubchen auf- und letzte Reserven freisetzte. Frenetisch gefeiert täuschten die Musiker im Anschluss ihren schnellen Abgang vor, nur um noch einmal mit „Auf die Plätze fertig los“ als Rausschmeißer zurückzukehren. Auch wenn sich die Setlist an dieser Stelle noch beliebig um eine weitere Stunde hätte verlängern lassen, endete damit endgültig ein mehr als erfolgreicher und unterhaltsamer Abend.

Setlist WIRTZ
Die fünfte Dimension
Wer wir waren
Das verheißene Glück
Der lange Weg
Sag es
Seelen
Entdeckung der Langsamkeit
Gib mich nicht auf
Ich bleibe hier
Weil ich dich mag
Liebe
Aus Versehen
Wir
Meilenweit
Leb´ wohl
Bilder von damals
Frei
10 Jahre
Moment für die Ewigkeit

Keine Angst
Mantra
Richtig weh

Ne Weile her
Mon Amour

Auf die Plätze fertig los

Copright Fotos: Daniela Vorndran

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