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YOUNG REBEL SET – HELLO PIEDPIPER

Ort: Osnabrück – Kleine Freiheit

Datum: 20.06.2013

Während vermutlich Hunderte auf dem Weg zum Hurricane im Stau und Unwetter standen, gab’s für mich im heimischen Osnabrück noch die Möglichkeit, das lange Festival-Wochenende ganz entspannt einzuläuten. Dafür waren die sechs Herren vom YOUNG REBEL SET verantwortlich, die ihren Tourauftakt in der Kleinen Freiheit bestritten, ehe es am nächsten Tag hieß, Festivalluft zu schnuppern. Allerdings war das nächste Ziel der Briten das Traumzeitfestival in Duisburg, wohingegen ich mein Heil in Scheeßel suchte. An der Hase ist das YOUNG REBEL SET kein Unbekannter mehr, vielmehr waren die Jungs bereits beim 2010er LOKPOP vertreten und auch in der alten Bundesbahnkantine am ehemaligen Güterbahnhof hatten sie Ende 2011 schon einmal Station gemacht.

Anders erging es da dem Support HELLO PIEDPIPER aus Köln, der sein Debüt auf der kleinen Stage gab und zu diesem Zweck aus Köln angereist war. Hinter diesem doch etwas schrägen Namen verbarg sich ein bärtiger Zausel namens Fabio, der seine Akustikgitarre im Gepäck hatte und statt mit einer Begleitkapelle seinen Sound vom Band komplettierte. Auf dem Zettel hatte der sympathische Rheinländer eher ruhige und getragene Singer-/ Songwriter-Mucke, die einen folkigen Anstrich hatte und zum Zuhören einlud. Wie üblich hielten die Osnabrücker noch einen gewissen Sicherheitsabstand, spendeten aber nicht erst zum Ende des halbstündigen Vortrages verdienten, freundlichen Applaus.

30 Minuten später sollte es richtig eng werden auf der Bühne der Kleinen Freiheit, denn immerhin mussten hier sechs Personen und ne Menge Equipment Platz finden. Davon ließen sich die Mannen aus Stockton-on-Tees im Nordosten des britischen Eilandes jedoch nicht stören und lieferten mit dem knackigen „Lion’s Mouth“ gleich zum Auftakt einen wunderbaren Folk-Rocker ab. Warm spielen musste sich an diesem Abend zwar niemand, da sich trotz des heftigen Gewitters immer noch die Wärme in dem Flachdachgebäude staute, aber mit Sicherheit hatten die Engländer mit dieser Nummer ihr Publikum bereits auf ihrer Seite und so konnte gemeinsam über eine Stunde eine stimmungsvolle Party gefeiert werden, die genauso auch in irgendeinem Pub hätte stattfinden können. Neben Songs seines 2011er Debüts „Curse Our Love“ hatte der Sechser auch neue Tracks dabei, die in der zweiten Jahreshälfte auf einem zweiten Silberling erscheinen sollen. Dazu gehörte beispielsweise „Lash of“, das direkt ins Bein ging und Sänger und Gitarrist Matty Chipchase animierte, seine dunkle Sonnenbrille abzunehmen. Mit dem Liebeslied „Red Bricks“ schlugen die Herrschaften erstmals ruhigere Töne an, um dann wieder mit viel Schmackes durchzustarten. Zum britischen Kneipenfeeling passte dann auch die Proklamation des „Thirsty Thursday“, die mit dem pianodominierten „Fall Hard“ und der Einladung zu gemeinsamen Drinks im Anschluss an die Show einher ging. Blitzschnell schloss sich „Another Day“ an, zu dem sich die Combo erneut im Chorgesang übte – einzig Bassmann Chris Parmley durfte nicht mitsingen, ehe mit dem ebenfalls neuen „Yesca“ entspanntes Grooven auf dem Programm stand. „One Law“ entwickelte sich im Laufe des Vortrages zum rhythmusbetonten Stomper mit Stakkatosounds, bevor das energiegeladene „If I Was“ vereinzelt mitgesungen wurde und gute Laune verbreitete. „Feathers“ nahm am Ende des regulären Sets noch mal Tempo raus, ohne den nötigen Druck vermissen zu lassen und ließ die Vorfreude auf die kommende Langrille weiter wachsen.

Zunächst gab es jedoch noch einen kleinen Nachschlag, den anfangs Matty und Luke Evans allein servierten. Für „Unforgiven“ verließ der barfüßige Schlagzeuger seinen Arbeitsplatz hinter der Schießbude und bewaffnete sich mit einem Schellenkranz, um dem Fronter am Mikro zu assistieren, bevor zu „Precious Days“ die gesamte Mannschaft zurückkehrte und erneut zum Tanze aufgespielt wurde. „Measure of A Man“ beendete den kurzweiligen Abend schließlich nach einer Stunde Spielzeit mitsamt Massenklatschen und einem grandiosen Finale, in dem es noch mal richtig rund ging. Kurz und knackig war’s; schweißtreibend – insbesondere auf der Stage, wo die kleinen Handtücher vermutlich schnell klatschnass waren. Möglicherweise waren die hohen Temperaturen auch der Grund dafür, dass sich die Zuschauer in der gut gefüllten Kleinen Freiheit vergleichsweise zurückhaltend zeigten. Ein gelungener Konzertabend, der im Herbst seine Fortsetzung finden kann, wenn das YOUNG REBEL SET mit dem dann erschienenen Longplayer erneut deutsche Bühnen entert.

Setlist YOUNG REBEL SET
Lion’s Mouth
Walk On
Won’t Get Up Again
Borders
Lash Of
Red Bricks
Fall Hard
Another Time
Yesca
One Law
If I Was
Feathers

Unforgiven
Precious Days
Measure of A Man

Copyright Fotos: Ulrike Meyer Potthoff

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