Konzert Filter

ZERAPHINE – SYLIC

Ort: Bielefeld- Kamp

Datum: 01.10.2010

Bielefeld und „Gothic-Konzerte“ – eine schwierige Kombination, wie wir aus Erfahrung wissen. Und auch heute Abend sollte es nicht viel anders sein. Allein an Raabs BuViSoCo wird es nicht gelegen haben, dass sich an diesem Freitagabend nur eine kleine schwarze Gemeinde im Kamp versammelt hatte, um ZERAPHINE zu lauschen.

In die Aufwärmrunde ging es zunächst um kurz vor 21 Uhr mit SYLIC. Die 3 Jungs aus Braunschweig hatten (in anderer Besetzung) vor fast genau 6 Jahren mit ihrem allerersten Konzert bereits einmal für ZERAPHINE eröffnet und feierten den Abend als Release-Party für ihr Album „High times for a low life“. Während das Titelstück mit einer gewissen Punk-Attitüde versehen ist, kamen andere Songs wie „Sick of angels“, „Nothing“ oder „When illusion falls“ als brettharter Rock aus den Boxen und das wurde von den etwa 60 Anwesenden mit solidem Applaus bedacht. Gut 40 Minuten lang nutzten Hendrik, Gösta und Ive die Chance, ihr Album zu promoten, ein nettes Cover gab es mit RAMONES‘ „Pet Sematary“ noch obendrauf. Da gab es nichts zu motzen, doch hätte die Darbietung im anderen musikalischen Kontext sicherlich noch mehr Zuspruch gefunden.

Um 22 Uhr erklang dann das Intro „Erwachen“ und los ging es auch mit dem ersten Song des aktuellen ZERAPHINE-Albums „Whiteout“ „Lieber allein“. Zwar hatte sich die Zahl der Zuhörer zu diesem Zeitpunkt auf knapp unter Hundert vergrößert, trotzdem konnte Sven Friedrich in weißem Hemd und schwarzer Weste seine Enttäuschung nicht verbergen: „Wir hatten angenommen, dass es familiär wird, aber dass es SO familiär wird…“ Doch die Fans gaben ihr Bestes und freuten sich über alte („Die Macht in Dir“, „Stop pretending“) wie neue Songs („Rain falls“, „Louisa“), zu „Inside your arms“ wurde ordentlich mitgeklatscht und auch „Mr. Brightside“ von THE KILLERS kam gut beim schwarzbunt gemischten Publikum an. Nach der Festival-Saison hatte die Jungs im September in ihrer Heimat Berlin ein Akustik-Konzert exklusiv für Fanclubmitglieder gegeben, nun schloss sich auch an diesem Abend mit „I will be there“, dem CURE-Cover „Picture of you“ und „Sterne sehen“ ein sehr schöner Akustik-Block an, bei dem Svens einschmeichelnde Stimme einmal mehr zum Tragen kam. Doch danach ging es mit „I never want to be like you“ gleich rockig weiter und mit „Tomorrows morning“ und dem (wie ich finde) sehr PLACEBO-inspirierten „Out of sight“ gab es noch weitere Titel des aktuellen Outputs „Whiteout“ auf die Ohren. Doch die Hauptstädter werden nicht müde, weiterhin ihre alten Klassiker zu spielen und so wurden „Die Wirklichkeit“ und „Be my rain“, das das reguläre Set beendete, ordentlich abgefeiert.
Schon nach kurzer Verschnaufpause ging es in die Zugaben, zunächst mit „Flieh mit mir“ „Unter Eis“ und „I’ll follow you“, wobei sich Sven mehrfach bei den Fans für ihre Unterstützung bedankte. Bielefeld ist halt nicht Berlin, doch die, die gekommen waren, hatten einen schönen Konzertabend erlebt und wurden nun mit noch weiteren Zugaben belohnt, derweil wir den Heimweg antraten.

Liebe Bandmitglieder: Wir hoffen, ihr haltet Ostwestfalen auch weiterhin auf eurem Tourplan und falls ihr schon einen Weihnachtstipp für Michael braucht: Schenkt ihm bitte mal ein neues T-Shirt! Als treue Konzertbesucher haben wir ihn nun schon mehrfach als Graf-Zahl gesehen…

Setlist ZERAPHINE
Erwachen
Lieber allein
No tears
Stop pretending
Rain falls
Inside your arms
Die Macht in Dir
Louisa
Mr. Brightside
I feel your trace
Ohne Dich

I will be there
Pictures of you
Sterne sehen

I never want to be like you
No more doubts
Tomorrow morning
Die Wirklichkeit
Out of sight
Remaining desires
Be my rain

Flieh mit mir
Unter Eis
I’ll follow you

(Ab hier ohne Gewähr):
The Stream
United & Lost
Whiteout

For a moment

Copyright Fotos: Karsten Thurau

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu SYLIC auf terrorverlag.com

Mehr zu ZERAPHINE auf terrorverlag.com