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ZEROMANCER – SCREAM SILENCE – ESSENCE OF MIND

Ort: Herford - X

Datum: 31.03.2009

Lang, lang ist’s her – die letzte Tour der Goth-Electro-Band ZEROMANCER in deutschen Landen. Nämlich genau 6 Jahre! Aber im März/ April 2009 sollte das Warten nun endlich beendet werden und auch die Ostwestfalen sollten am letzten Märzabend in den Genuss eines Konzerts der Norweger kommen. 2003 gastierte man noch im alt ehrwürdigen PC69 in Bielefeld mit dem respektablen Clubhit „Dr. Online“ im Gepäck, diesmal war es das X in Herford und nun hatte man den neuen Silberling „Sinners International“ und gleich zwei Vorbands dabei. Der Abend versprach also lang zu werden.

Eröffnet wurde er mit ESSENCE OF MIND, ebenfalls Nordlichter aus Norwegen, die zu Anfang ihres Sets mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Musikalisch eine Mischung aus ICON OF COIL und APOPTYGMA BERZERK wussten die Jungs die Anwesenden offensichtlich durchaus zu überzeugen. Die Betonung liegt tatsächlich auf Jungs, denn die Protagonisten wirkten, als hätten sie um Mitternacht jede Disko verlassen müssen. Um auf Betriebstemperatur zu kommen machten sie ihre Sache recht gut.

Einen Augenaufschlag später wurde es etwas voller auf der Stage, die zweite Vorband SCREAM SILENCE enterte dieselbige und gleich drei Männer an Saiteninstrumenten nebst Sänger, Drummer und Keyboarder waren durch den Nebel auszumachen. Soundtechnisch eher dem Dark-Rock zuzuordnen, ließen es die Berliner um Fronter Hardy Fieting ordentlich krachen. Allerdings konnte man mehr als Anstandsapplaus und mehr als einige, wenige textsichere Gestalten nicht ausmachen. Vielleicht sind aber auch zwei Anheizer für einen Dienstagabend einfach too much, zumal die Berliner nicht so richtig in das Line Up passten.

Erst gegen 22 Uhr betraten ZEROMANCER endlich die Bretter und siehe da: Es kam wieder Bewegung in die Menge. Schnell fanden sich fast alle Anwesenden – 250 Nasen mögen es gewesen sein – vor der Bühne ein (einige auch ausgestattet mit der norwegischen Flagge) und Alex und Co starteten mit dem Titel gebenden Song des neuen Albums „Sinners International“. Was folgte war ein Querschnitt durch das Song-Repertoire der letzten Jahre wie „Need you like a drug“, „Neo Geisha“ oder auch „Clone your lover“, natürlich mit dem Fokus auf neuen Titeln, die live durch die hart angespielten Gitarren noch eine ganze Ecke druckvoller rüberkamen und insgesamt weniger poppig ausfielen als die Stücke des letzten Albums „ZZYZX“ – man hatte zu alter Stärke zurückgefunden. Auch die neuen Lieder wie „It sounds like love“ und „Doppelgänger“, die beim ersten Hören auf Konserve teilweise recht zahm daherkamen, gewannen live gespielt ordentlich an Format. Der Funke sprang sofort über und der Bewegungsdrang im Raum vor der Bühne erhöhte sich. Aber nicht nur den Zuhörern wurde heiß im Laufe dieser Darbietung – auch die Mannen aus dem Norden tauten zusehends auf. Hatte Sänger Alex zu Beginn des Sets noch Jacket und Shirt an, entledigte er sich während der ersten Songs nach und nach einiger Klamotten und gab schließlich den Blick auf seinen durchtrainierten und tätowierten Oberkörper preis. Fast schon obligatorisch bei einem ZEROMANCER-Konzert und von den weiblichen Zuhörerinnen sicherlich schon sehnlichst erwartet. Die Zeit verging wie im Flug und nach 16 Liedern war das offizielle Set beendet – selbstverständlich ließ man die knackigen Jungs nicht ohne Zugabe von dannen ziehen. Sichtlich froh, mal wieder „losgelassen“ zu sein, beendete man den Abend erst nach einer zweiten Zugabe „Dr. Online“ und mit einigen netten Worten für die Fans auf deutsch – sogar fast akzentfrei!

ZEROMANCER überzeugten auf ganzer Linie – hoffentlich müssen wir nun nicht wieder so lange auf den nächsten Gig warten. Aber das nächste Mal ein paar mehr Exemplare vom aktuellen Album einpacken, denn dieses war am Merch schlichtweg ausverkauft!

Setlist (ohne Gewähr)
Sinners International
Doppelgänger I love You
Need you like a drug
I’m yours to lose
ChromeBitch
Fictional
Filth noir
Die of a broken heart
Clone your lover
Imaginary friends
Neo Geisha
Cupola
My little tragedy
It sounds like love
Stop the noice
Ammonite

Fade to black
Houses of cards
Photographic (DEPECHE MODE-Cover)

Dr. Online

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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