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ZURÜCK ZUHAUSE FESTIVAL 2015

Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 12.12.2015

Wie immer kurz vor Jahresende lud CASPER zur mittlerweile vierten Auflage seines „Zurück Zuhause Festivals“ in den Ringlokschuppen ein. Wie nicht anders zu erwarten war dieses Event in weniger als 10 Minuten ausverkauft. Aber nicht nur Fans ergatterten die raren Karten, sondern auch einige sogenannte „schwarzen Schafe“, die die recht günstigen Tickets sofort auf Online Auktionsplattformen zu überteuerten Preisen zum Kauf anboten. Auch andere Veranstaltungen wie z. B. die FOO FIGHTER-Tour waren von diesen Praktiken betroffen und dienen letztendlich nur dazu, dem Musikliebhaber unseriös das Geld aus der Tasche zu ziehen. Um dem etwas entgegenzuwirken, hatte CASPER einige der überteuerten Karten aufgekauft und sie an glückliche Fans verlost. Auf der einen Seite schon eine gute Sache, dennoch sehe ich das etwas kritisch: Er hat zwar eine Handvoll Fans glücklich gemacht, aber damit leider auch die schmierigen Verkäufer – die hätte ich auf den völlig überzogenen Preisen sitzen gelassen, damit die sich die Finger verbrennen. Viel besser war die Aktion mit dem spontanen Gig in der Gütersloher Weberei einen Tag vor dem Festival, das knapp 3 Stunden vor Einlass auf Facebook bekannt gegeben worden war. Es gab nur Abendkasse und der Eintrittspreis lag bei schmalen 15 €.

Pünktlich um 18.30 Uhr begann Rapper LGOONY zusammen mit DJ HEROIN aus Köln sein Set. Sie selbst bezeichnen ihren Sound als Electronic Lightcore/ Synthetic Swingbounce, momentan bieten sie ihr neues Mixtape „Grape Tape“ zum kostenlosen Download an. Mit von der Partie auf diesem Tape sind u. a. YOUNG KIRA, MONEY BOY, HARRY QUINTANA und auch CASPER, der einen Part beim Song „Geborn Damit“ übernahm. Einen kleinen Ausschnitt aus „Grape Tape“ stellten sie am heutigen Abend vor, aber auch ältere Stücke wie“ Nasa“ und „Fly Shit“ vom ersten Mixtape „Goonyverse“ fanden den Weg in die Setlist und das gefiel dem Großteil des Publikums.

Setlist LGOONY/ DJ HEROIN (ohne Gewähr)
Grape
Millionen Euro
Nasa
Ultraviolett
Lobby
24 Karat
Fly Shit
Lambo Gallardo
Wasser
Sosa

Mit dem Auftritt von TURBOSTAAT, die ebenso wie später der Hauptact Gitarren am Start hatten, wurde es richtig rockig in der Halle. Die Norddeutschen werden erst im nächsten Jahr ihr Album „Abalonia“ veröffentlichen, aber am heutigen Abend gab es bereits einige Kostproben vom Longplayer. Einige Songs von „Abalonia“ sind in den altehrwürdigen Berliner Hansastudios aufgenommen worden, in denen schon DAVID BOWIE, IGGY POP, U2 und DEPECHE MODE arbeiteten. Da würde es mich wundern, wenn den Jungs mit dem neuen Album nicht der ganz große Wurf gelingt. Auch hier im Ringlokschuppen wurden die Flensburger richtig gut abgefeiert und dementsprechend gut gelaunt verließen sie die Bühne.

In der Zeit bis zum Auftritt des Hauptacts trat HAFTBEFEHL auf. An dieser Stelle müssen die Fotos ausreichen. Worte mag ich darüber nicht verlieren, da ich keine neutrale Stellung zum Offenbacher Rapper beziehen kann. Leider gibt es jedes Jahr im Line-Up des Festivals einen Ausfall für mich.

Gegen 21.30 Uhr erlosch unter tosenden Applaus und Gekreische erneut die Saalbeleuchtung und der Hauptact betrat endlich die Bühne. Von diesem Moment an bekamen die Ordner, die vor der Bühne postiert waren, richtig was zu tun. Fast im Sekundentakt mussten sie dehydrierte und völlig entkräftete Teenies aus dem Publikum ziehen und diese anschließend an die Sanitäter übergeben. Währenddessen begannen Benjamin Griffey – so der bürgerliche Name des Rappers – und seine Band mit „Im Ascheregen“ ihre 90 minütige Show. Weiter ging es mit „Auf Und Davon“, „Alles Endet (Aber Nie Die Musik)“ und „Casper Bumayè“, bevor bei „Ganz Schön Okay“ mit Felix Brummer von KRAFTKLUB der erste Überraschungsgast des Abends mit der eigentlichen Hauptperson zusammen auf der Bühne stand. Da kann sich CASPER in knapp einem Monat dafür revanchieren und beim ausverkauften KRAFTKLUB-Gig zusammen mit den Jungs an gleicher Stelle einen Song rocken, den Fans wird es mit Sicherheit gefallen. In den letzten Jahren ähnelten sich die Setlisten der Jahresendshow, kein Wunder, denn mit bis jetzt 3 veröffentliche Alben, von dem beim Erstlingswerk die Rechte nicht bei CASPER liegen, ist die Auswahl begrenzt. Clevererweise ist die Band so flexibel, Ausschnitte von Fremdkompositionen, bei denen Benjamin mitgerappt hat, wie z.B. „Alles Verboten“ von MARTERIA und „Karate“ von KOLLEGAH zusammen mit „Mittelfinger Hoch“ in einem Medley darzubieten. Besonders interessant ist die fantastische Version von „Alles Verboten“, die Band covert einfach die Melodie und die kernigen Gitarrenriffs des Songs „Maschin“ der Österreicher BILDERBUCH und CASPER rappt seinen Part darüber. Im Anschluss enterte mit THEES UHLMANN ein weiterer Gast die Bühne, um seinen Part zu „XOXO“ beizusteuern. Mit „Ariel“, „20qm“ und „Das Grizzly Lied“ gönnte der Wahlberliner dem Publikum, sich und seiner Band einige ruhige und nachdenkliche Momente, um beim Finale noch einmal allen alles abzuverlangen. Mit „Hinterland“ endete das reguläre Set, aber die Zugabe ließ nicht lange auf sich warten und auch hier wurde mit „Unzerbrechlich“ ein weiterer ruhiger Track gewählt, bevor mit „Jambalaya“ noch einmal richtig durchgedreht wurde. Ein persönliches Resümee zog Benjamin mit dem allerletzten Song des Abends „Endlich Angekommen“ und unter enormen Beifall wurde die Band von der Bühne verabschiedet.

Setlist CASPER (ohne Gewähr)
Im Ascheregen
Auf Und Davon
Alles Endet (Aber Nie Die Musik)
Casper Bumayè
Ganz Schön Okay (feat. Felix)
Ariel
Alles Verboten/Karate/Mittelfinger Hoch
XOXO (feat. Thees Uhlmann)
20 qm
Michael X
Der Druck Steigt (Die Vergessenen Pt.1)
Blut Sehen (Die Vergessenen Pt.2)
Nip
Letzte Gang Der Stadt
So Perfekt
Das Grizzly Lied
Hinterland

Unzerbrechlich
Jambalaya
Endlich Angekommen

Nach den erfolgreichen CASTIVALS im abgelaufenen Jahr kamen CASPER noch einmal zurück in die Provinz, um hier an zwei Abenden richtig abzurocken. Mit dem Gig in der Weberei hat er bis jetzt in fast allen Kultclubs OWLs wie z.B. das Bielefelder Kamp (RIP) und das Forum gespielt, da fehlt nur noch das X in Herford. Auch das wäre in naher Zukunft machbar. Bis dahin muss aber unbedingt ein neues Album an den Start, die Zeit dafür ist reif!

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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