CD-VÖs ab sofort am Freitag

CD-Neuveröffentlichungen sollen nicht mehr wie gewohnt am Montag in den Handel kommen, sondern am Freitag, gleichzeitig mit den Charts. Die Musikbranche verspricht sich durch die aufwendig beworbene Marketingmaßnahme mehr Umsatz am Wochenende.

Das schwächelnde Plattengeschäft soll wieder angekurbelt werden, mit aller Macht. Unter dem Kampagnenmotto „Freitag ist Musiktag“ sollen künftig alle Neuerscheinungen freitags statt bisher montags auf den Markt kommen; gleichzeitig werden am Freitag auch die aktuellen Charts im Handel und in den Medien veröffentlicht. „Freitag und Samstag sind die umsatzstärksten Tage, da können die Leute entspannt einkaufen gehen und stöbern – und bekommen von uns gleich die Neuheiten präsentiert“, sagte Gerd Gebhardt, Vorsitzender des Phonoverbandes auf der Musikmesse Popkomm in Berlin. Start der Kampagne ist am 23. September, wenn neue CDs von HIM, Shakira oder auch Sheryl Crow auf den Markt kommen.

„Donnerstag ist der Kinotag, also muss Freitag der Musiktag sein“, umschrieb Gebhardt mit undurchsichtiger Logik das Ziel der Kampagne, durch die sich die Branche eine stärkere Aufmerksamkeit für die neuen Musik-CDs und einen Umsatzschub erhofft. Seit dem Jahr 2000 haben die Plattenfirmen in Deutschland rund 40 Prozent Umsatz verloren. Im vergangenen Jahr setzten die Firmen mit Tonträgern 1,75 Milliarden Euro um. Zuletzt gab es dennoch einen Hoffnungsschimmer: Der Verkauf von CD-Alben legte im ersten Halbjahr 2005 um 4,4 Prozent zu; der Gesamtabsatz an Tonträgern – inklusive Singles und Vinylplatten – ging aber noch einmal um 9,9 Prozent zurück. Die Branche will die neue Kampagne sogar mit Plakaten und Fernsehspots bekannt machen. Internetanbieter wie AOL und T-Online binden das Kampagnenlogo in ihre Musikseiten ein. Der Musiksender MTV habe seine Abläufe neuorganisiert, erklärte Alexander Maurus von Warner Music. „Sendungen wie ‚Neu‘ und ‚Brandneu‘ werden am Freitag starten und die entsprechenden Videos bereits am Wochenende.“

Auch die Chart-Shows in anderen Sendern, die am Wochenende liefen, seien nun aktueller. „Sie können den Zuschauern die aktuellen Charts vom Freitag präsentieren und nicht mehr die vom vergangenen Montag“, erklärte Hartmut Spiesecke, Pressesprecher des Phonoverbandes.
Quelle: spiegel.de

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