„Der Graf“ von UNHEILIG bei der Aktion „Kinder Schlaganfall-Hilfe“

Er ist der Mann im schwarzen Anzug, der so viel Wert auf Anonymität setzt, dass ihn alle nur als „den Grafen“ kennen. Das klingt nach Distanziertheit. Und doch ist da beim Familiencamp der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe, das in diesem Jahr von der Firma Mattel ermöglicht wurde, von Distanziertheit nichts zu spüren, als der „Graf“ von Unheilig plötzlich mittags mitten zwischen den Kindern steht. Etwa, wenn er dem neunjährigen Niklas erzählt, dass er selbst mal gestottert hat und weiß, wie sich „anders sein“ anfühlt. Die Nähe zwischen allen Teilnehmern ist ohnehin von Anfang an sehr deutlich.

Kinderbotschafterin Jule, der Graf, Natascha Ochsenknecht mit Tochter. Das Familiencamp ist inzwischen ein ausgemachtes Familientreffen. Das liegt nicht nur daran, dass viele Familien bereits zum wiederholten Mal dabei sind. Es liegt daran, dass alle 31 Familien vor Ort in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach bei Heidelberg ein vom Schlaganfall betroffenes Kind haben. Sie alle haben eine lange Geschichte, die sie untereinander nicht mehr erzählen müssen. Es gibt kein erstauntes Nachhaken nach dem Motto „Ich wusste gar nicht, dass Kinder auch einen Schlaganfall erleiden können“.

Niemandem muss das Ausmaß der Belastung erklärt werden. Es ist ein großes Treffen auf Augenhöhe. Und doch kommt in den Seminaren alles auf den Tisch, was die Eltern darüber hinaus belastet. Es sind intensive Stunden für alle Beteiligten. Die Eltern müssen sich mit vielen Fragen auseinandersetzen: Wie kann ich diese Belastungen auf Dauer bewältigen? Wie lange halte ich das durch? Hat sich unsere Beziehung schon verändert? Wie fühlen sich die Geschwisterkinder? Was kann ich tun, um meinem Kind bestmöglich bei der Bewältigung seiner Erkrankung zu helfen, und wie kann ich unser Familienleben möglichst stressarm gestalten? Vor allem auch: Wie bleibe ich trotz meiner Belastungen gesund?

Ehrenamtlich als Kinderbetreuer dabei: Bertelsmann-Mitarbeiter Kenan Aydin. Beim Familiencamp 2013 konnten die Eltern lernen, ihre Kräfte gut einzuteilen und Kräfte wiederzufinden. „Entdecke deine Fähigkeiten“ lautete der Titel des Wochenendes. Die Psychologin Ulrike Dickenhorst arbeitete mit den Eltern und nahm dabei das Thema Partnerschaft in den Blick. Bewegungstherapeutin Claudia Scheer sorgte in bewährter Weise für die Auflockerung von Körper und Geist. Ganz neu im Programm war das so genannte Triple P – dahinter verbarg sich das „Positive Parenting Program“. Sylvia Harstick-Koll, psychologische Psychotherapeutin und Triple-P-Trainerin, stellte unter dem Titel „Liebend gern erziehen – Möglichkeiten der positiven Erziehung“ vor – und ließ die Eltern die Ergebnisse sogleich in Workshops umsetzen.

Währenddessen wurden die Kinder kompetent und prominent versorgt: Das Kinderteam betreute in der Mattel-Kinderwelt 56 Kinder mit den verschiedensten Einschränkungen im Alter von fünf Monaten bis 18 Jahren. Die neue Botschafterin Natascha Ochsenknecht buk Cupcakes mit den Kindern und war auch sonst für jeden Spaß zu haben. Christian Bahrmann machte eine riesige Bühnenshow – und tanzte seinen Dibedibidab-Tanz. Die Kinder konnten mit der betroffenen Hand und Acrylfarbe bei Elena Janker malen und mit Betreuern spielen und toben.

Botschafter der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe und Kika-Moderator Christian Bahrmann. Mit dabei war auch Liz Mohn, Präsidentin und Gründerin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie stand gemeinsam mit der 13-jährigen Karlotta Philippsen und der gleichaltrigen Jule Köhler im Focus eines Films, der das Thema kindlicher Schlaganfall in den Mittelpunkt rückt. Beide Mädchen hatten im Kindergartenalter einen Schlaganfall und engagieren sich heute sehr für die Aufklärung zu diesem noch viel zu unbekannten Phänomen.

„Eines steht fest: Ohne die Seminare bei den Familiencamps stünde unsere Familie heute nicht da, wo sie steht“, sagte Renate Erdmann, die Mutter eines der Kinder. Und das war nur eine von vielen Rückmeldungen, die deutlich machten: Im kommenden Jahr muss es wieder ein Familiencamp geben. Am Ende, zum großen Abschluss, rufen Kinder und Eltern den Grafen noch einmal gemeinsam lautstark auf die Bühne. Ein Auftritt war nicht geplant. Und doch stellt er sich nach vorn und singt. Ohne Band, ohne Mikro, einfach so: „Wir sind geboren, um zu leben!“
Quelle: benet Bertelsmann

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